Eine Hausfassade in Berlin. (Quelle: dpa/Schoening)
Bild: dpa/Schoening

Mietendeckel in Berlin - Vonovia hält Mietnachforderungen für "unwahrscheinlich"

Eine Verfassungsklage könnte den Berliner Mietendeckel noch zum Kippen bringen. Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia will auch bei einem Erfolg der Klage in Karlsruhe seine Mieter wohl nicht nachträglich zur Kasse bitten.

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia will auch bei einem Erfolg der Verfassungsklage gegen den Berliner Mietendeckel voraussichtlich keine Nachforderungen an seine Mieter in der Hauptstadt stellen.

Sollte Karlsruhe den Mietendeckel für ungültig erklären, hätten die Wohnungsunternehmen wohl die Möglichkeit, die Mieten rückwirkend einzufordern. "Ob wir davon Gebrauch machen würden, halte ich in der aktuellen Situation für eher unwahrscheinlich", sagte Vorstandschef Rolf Buch am Dienstag bei der Hauptversammlung von Vonovia in Bochum.

Vonovia besitzt in Berlin etwa 42.000 Wohnungen. Bei zwei Drittel von ihnen musste trotz des neuen Gesetzes die Miete nicht gekürzt werden, sagte Buch. Deshalb seien die finanziellen Folgen des Mietendeckels mit rund 10 Millionen Euro pro Jahr für Vonovia kein wirtschaftliches Risiko.

Vonovia-Chef erwartet weiteren Druck

Die Branche solle nicht erwarten, dass bei einem Erfolg der Klage alles wieder so wird wie vorher, sagte Buch. Selbst wenn das Bundesverfassungsgericht den Mietendeckel ganz oder in großen Teilen für verfassungswidrig erachte, "halte ich eine Rückkehr zur Situation von vorher für nahezu ausgeschlossen", so Buch. Er erwarte "weiteren politischen Druck". Fest stehe aber auch, dass der Mietendeckel den Bau dringend notwendiger neuer Wohnungen in Berlin erschwere.

Mietendeckel seit Februar in Kraft

Der vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossene, bundesweit bisher einmalige Mietendeckel war Mitte Februar in Kraft getreten. Danach werden die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen in der Hauptstadt zunächst auf dem Stand vom Juni 2019 eingefroren und dürfen ab 2022 höchstens um 1,3 Prozent jährlich steigen. FDP und CDU/CSU im Bundestag haben dazu eine Normenkontrollklage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Sendung: radioeins, 30.06.2020, 16 Uhr

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36 Kommentare

  1. 36.

    "Staatliche Regulierung wie der Mietendeckel schafft erst recht Probleme, weil Planungsunsicherheit zu Nichtbau führt." @Eleonora - mir ist bewusst, dass Sie wirklich alles konstruieren, um dem Mietendeckel negative Auswirkungen zu attestieren, aber wären Sie eventuell so freundlich und belegen diese Behauptung siehe oben? Bauherren haben Planungssicherheit, denn der Mietendeckel greift nicht bei Neubauten. Also wo genau soll das Unsicherheits-Problem genau sein? Die Mietpreise für Wohnraum in Neubauten sind eben nicht reguliert und wer tatsächlich bauen kann und möchte (trotz der explodierten Baupreise), kann das bekanntlich tun. Ihre kruden Kommentare Richtung "jeder sollte Eigentum anschaffen" sind eigentlich nicht kommentierenswert - aber gern wieder: wovon sollen die einkommensschwachen Haushalte denn bitte Eigentum kaufen bei den aktuellen Preisen? Und wo soll bitte ein so deutliches Wohnraum-Überangebot herkommen, Sie kennen die Möglichkeiten in den Baufläche in/um Berlin?

  2. 35.

    Der Mietendeckel schafft sehr wohl Vertrauen - zum Beispiel bei Mietern in der Stadt. Denn es ist offensichtlich, dass er einen ernsthaften Versuch des Senates darstellt, das Problem der Mietpreisentwicklung in der Stadt zu lösen. Es geht in der Diskussion nicht nur um die Interessen von Eigentümern, sondern auch die der Mieter. Nicht weniger wichtig: auch um das Interesse der Allgemeinheit z.B. Verdrängungen einkommensschwächerer Mieter zu verhindern und einen sozialen Mix in der Stadt sicherzustellen. Die Problemanalyse bzgl. der explodierenden Baupreise (also Fokusthema "Neubau", aber! nicht "Bestandsmieten")ist korrekt, allerdings versuchen Sie daraus einen negativen Rückschluss auf den Mietendeckel zu konstruieren und behaupten, dass der Mietendeckel zu einem "Vertrauensverlust" bei Baukonzernen führt. Das Problem ist, wenn überhaupt die unsichere Rechtslage, aber auch das ist wenig überzeugend, denn Neubauten sind vom Mietendeckel schlicht nicht betroffen...

