Zwei Fachabteilungen machen dicht - Betriebsrat scheitert mit Klage gegen Schließungen an Neuruppiner Klinik

Fr 22.12.23 | 12:34 Uhr
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Hinter Bäumen ist das Hauptgebäude der Ruppiner Kliniken im brandenburgischen Neuruppin zu sehen. (Quelle: dpa-Zentralbild/Paul Zinken)
Video: rbb24 | 22.12.2023 | Nachrichten | Bild: dpa-Zentralbild/Paul Zinken

Der Betriebsrat des Universitätsklinikums Ruppin-Brandenburg (UKRB) in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) ist mit einer Klage gegen die Schließung von zwei Fachabteilungen zum Jahreswechsel gescheitert. Das Arbeitsgericht in Neuruppin hat am Donnerstag eine einstweilige Verfügung gegen die Klinikleitung abgelehnt, wie eine Sprecherin des Gerichtes am Freitag dem rbb bestätigte.

Zuerst hatte die Märkische Allgemeine Zeitung [Bezahlangebot] darüber berichtet. Der Betriebsrat hatte demnach vor Gericht kritisiert, dass er über die Schließung der Kliniken für Hals-Nasen-Ohrenkunde (HNO) und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie durch die Geschäftsführung zu spät informiert und auch nicht beteiligt wurde. Das sei laut dem Arbeitsgericht aber nicht notwendig gewesen.

28 von 1.500 Angestellten betroffen

Dem Bericht der Märkischen zufolge hatten Betriebsrat und Mitarbeitende erst einen Monat vor der Schließung, am 30. November, davon erfahren. Seitdem habe es nicht nur vom Klinikpersonal, sondern auch von niedergelassenen Arztpraxen der Umgebung Protest gegeben. Die Klinik argumentiert, dass dem Krankenhaus auch ohne die Schließung voraussichtlich acht Millionen Euro für 2024 fehlen, schreibt das Blatt. Operationen in anderen Fachbereichen seien lukrativer, sodass diese beiden Abteilungen schließen müssten, begründete die Geschäftsleitung.

Die Schließung betrifft laut MAZ-Informationen 28 von insgesamt 1.500 Angestellten, darunter 17 Ärzte. Ihnen wurden zwar andere Stellen im UKRB angeboten, jedoch nicht entsprechend ihrer Qualifikation, beklagte der Betriebsrat.

Sendung: rbb24, 22.12.2023, 16 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Die Schließung soll zum 31.12.2023 wirksam werden und die Mitarbeiter sind am 30.11. informiert worden. Etwas unglücklich geschrieben.

  2. 2.

    Es werden also 2 Fachrichtungen samt Einnahmen geschlossen aber es hätten alle 28 MA eine Stelle im Klinikum bekommen können. Ich habe zwar kein BWL studiert aber ich würde vermuten d. es dadurch noch mehr Minus in d. roten Zahlen gibt. Und diese Politik unserer Regierung kein Geld für unser Gesundheitswesen aber 8 Milliarden für ein Krieg in einem anderen Land? Und wie wäre es wenn diese unverschämten Diäten umgehend u. für immer gecancelt werden u. es gäbe noch soviel mehr was ich euch streichen würde, dieses Geld könnte dann in unser Sozialsystem fließen u. ausschließlich für DE genutzt werden. Ich wünschte d. diese Pers. d. für solche Streichungen u. Schließungen d. tatsächlich Verantwg. tragen zb auf solch eine Gesundheitsversorgung angewiesen sind samt ihrer geliebt. Angehörigen. Ich hoffe d. Protest hört nicht auf und weitet sich auf alle Kliniken aus die geschlossene wurden o. noch werden. Es kann doch nicht sein d. unser eingz. Steuergelder für alles nur nicht für uns da sind.

  3. 1.

    "hatten Betriebsrat und Mitarbeitende erst einen Monat vor der Schließung, am 30. November, davon erfahren" Und wann wurde es den Mitarbeitern mitgeteilt?

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