Olympia-Starter aus der Region - Tischtennis-Damen und Hockey-Herren verpassen Medaillen

Petrissa Solja und Shan Xiaona an der Tischtennisplatte / picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Kin Cheung
Audio: Inforadio | 05.08.2021 | Luise Kropff | Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Kin Cheung

Die Athleten aus Berlin und Brandenburg sind auch am Donnerstag auf Medaillenjagd. Die Tischtennis-Damen um Berlinerin Shan Xiaona und die Hockey-Herren um Martin Häner haben ihre Bronze-Medaille allerdings verpasst.

Die deutschen Tischtennis-Frauen haben bei den Olympischen Spielen die erhoffte Medaille im Teamwettbewerb verpasst. Petrissa Solja (Langstadt), Han Ying (Düsseldorf) und die Berlinerin Shan Xiaona (TTC Berlin Eastside) unterlagen der Mannschaft aus Hongkong im Spiel um Bronze mit 1:3 und beenden das Turnier ohne einen Podestplatz.

Solja und Shan Xiaona sorgten für einen perfekten Start, als sie nach verlorenem ersten Satz das Doppel gegen Doo Hoi Kem/Lee Ho Ching mit 3:1 gewannen. Abwehrstrategin Han Ying verlor anschließend allerdings ihr Einzel gegen Minnie Soo Wai Yam (1:3), auch Sportsoldatin Solja musste sich wie schon im Olympia-Viertelfinale 2016 der erfahrenen Doo geschlagen geben (0:3). Shan vergab beim 0:3 gegen Soo in den ersten beiden Durchgängen insgesamt drei Satzbälle, am Ende fehlte die Kraft für ein Comeback.

Keine Hockey-Medaille für Deutschland

Die Medaillenserie der deutschen Hockey-Männer bei Olympischen Spielen ist gerissen. Die Mannschaft um den Berliner Martin Häner unterlag Rekord-Olympiasieger Indien im Spiel um Bronze mit 4:5 (3:3) und holte damit erstmals seit den Sommerspielen 2000 in Sydney kein olympisches Edelmetall. Die deutschen Hockey-Frauen waren in Tokio im Viertelfinale ausgeschieden.

"Für uns ist heute eine kleine Welt untergegangen, wir stehen mit leeren Händen da", sagte Bundestrainer Kais al Saadi: "Wir haben sehr, sehr gut angefangen, waren klar das dominierende Team. Aber dann haben wir die Inder mit haarsträubenden Fehlern eingeladen und zurück ins Spiel geholt."

Silber für das "Generationenboot"

Der Potsdamer Youngster Jacob Schopf und Routinier Max Hoff aus Essen sind bei den olympischen Kanu-Wettbewerben zu Silber im Kajak-Zweier gepaddelt. Das Weltmeister-Duo musste sich am Donnerstag auf der 1000-Meter-Distanz nur knapp den Australiern Jean van der Westhuyzen und Thomas Green geschlagen geben.

"Ich bin gerade sehr emotional", sagte Hoff mit Tränen in den Augen: "Ich freue mich tierisch über die Silbermedaille. Das war mein letztes großes Rennen. Klar hätten wir es gerne mit Gold beendet, aber ich habe jetzt den Medaillensatz voll."

Gute Ausgangslage für Moderne Fünfkämpferinnen

Fünfkämpferin Annika Schleu ist glänzend in den olympischen Wettkampf in Tokio gestartet. Die deutsche Meisterin aus Berlin gewann im Fechten 29 von 35 Duellen und liegt nach der ersten Teildisziplin mit 274 Punkten klar in Führung. Auch die zweite deutsche Starterin Rebecca Langrehr (Berlin/220) liegt als Neunte gut im Rennen um eine Medaille.Die Entscheidung fällt am Freitag nach den weiteren Teildisziplinen Schwimmen, Reiten und Laser-Run.