  3. 34.

    @Webansen. Ich denke auch, dass wir in Berlin nur mit dem Bau von Hochhäusern die Wohnraumknappheit bekämpfen können. Mit Baugenehmigungen kenne ich mich nicht aus, aber kann man nicht auch einigermaßen zentral und trotzdem einfach und günstig bauen? Eine Überbauung der Supermärkte ist lange im Gespräch, vielleicht folgen mal Taten. Größere Betriebe sollten durch Steuererleichterungen dazu animiert werden Betriebswohnungen zu bauen. Auf dem Tempelhofer Feld könnte man ein ganzes Tinyhouse Dorf für Studenten in kurzer Zeit bauen. Ich denke, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Unsere Bauverhinderungssenatorin will scheinbar nicht .

  4. 33.

    Zum einen könnte die Stadt Wohnhäuser mit bis zu 60 Meter Höhe am Stadtrand günstig bauen. Jedoch wird dies politisch nicht durchsetzbar sein. Es würde zwar viel Wohnraum schaffen, jedoch wäre dann das Thema Verdrängung wieder da. Da wo die Linken über Jahrzehnte bewiesen haben, wo sie im Bauen gut sind, können sie aufgrund der Verdrängung nicht mehr ausführen.

    Daher werden Wohnhochäuser ebenfalls nur teurer und in guten Lagen gebaut.

    Spekulation mit Grundstücken gilt es zu vermeiden. Baugenehmigung müssen auf 1-2 Jahre verkürzt werden, innerhalb dieser Zeit müssten Bauträger dann auch tatsächlich mit den Arbeiten beginnen, sonst verfällt die Genehmigung.

    Ein Förderprogramm aufstellen für günstiges Bauen z.B. keine Balkone, keine Stellplätze, kein Aufzug, keine Lüftungssysteme, einfacher Boden, doppelgleisige Fenster usw. man könnte eine bestimmte Anzahl von Genehmigungen jährlich erteilen. Günstige Mehrfamilienhäuser ohne Luxus.

  5. 32.

    @Webansen. Sie haben absolut Recht. Die Baukosten samt Nebenkosten sind zu hoch. Aber an welcher Preisschraube kann man drehen, ohne neue Probleme zu schaffen? Beim Erstkauf die Grunderwerbsteuer streichen? Die Maklercourtage auf 3,5% senken? Billige Fliesen, Laminat, Sanitärobjekte verteuern die Kosten langfristig, weil sie schneller erneuert werden müssen. Verzicht auf Balkone? Mir fällt nichts anderes realistisches ein. Langfristig werden sich Großstadtbewohner mit kleineren Wohnungen und längeren Wegen abfinden müssen. Frühzeitiger Kauf schützt vor Altersarmut. Staatliche Regulierung wie der Mietendeckel schafft erst recht Probleme, weil Planungsunsicherheit zu Nichtbau führt. Die hohe Nachfrage kann nur durch noch größeres Angebot bedient und reguliert werden. Spätestens beim Überangebot fallen die Preise von alleine. Ob wir das noch erleben?

  6. 31.

    @foolsgarden. Bzgl. der Lohnerhöhungen bin ich der Meinung, dass diese bundesweit angepasst werden müssen, das ist überfällig. Der Senat hat doch vor kurzem für seine Bediensteten ganz fix eine Berlinzulage für diejenigen gewährt, die unter 5000€ verdienen. Von den Diätenerhöhungen will ich besser nicht reden. Berlin muss raus aus seiner Sonderstellung und Hauptstadtniveau erreichen, die Mauer ist längst weg. Ebenso muss sich Berlin von der 'Mieterstadt' verabschieden und endlich selbst kaufen. Regional begrenzte Abenteuer wie der Mietendeckel in Berlin, können nicht funktionieren. Billige Mieten setzen billige Baukosten voraus. Bleiben die Baukosten hoch, muss der Deckel scheitern.

