0:2-Niederlage in Erfurt - Cottbus verliert Traditionsduell und Anschluss an die Tabellenspitze

Sa 27.01.24 | 16:28 Uhr
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Der Cottbuser Dennis Slamar im Kopfball-Duell mit Erfurts Romario Hajrulla (imago images/Bild13)
Video: rbb UM6 | 27.01.2024 | Uri Zahavi | Bild: imago images/Bild13

Im Traditionsduell zwischen Rot-Weiß Erfurt und Energie Cottbus besiegeln zwei Kontertore eine Niederlage der Lausitzer. Der Traum vom Aufstieg rutscht für das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz damit in immer weitere Ferne.

Der FC Energie Cottbus hat am Samstag in der Fußball-Regionalliga-Nordost eine bittere Niederlage kassiert. Wenige Tage nach dem enttäuschenden Unentschieden in Luckenwalde unterlagen die Lausitzer im Traditionsduell bei Rot-Weiß Erfurt mit 0:2 (0:1) und verloren damit den Anschluss an die Tabellenspitze.

Nach 17 Spielen beträgt der Abstand auf den erstplatzierten Greifswalder FC nun acht Punkte.

Erfurt kontert sich zur Führung

Im Vergleich zum Unentschieden gegen Luckenwalde am vergangenen Mittwoch stellte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz im Erfurter Steigerwaldstadion hinten auf eine Viererkette um und brachte mit Tobias Hasse und dem Ex-Erfurter Maximilian Pronichev zwei Neue in die Startelf.

Die Lausitzer bemühten sich in der Anfangsphase um viel Ballbesitz und versuchten es mit strukturiertem Aufbauspiel, das allerdings vorerst nicht für Gefahr sorgte und von vielen Fehlpässen geprägt war. Die Gastgeber setzten hingen auf schnelles Umschalten, und überrannten die Cottbuser damit immer wieder. So auch in der elften Minute: Mit einem präzisen Pass leitete Romario Hajrulla einen Konter auf der rechten Seite ein, wo Michael Seaton plötzlich völlig frei war, im Duell mit Keeper Alexander Sebald die Nerven behielt und souverän zur 1:0 Führung der Erfurter einschob.

Energie brauchte nach dem Gegentor eine Weile, um sich rütteln, wurde dann aber besser. In der 25. Minute gab es nach einem ruhenden Ball die erste gute Chance der Gäste, als Top-Torjäger Tim Heike einen Freistoß wuchtig über die Mauer ans Außennetz schoss. Wenige Minuten später war es dann wieder Heike, der nach einem Cottbuser Ballgewinn den Ausgleich auf dem Fuß hatte, den Ball aber trotz schöner Technik aus 16 Metern knapp über die Latte setzte (31.).

Erst Abseitstreffer, dann Gegentor

Nach der Pause wechselte Energie-Coach Wollitz gleich drei Mal: Cedric Euschen kam für Phil Halbauer, Rudolf Ndualu für Alexander Prokopenko und Niko Brettschneider für Pronichev. Und bereits kurz nach dem Wiederanpfiff stand der frische Stürmer Euschen im Mittelpunkt. Nach einem schönen Spielzug kam er im Strafraum an den Ball und verwandelte zum vermeintlichen Ausgleich. Sein Jubel wurde allerdings von der erhobenen Fahne des Linienrichters gestoppt, der auf Abseits entschied (49.).

Wenig später hatte mit Ndualu ein weiterer eingewechselter Mann die große Chance auf den Ausgleich, sein Schuss am langen Pfosten nach einer scharfen Hereingabe zappelte aber erneut nur im Außennetz (53.).

Genau in dieser dominanten Phase der Lausitzer konterte sich Erfurt zum 2:0. Der Treffer wurde erneut wunderbar von Hajrulla eingeleitet, der seinen Mitspieler Romain Gall auf der linken Seite freispielte. Der ließ FCE-Keeper Sebald keine Chance und traf ins rechte untere Eck.

Rot-Weiß stellte sich nun mit der komfortablen Führung tief hinten rein und schaffte es so, der Energie-Offensive den Zahn zu ziehen. Bis zum Ende kamen die Gäste trotz deutlich mehr Ballbesitz kaum noch vor das Tor der Erfurter und mussten am Ende völlig verdient ohne Punkte die Heimreise nach Cottbus antreten.

