Saisonauftakt bei den Eisbären - Große Euphorie beim Titelverteidiger

Di 09.08.22 | 15:35 Uhr | Von Fabian Friedmann
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Das Team der Eisbären Berlin beim öffentlichen Training am 8. August 2022 im Wellblechpalast in Berlin-Hohenschönhausen. (Bild: IMAGO / Nordphoto)
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Video: rbbUM6 | 11.08.2022 | Joerg Hellwig | Bild: IMAGO / Nordphoto

Nach zwei Meisterschaften in Folge sind die Eisbären Berlin die Gejagten in der Deutschen Eishockey-Liga. Beim ersten öffentlichen Training sticht neben den vielen prominenten Neuzugängen auch eine besondere Vater-Sohn-Beziehung heraus.

Tosender Applaus und großer Jubel brandete los, als die Eisbären das Eis im Wellblechpalast in Berlin-Höhenschönhausen betraten. Knapp 1.000 Fans hatten sich beim ersten öffentlichen Training am vergangenen Montag eingefunden und bereits über einen Monat vor Beginn der neuen DEL-Saison zeigte sich, auf welch großer Euphoriewelle der amtierende Meister momentan surft. Offenbar litten viele Eisbären-Fans in der letzten Zeit unter schwersten Entzugserscheinungen, die sie in diesem Augenblick endlich loswerden konnten.

Noebels: "Es gab viel zu feiern"

"Wir haben die freie Zeit genossen. Es gab viel zu feiern, es war eine schöne und erfolgreiche Saison, die wir auch nicht vergessen werden. Aber jetzt geht es wieder von vorne los", resümierte Stürmer Marcel Noebels die letzten Monate samt erfolgreicher Titelverteidigung.

Sein Nationalmannschafts-Kollege Leo Pföderl konnte den Jubel nicht auf dem Eis im Sportforum genießen. Er kuriert nach wie vor seine Schambeinentzündung und Knöchelverletzung aus. Zudem fehlten drei Jungprofis, die noch bei der U20-WM in Kanada spielen, darunter auch ein neuer Goalie mit Nikita Quapp.

Dreikampf auf der Torhüter-Position

Apropos Goalkeeper. Nach dem Weggang von Nationaltorhüter Mathias Niederberger zum Ligarivalen EHC München kommt es in der Vorbereitung zu einem Dreikampf um die Nummer Eins im Tor. Die Kandidaten für den vakanten Posten sind Tobias Ancicka (21), Juho Markkanen (20) und eben jener Nikita Quapp (19) - allesamt äußerst junge, aber auch äußerst talentierte Spieler, sagt zumindest ihr Trainer Serge Aubin: "Es wird auch das Team gefragt sein, die drei bestmöglich zu unterstützen. Ich habe keine Zweifel daran, dass sie uns jedes Spiel die Chance geben werden zu gewinnen."

Prominente Neuzugänge aus DEL und NHL

Das sollen auch die zahlreichen weiteren Neuzugänge tun, darunter der prominente DEL-Stürmer Frank Mauer, der aus München an die Spree gelotst werden konnte, oder der erfahrene Nationalverteidiger Marco Nowak, der von der Düsseldorfer EG nach Berlin gekommen ist. Daneben bedienten sich die Eisbären auch in der Nordamerikanischen Hockey-League (NHL). Der 24-jährige Kanadier Brendan Guhle hat bereits 65 NHL-Spiele für die Anaheim Ducks und die Bufallo Sabres bestritten und soll den nach Boston abgewanderten National-Verteidiger Kai Wissmann ersetzen.

"Die Neuen passen gut rein. Es sind viele gute Charaktere dabei, dazu alles gute Eisläufer, die meisten mit viel Erfahrung ausgestattet“, sagt Trainer Serge Aubin über seine Neuzugänge im Eisbären-Gehege. In puncto Erfahrung sticht besonders Peter Regin heraus. Der dänische Mittelstürmer kommt auf über 250 Spiele in der NHL, hat dazu langjährige Erfahrung in der KHL bei Jokerit Helsinki gesammelt und ist so etwas wie der Nachfolger seines Landsmanns Frans Nielsen, der mit 38 die Schlittschuhe endgültig an den Nagel gehängt hat.

Familie Hördler gemeinsam auf dem Eis

Neben den prominenten Neuverpflichtungen ist der Kern des Eisbären-Teams zusammengeblieben. "Das ist das Schöne an einer erfolgreichen Mannschaft", meint Marcel Noebels: "Wir haben gute Spieler geholt, die auch gut in unser Profil passen. Jetzt hoffe ich, dass jeder seinen Spot findet, um uns weiterzuhelfen“, erklärt Noebels, der bereits seit 2014 für die Eisbären auf Torejagd geht.

Noch länger steht nur Verteidiger Frank Hördler in Diensten der Berliner. Der 37-Jährige geht in seine sage und schreibe 19. Saison (!) mit den Eisbären und könnte dann erstmals bei einem Pflichtspiel gemeinsam mit seinem Sohn auf dem Eis stehen. Denn Sohnemann Eric Hördler (18) gehört nach erfolgreicher Zeit in der Deutschen Nachwuchs-Liga nun ebenfalls zum DEL-Aufgebot der Berliner.

Aubin sieht eine hungrige Mannschaft

Bis zum angestrebten Titel-Hattrick wartet aber noch viel Arbeit auf die Eisbären. "Wir sind die Gejagten und wir wollen wieder das letzte Spiel gewinnen. Aber erstmal müssen wir als Mannschaft zusammenwachsen", weiß Marcel Noebels.

Wir sind die Gejagten und wir wollen wieder das letzte Spiel gewinnen.

Marcel Noebels

Sein Trainer Serge Aubin sieht bei seiner Mannschaft aber auch nach zwei Meistertiteln in Folge keine Anzeichen von Sättigung. "Ich muss sagen, dass die Jungs in toller Form zurückgekommen sind, Das zeigt mir, dass sie noch hungrig sind." Jetzt müsse man "die Maschine nur wieder so aufbauen, dass wir aufs Eis gehen und wie eine Einheit denken", so der kanadische Trainer weiter.

Die euphorischen Fans der Eisbären werden ihre Mannschaft dabei mit Sicherheit wieder lautstark unterstützen, egal ob im "Welli" oder zu den Ligaspielen in der Arena am Ostbahnhof.

Sendung: rbbUM6, 11.08.2022, 18 Uhr

Beitrag von Fabian Friedmann

2 Kommentare

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  1. 2.

    Vorab: ich habe überhaupt nix gegen die Eisbären! Aber wird im Zuge der bundesweit angestrebten Energieeinsparungen auch an die aufwändige Kühlung der Eisflächen gedacht? Gibt's da eine Stellungnahme vom Berliner Senat?

  2. 1.

    Auf geht's Dynamo kämpfen und siegen auf zum Titel Nr.10.

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