  7. 30.

    @foolsgarden. Ja, aus meiner Sicht ist es unumgänglich Einkommensschwache direkt mit Wohngeld zu unterstützen, weil die sozialen Aufgaben in erster Linie dem Staat obliegen und dafür kassiert er Steuern. Mit dem Mietendeckel können Sie nicht steuern, dass nur die wirklich Bedürftigen profitieren. Warum sollen die Besserverdienenden gewinnen? Der Deckel verprellt private Investoren, weil man nur dann ein Risiko in Kauf nimmt, wenn man auch gewinnen kann. Sie überschätzen die Leistungsfähigkeit vieler privater Vermieter. Hat man selbst Familie, dann muss man diese unterhalten und hat nichts zu verschenken.

  8. 29.

    @foolsgarden. Das Feindbild des gierigen Vermieters sollten Sie als erstes aus Ihrem Kopf bekommen. Die Ursachen für die Mietexplosion ist die Geldflut der EZB, die Finanzkrise vor ca 10 Jahren, die 0 Zinspolitik und das fallende Rentenniveau. Dadurch wurden Wohnungen in Berlin aufgekauft und verteuert, denn internationale Investoren haben ihr Geld gerettet, über die Grenze gebracht und Ferienwohnungen vermietet. Rentner müssen zunehmend privat vorsorgen und vermieten. Die Vollbeschäftigung bei Handwerkern ließ die Preise steigen. Alle Kosten bzgl. des Immobilienkaufs sind gestiegen. Diese Spirale kann man nicht durchbrechen, indem man die Mieten senkt, denn der Vermieter gibt seine Kosten an den Mieter ja nur weiter. Fallende Baukosten, die ich mir auch wünsche, würden eine Gegenspirale in Gang setzen und neue Probleme schaffen. Berlin wird den Kampf gegen den Markt verlieren, weil man die Zeit nicht zurückdrehen kann.

  9. 28.

    Es ist vollkommen richtig, dass schneller und günstiger Bauen ist wichtiger denn je. Denn bezahlbarer Wohnraum fehlt überall. Wer ein Haus bauen möchte, muss aber deutlich mehr Vorschriften beachten als vor einigen Jahrzehnten. Die Kosten durch die Auflagen u.a. Brandschutz, Dämmung, Heizung, Lüftung, Stellplätze, Außenanlagen, Barrierefrei, Leitungsanlage. usw.

    Zudem fallen Sozialwohnungen fallen aus der Preisbindung, Bauland ist knapp und wird immer teurer, daher können sich normale Familien mit Kindern eine Neubauwohnung kaum mehr leisten.

    Deswegen sollten Städte der Immobilienwirtschaft ermöglichen bezahlbaren Wohnraum überhaupt zu bauen. Mit dem Mietendeckel schafft man kein Vertrauen und die Baukonzerne warten erstmal ab und investieren nur das nötigste.

  10. 27.

    Liebe Eleonora, ich sollte also realisieren, was Sie vermuten bzw. als Ihre "Wahrheit" anpreisen? Was macht denn eigentlich Ihre Thesen/Wahrnehmungen richtiger als meine? Diese Logik erschließt sich mir nicht, da Sie ja weniger argumentieren als behaupten. Zu Ihren selbst aufgestellten Fakten (die wiederum Thesen ihrer bevorzugten Wirtschaftstheorie bzw Perspektive sind): 1 + 2 lasse ich mal so stehen. Aber warum sollten Private es nicht schaffen, analog der landeseigenen Wohnungsgesellschaften fair und bezahlbar zu bauen? Allerdings sehe ich hier weniger börsennotierte Immobilienunternehmen oder Renditeobjekt-Goldgräber als Akteure, statt bspw. fördernswerte Genossenschaften - Stichwort "gemeinwohlorientierte Bauträger". Warum fordern Sie eigentlich nicht "Baupreise runter"? Gegen höhere Löhne habe ich rein gar nichts, aber gegen Augenwischerei. Sie wissen so gut, wie ich, dass diese nicht kurzfristig und flächendeckend vom Himmel fallen werden - insofern ist dieses Argument bzw. die Scheinforderung doch etwas unredlich. Zumal die Logik dahinter absehbar endlich ist. Oder wie haben Sie sich das konkret in der Realität gedacht - sobald ein Vermieter die Miete (egal aus welchen Gründen) erhöht, kann der jeweilige Mieter eine Lohnerhöhung bei seinem Arbeitgeber einfordern? Utopia lässt grüßen. "Bedürftige" sollen also einen staatlichen Mietzuschuss erhalten - auch hübsch. D.h. ich als Steuerzahler zahle für erhöhte Sozialausgaben drauf - Hauptsache die Rendite von Spekulanten stimmt? Und wann fängt denn diese "Bedürftigkeit" genau an? Sie blenden ja gern aus, dass es tausende Arbeitnehmer, Familien, Rentner usw. gibt, die bereits mehr als 40% Ihres Einkommens für Miete ausgeben... nach Ihrer Logik müssten also alle diese Menschen mit Steuergeldern bezuschusst werden. Haben Sie vielleicht auch noch einen realistischen Vorschlag anzubieten?

