Griechenland - Verein aus Bad Freienwalde engagiert sich für Geflüchtete

Andreas Steinert
Audio: Antenne Brandenburg | 19.07.2021 | Michael Lietz | Bild: Michael Lietz/rbb

Die schlimme Lage vieler Geflüchteter aus Kriegsgebieten in Syrien und Afrika lässt einen Verein aus Bad Freienwalde nicht in Ruhe. Daher sind Mitglieder jetzt nach Griechenland geflogen, umzuschauen, wie man noch mehr helfen könnte. Von Michael Lietz

Eigentlich hat Andreas Steinert einen Traumjob. In Falkenberg, einem Ortsteil von Bad Freienwalde, gehört ihm das Restaurant Carlsburg - am Hang des nördlichsten Zipfels des Oderbruchs gelegen, der Blick frei in die Weiten des Tals. Und dennoch zieht es ihn immer wieder in die Ferne, dorthin, wo er helfen kann. 2016 war er zum ersten Mal bei einer Rettungsaktion im Mittelmeer dabei.

"Aus den Bildern oder Erfahrungen, die ich dort gesammelt hatte, haben mich nicht mehr losgelassen", sagt Steinert. Er habe sich Gedanken gemacht. "Ich bin ein aktiver Typ. Wenn Ideen hochkommen, dann setze ich die auch um", erklärt er seine Motivation.

Schnelle Hilfe aus Bad Freienwalde

Ende 2019 nach dem tödlichen Brand im Flüchtlingslager Moria und den Berichten aus völlig überfüllten Lagern, rief Andreas Steinert in Bad Freienwalde spontan zu Spenden auf. Kaum ein halber Monat später startete der erste Laster in Richtung Mittelmeer und in Märkisch-Oderland gründete sich der Verein "Wir packens an". Trotz Corona stieg die Spendenbereitschaft von Monat zu Monat an.

"Im letzten Jahr haben wir, so glaube ich es, mit der Winteraktion 25 Sattelzüge runter nach Griechenland geschickt, haben jetzt unsere Aktivitäten noch ausgebaut", so Steinert. Man sei jetzt nicht nur in Griechenland unterwegs, sondern auch in Bosnien-Herzegowina. 2020 sei man sogar bis nach Syrien mit Hilfslieferungen vorgestoßen.

Und die nächsten Sattelzüge sind bereits auf dem Weg. Einer wird am Dienstag in Athen erwartet und an örtliche Hilfsorganisationen übergeben. In Athen ist die Lage derzeit besonders prekär, sagt Vereinschef Andreas Steinert. Etwa 40.000 Flüchtlinge müssen dort auf der Straße oder in leeren Häusern campieren, nur noch schwer erreichbar für die Hilfsorganisationen. Steinert will dort jetzt nach dem Rechten sehen, will schauen, wie man dort helfen könne.

Viele Obdahlose rund um Athen und Thessaloniki

"Auf der kleinen Insel Chios haben wir uns im letzten Jahr uns sehr engagiert. Da waren im Juli etwa 7.000 Menschen in den Camps und außerhalb. Jetzt sind es noch 800. 90 Prozent der Menschen sind nun auf dem griechischen Festland in Athen und Thessaloniki." Diese große Anzahl an Menschen sei dort obdachlos und das führe zu rieseigen Problemen. Daher helfe man auch rund um Athen.

Steiner weiß, dass er all die riesigen Probleme mit seinem Verein nicht lösen wird. Und dennoch werden sie weiterhelfen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.07.2021, 14:40 Uhr

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