Babelsberg zieht an Cottbus vorbei

Im einzigen weiteren Spiel des Tages in der Regionalliga Nordost hat der SV Babelsberg 03 einen wichtigen Heimsieg geholt und ist damit in der Tabelle an Energie Cottbus vorbei auf Platz drei gezogen. Die Nulldreier besiegten vor 1.802 Zuschauern im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion den FC Eilenburg mit 1:0 (0:0).

Zwar verkauften sich die Gäste aus dem Tabellenkeller teuer und hatten durchaus Chancen zur Führung, am Ende diktierte Babelsberg das Spiel jedoch über weite Strecken und erzielte in der 57. Minute durch Matthias Steinborn den Siegtreffer.

Alle weiteren Begegnungen des Samstags waren wegen der Witterungsbedingungen und schwierigen Platzverhältnisse abgesagt worden.

Sendung: rbb24, 27.01.2024, 18:00 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Leider hat man aus den Niederlagen gg. Haching nichts gelernt und legt immer noch keinen Wert auf eine stabile Abwehr. Stattdessen spielen wir mit einem Überangebot an flexiblen Mittelfeldspielern zwischen den Strafräumen Tikitaka und laden den Gegner zu Kontern ein.
    Trainiert überhaupt ein Spieler, außer Tim Heike, Ecken, Freistöße, Flanken, Torschüsse???

  2. 14.

    Der Egomane Wollitz und Schuld sind immer die anderen. Was Cottbus dazu veranlaßt immer wieder und noch auf diesen Mann zurückzugreifen ist mir ein Rätsel. Mir soll's Recht sein. Glückwunsch Erfurt.

  3. 12.

    Vorne ideenlos gegen eine gute, kompakte Abwehr. In der Defensive katastrophal.
    Wenn ich vorne nicht treffe, darf ich hinten nichts bekommen.
    Defensive war aber noch nie die Stärke eines Herren Wollitz.

    Ich denke Cottbus wird in 3-4 Spielen wieder in die Erfolgsspur zurück finden, aber ob das dann reicht die Spitze zu erklimmen halte ich für sehr optimistisch gedacht.

  4. 11.

    So wird das nüschd. Und laut Trainer sind alle anderen schuld, wie immer. Es gelingt zu wenig und die Ansprüche sind nicht mit der Realität im Einklang zu bringen. Was wird da in der Winterpause trainiert, Geld zu verpulvern?

  5. 9.

    Egal welcher Trainer, das wird nix !

  6. 8.

    Es bleibt spannend, wie lange 03 da oben mitspielt.
    Sollte man unerwartet aufsteigen, werden sie wohl kaum freiwillig drauf verzichten. Für Potsdam wäre es mal wieder toll in der sehr spannenden 3. Liga vertreten zu sein!

  7. 7.

    Ist doch egal welcher Trainer, das wird nix!

  8. 5.

    Herr Wollitz sollte den Ernst der Lage erkennen und zurücktreten. Dieser Alleinherrscher (wie toll wäre seine Akzeptanz für einen richtigen Co.-Trainer) schadet dem Verein, jetzt nicht nur mit seinen Statements , sondern auch sportlich. 7 von möglichen 21 Punkten aus den letzten 7 Spielen. Dazu diese destruktive Spielweise nach hinten und quer und hopsasa. Das Präsidium und der Vorstand sollten jetzt handeln. Noch ist alles möglich, aber dieser Trainer ist nur noch „Flasche leer“.

  9. 4.

    Ein peinlicher Auftritt.
    Es muss dringend etwas passieren! Warum werden Spieler wieder zurück geholt die noch nie Leistung brachten?

  10. 3.

    Pele, konnte beide Spiele im TV sehen. Ganz ehrlich, glaubst du wirklich an den Aufstieg ??? Das ist so enttäuschend was da gezeigt wurde. Jahr fürJahr wird uns die Hoffnung auf höherklassigen Fußball vorgegaukelt. Es ist einfach nicht nachvollziehbar was in Cottbus passiert. Mir tut das gesamte Umfeld von Energie Cottbus echt leid. Alles Phrasen. Es ist einfach nur traurig.

  11. 2.

    Auf geht's Cottbus: kämpfen und siegen!

  12. 1.

    Sehr gut.

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