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Audio: Antenne Brandenburg | 21.22.2022 | Helge Oelert | Quelle: Eva Kirchner-Rätsch/rbb

Winterhilfe für die Ukraine

Ukraine-Hilfe Lobetal schickt erneut Spenden in Kriegsgebiete

Mehrere Vereine aus Ostbrandenburg beteiligen sich an einer Winterhilfe für die Ukraine. Darunter ist auch die Ukraine-Hilfe Lobetal. Seit 30 Jahren unterstützt der Verein Menschen dort Menschen mit Hilfsgütern.

Elisabeth Kunze leitet die Ukraine-Hilfe Lobetal in Bernau (Barnim) ehrenamtlich. Sie hat den Verein vor 30 Jahren gegründet und arbeitet dort bis an die Belastungsgrenze. "Ich versuche es auf fünf bis sechs Tage zu beschränken, aber nicht immer gelingt es."

Seit der Krieg in der Ukraine ausgebrochen ist, herrscht fast täglich Betrieb in Lobetal. Im Halbstundentakt fahren Autos mit neuen Spenden vor das Gebäude des gemeinnützigen Vereins. Benötigt werden Dinge wie Hygieneartikel, Lebensmittel und Decken. Vereinsmitglied Lutz Reimann überreicht Kunze kleine Sparbücher, die bis zum Rand mit Centstücken gefüllt sind: "Zwei Rentner aus Ahrensfelde lassen herzlich grüßen. Ich weiß, dass die selber nicht so gut aufgestellt sind finanziell, aber die haben wirklich ihren Schatz für sie gesammelt."

Viele Helfer kommen selbst aus der Ukraine

Christliche Nächstenliebe ist ein zentrales Motiv für Elisabeth Kunze. Jeden Tag gibt sie eine Andacht für die zehn Helferinnen und Helfer, die beim Annehmen der Spenden, beim Sortieren, beim Verpacken und Verladen helfen.

Engpässe bei über 300 Medikamenten

Apotheker stellen Fieberzäpfchen und -säfte nun selbst her

Derzeit müssen Menschen auf Medikamente wie Kinderfieberzäpfchen und -säfte lange warten. Apotheker wie Robert Witzke aus Bad Freienwalde stellen die Arznei jetzt selbst her. Kurzfristig sei laut Apothekerkammer keine Lösung zu erwarten.

Die meisten stammen selbst aus der Ukraine. Einer von ihnen ist Roman Bevz, der auf seinem Handy regelmäßig die Nachrichten aus seiner Heimat verfolgt. "Ich muss dahinfahren, wo die Angriffe waren", erzählt er dem rbb. Verbunden ist das Engagement mit jeder Menge Arbeit: Fahrzeuge organisieren, Frachtpapiere ausstellen, Routen planen, Treibstoff organisieren und Ausfuhrgenehmigungen beantragen.

Für Kunze auch mit Risiko verbunden: "Chernihiv ist ja auch bekannt, dort gab es schwere Kämpfe auch starken Beschuss. Und am Anfang gab es auch Kinder, die im Keller verdurstet sind, weil es so dolle beschossen worden ist und Leute nicht mehr rausgekommen sind." Die Menschlichkeit bewahren in dieser düsteren Zeit bewahren, das ist ihr Ziel.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 20.12.2022, 19:00 Uhr

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