Das Potsdamer Männer-Duo kam dagegen schlecht aus den Startlöchern. Fabian Liebig belegte nach 16 Siegen in 35 Gefechten mit 196 Punkten den 24. Platz, Patrick Dogue gewann nur elfmal und fand sich auf Position 32 wieder (166).

Elena Wassen wird Achte

Wasserspringerin Elena Wassen hat den achten Platz vom Turm belegt. Die 20-Jährige aus Berlin erhielt für ihre fünf Sprünge aus zehn Metern Höhe im Finale am Donnerstag in Tokio 291,90 Punkte.

"Ich kann auf jeden Fall mit dem achten Platz zufrieden sein", sagte die Berlinerin. "Sie ist sehr konzentriert an ihre Sprünge rangegangen", lobte Bundestrainer Lutz Buschkow. "Ich freue mich riesig über die Leistung von Elena."

Ihre Schwester Christina Wassen schied zuvor bei ihrer Olympia-Premiere im Halbfinale aus. Gold gewann die überragende Chinesin Quan Hongchan mit 466,20 Zählern.

Hinze verpasst Keirin-Finale, Levy scheitert im Viertelfinale

Bahnrad-Fahrerin Emma Hinze konnte sich im olympische Keirin-Wettbewerb keine Medaille erkämpfen. Die dreifache Weltmeisterin aus Cottbus scheiterte am Donnerstag im Izu-Velodrome im Halbfinale. Immerhin gewann sie noch das kleine Finale und landete schließlich auf Platz 7., blieb aber dennoch hinter den Erwartungen zurück. Teamkollegin Lea Sophie Friedrich (Dassow) schied schon zuvor in ihrem Vorlauf-Rennen als Sechste aus.

Auch der Routinier Maximilian Levy ist im Sprint-Viertelfinale ausgeschieden. Der 34 Jahre alte Cottbuser verlor am Donnerstag in zwei Läufen gegen den Briten Jack Carlin. Damit ist kein deutscher Fahrer mehr in der Königsdisziplin vertreten.

Im Mehrkampf-Wettbewerb Omnium konnte sich Roger Kluge aus Eisenhüttenstadt zwar im abschließenden Punkterennen vom 15. Platz auf Rang neun verbessern, aber die Medaillenplätze waren für ihn außer Reichweite.

Geher Linke wird Fünfter

Der Potsdamer Geher Christopher Linke ist nur knapp an einer Olympia-Medaille vorbeigeschrammt. Im 20-Kilometer-Wettbewerb belegte der 32-Jährige am Donnerstag einen starken fünften Platz. Nach 17 Kilometern lag Linke lediglich elf Sekunden hinter der Spitzengruppe, im Ziel hatte der Potsdamer dann 45 Sekunden Rückstand auf den Italiener Massimo Stana, der dank eines starken Endspurts die Goldmedaille gewann.

"Das war eine größere Hitzeschlacht als gehofft und gedacht. Ich bin als 50. mit meiner Zeit angereist, jetzt bin ich Fünfter, da kann ich natürlich zufrieden sein", sagte Linke im ZDF. "Natürlich träume ich nach wie vor immer noch von einer Medaille. Ich habe hinten raus richtig, richtig beißen können. Es war mental unglaublich hart heute."

Der Berliner Leo Köpp wurde 22., der Potsdamer Nils Brembach landete auf Rang 28.

Hoffnung für Lückenkempers Sprint-Staffel

Die deutschen Sprinterinnen haben souverän das Finale über 4x100 Meter erreicht und dürfen sogar leise auf die erste Medaille für eine deutsche Staffel seit 33 Jahren hoffen. Rebekka Haase (Wetzlar), Alexandra Burghardt (Burghausen), Tatjana Pinto (Paderborn) und die Berlinerin Gina Lückenkemper gewannen am Donnerstagmorgen ihren Vorlauf in 42,00 Sekunden und erzielten die insgesamt drittbeste Zeit.

Sendung: rbb24, 05.08.2021, 21:45 Uhr

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