Klimaneutralität bis 2045 - Cottbus startet Klimaschutzkonzept mit Bürgerbeteiligung

Mi 19.04.23 | 13:01 Uhr
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Altmarkt mit historischen Häusern und der Oberkriche St. Nikolai in Cottbus, Foto: IMAGO/Seeliger
Altmarkt mit historischen Häusern und der Oberkriche St. Nikolai in Cottbus | Bild: IMAGO/Seeliger

Um bis 2045 klimaneutral zu sein, will die Stadt Cottbus gemeinsam mit den Bürgern ein Klimaschutzkonzept aufstellen. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit.

Auftakt für die Erstellung des Konzeptes soll eine Veranstaltung am kommenden Donnerstag sein. Dafür müssen sich die Einwohner allerdings online anmelden [cottbus.de].

Ziel des Workshops solle es sein, sich über Ideen und Bedenken auszutauschen, heißt es von der Verwaltung. Diese sollen in die Arbeit am Konzept einfließen. Es soll um die Themen Bauen und Wohnen, Wirtschaft und Arbeit oder auch Energie und Mobilität gehen. Weitere Veranstaltungen seien in Planung.

Das Klimaschutzkonzept soll vom Fachgebiet Stadttechnik der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) erarbeitet werden. Der Prozess soll zudem durch eine sogenannte Klima-Kommission mit Vertretern aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft begleitet werden.

Nur 0,8 Prozent der Autos elektrisch

Bei der Veranstaltung am Donnerstag werde die BTU eine Analyse vorstellen, wo Cottbus im Bereich Klimaschutz steht, hieß es. Anschließend solle über die Themenfelder diskutiert werden, so der Stefan Korb, der in der Stadtverwaltung für Wirtschaftsförderung zuständig ist.

Hintergrund für das Cottbuser Klimaschutzkonzept ist das bundesweite Ziel, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen. "Das heißt wir müssen bis dahin unsere heutige Art zu Leben umstellen und das wird bin in den privaten Bereich eines jeden Einzelnen reichen", so Korb.

Als ein Beispiel, an dem gearbeitet werden müsse, nannte Korb den Verkehr in Cottbus. So müssten in etwa 20 Jahren alle Verbrennermotoren von Cottbuser Straßen verschwunden sein. Von den etwa 67.000 Fahrzeugen auf den Cottbuser Straßen seien bislang nur 0,8 Prozent voll elektrisch angetrieben. "Dann müssten Sie pro Jahr 3.000 elektrische Fahrzeuge neu zulassen oder sich überlegen, was Sie mit der bestehenden Fahrzeugflotte machen", so Korb.

Der Prozess bis zum fertigen Klimaschutzkonzept soll laut Korb etwa zwei Jahre dauern.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.04.2023, 14:30 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    "Sie ist die platzsparendste und effektivste Form der städtischen Elektromobilität."
    Nix gegen die Straßenbahn aber das glaub ich nicht. Das E-Bike dürfte deutlich besser da stehen auch wenn es nicht für jeden nutzbar ist.
    Für 1kWh/100 Personenkilometer müsste eine Straßenbahn stets mit >100 Menschen besetzt sein.
    Platz ebenso weil weder Gleisbett noch Oberleitung für Fahrräder benötigt wird.

  2. 10.

    Hat Cottbus nicht genug Baustellen? Die Stadtverwaltung träumt und träumt und träumt.

  3. 9.

    Unwirtschaftlichkeit oder Wirtschaftlichkeit misst sich nicht allein an Wirkungsgrad! Es gilt den gesamtbetriebsablauf zu betrachten. Hätten wir heute schon diese Busse wären sie preiswerter als der Diesel!

  4. 8.

    … die Prüfung liegt vor. Ergebnis wurde auf der StVV am 29.3 in der aktuellen Stunde vorgestellt. Aufzeichnung der Veranstaltung ist unter Cottbus.de/Politik… abrufbar. Danke für ihr Interesse!

  5. 7.

    So lange der Strom nicht Bio ist läuft mein 5.5 verrauchender,schon produzierter und bezahlter Benziner weiter,wie in Kuba.Nach dem Slogan und er läuft und läuft und läuft.Alles andere wäre ökologische Verschwendung, wie damals die Abfrackpraimie.Haupsache der , Verzeihung,Rubel sagt man ja nicht mehr,rollt.

  6. 6.

    Warum soll ich mir ein E Auto kaufen wenn es auf 100km genau so teuer oder noch teurer ist wie ein Benziner? Macht den Strom billiger um Anreize zu schaffen, sonst wird das nichts!

  7. 5.

    Ein kleiner Anfang. Gut so, dass die Bürger beteiligt werden. Das kommt dem von "Letzte Generation" geforderten Gesellschaftsrat schon nahe. So kann Klimaschutz schneller und demokratisch vorankommen. Die Umsetzung durch die Politik muss dann aber auch wirklich erfolgen und nicht wie so oft blockiert werden!

  8. 4.

    "Sie ist die platzsparendste und effektivste Form der städtischen Elektromobilität"
    Wo haben Sie denn diese "Weisheit" aufgegriffen. Trams benötigen jede Menge Verkehrsraum (oft reserviert nur für die Tram). Aber najaaaa...
    Mich wundert, wieso die O-Busse nicht attraktiv sind. Cottbusverkehr fabuliert über extrem unwirtschaftliche Wasserstoffbusse (Wirkungsgrad ca. 30%), andere (BVG)merken, dass die Batterie nicht das Non +Ultra ist. Aber kann mir jeman sagen, was an einem O-Bus so schlecht ist, zumal moderne Baureihen auch einige Kilometer ohne Fahrdraht bewältigen können.

  9. 3.

    Solange mitten in einem Wohngebiet von Cottbus stinkende Kohleöfen aus den 70igern ihr "Unwesen" treiben dürfen, brauchen wir auch nicht darüber zu lamentieren, wann ob und wie man modernste Öl- und Gasheizungen entsorgen sollte.
    Stinkende Kohleöfen(keine Kamine)im Jahre 2023 betrieben in einer angeblich modernen Stadt sind ein Unding, aber offensichtlich geduldet. Kann man, aber muss man nicht verstehen in Anbetracht der aktuellen Heizungsdebatte.

  10. 2.

    Die Klimaneutralität ist nicht zu erreichen. Die Verbrennerautos werden noch lange fahren und die Heizungen noch lange so heizen wie bisher. Für den Normalbürger ist das alles nicht zu bezahlen. Strom wird auch nicht immer genug da sein, es gibt dann die angebotsorientierte Energieversorgung.
    22 Jahre sind nicht mehr sooo lange. Das wird nichts.

  11. 1.

    ... und, wenn von Elektromobilität die Rede ist, gilt es, die Straßenbahn in den Fokus zu rücken. Sie ist die platzsparendste und effektivste Form der städtischen Elektromobilität. Nachdem sie grundsätzlich als gesichert gilt, müssen die Ausbaupläne endlich die Papier- und Dateiform verlassen und in die Realität umgesetzt werden - dies in Richtung Süden über die Autobahn hinaus und in Richtung Nordwesten, in Richtung Hochschulcampus. In Richtung des aufkommenden Ostsees sollte das zumindest geprüft werden.

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