  11. 26.

    @foolsgarden. Vielleicht können wir mal 3 Fakten festhalten: 1. Der Staat wird niemals für alle Bürger Wohnungen zur Verfügung stellen können und diese auch instandhalten. 2. Man wird immer darauf angewiesen sein, dass Privatleute bereit sind in Immobilien zu investieren und diese zu vermieten. 3. Ohne eine angemessene Rendite, diese liegt im Schnitt bei 1,5 - 2,5%, wird kein vernünftiger Investor sein Geld verpulvern. Wir werden uns alle damit abfinden müssen, dass bei diesen hohen Baukosten nicht im einstelligen Eurobereich vermietet werden kann. Der Mietendeckel begünstigt alle, aber es brauchen nur Bedürftigte einen Mietzuschuss. Sie sollten langsam realisieren, dass dieser Deckel den Wohnungsmarkt langfristig zerstört. Höhere Löhne muss das Ziel sein und nicht niedrige Mieten.

  12. 25.

    Wunderbar, dass sind die Zahlen und was gibt der BBU als Gründe an? Politische Unsicherheit, extrem gestiegene Baupreise (letztlich auch Grundstückspreise) und auch Corona... Zumal der Mietendeckel für Neubauten ab 2014 sowie verschiedene Sozialbauten eben auch nicht gilt. Hier also leider nicht als Ursache herangezerrt werden kann. Und zu den Verzögerungen bei Genehmigungen - vielleicht lohnt sich auch hier der Blick hinter die Zahlen: warum wird denn zB nicht genehmigt (auch hier hatte der rbb24 berichtet)? Ein bisschen ehrlich machen, muss man sich schon, wenn man Zahlen und Fakten kommuniziert. Ansonsten ist das, als ob man einfach nur die Schlagzeile liest, nicht aber den gesamten Artikel...

  13. 24.

    Ich habe genau konkretisiert, was an dem Statement des BBU - nunja - hinterfragenswert ist und warum. Der BBU ist eben nicht einfach eine neutrale Informationsquelle, sondern die Angaben des Interessenverbandes sollten eingeordnet werden, teilweise hinterfragt. Die Definition von Durchschnittsmieten (und wie aussagekräftig ein Durchschnitt so ist) ist ihnen sicher bewusst. Den dramatischen Anstieg der Mieten in Berlin können Sie selbstverständlich gern weggreden, komisch nur, dass die Branche in verschiedenen Wohnungsmarltberichten diesen selbst verzeichnet und auch z.B. die Deutsche Wohnen diesen in ihren Geschäftsberichten immer wieder als tollen Erfolg dokumentiert. Ansonsten produzieren Sie viel "heiße Luft": Ihre Behauptung, dass Neubauten verhindert werden, ist das Gegenteil von dem, was der Senat bereits tut. Einerseits in der eigenen landeseigenen Bauoffensive und andererseits in der Verhandlung ggü Privaten, die nun auch in die Pflicht genommen werden, nicht am Bedarf vorbei zu bauen, sondern eben auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ich bin sehr gespannt, wieviel die Deutsche Wohnen und Vonovia nun bauen - wenn ich mir anschaue, wieviele Sozialwohnungen hier nach den günstigen Aufkäufen vor etlichen Jahren systematisch abgeschafft worden.. Traurig! Und nochmal: Investitionen sind schon möglich und über 70% der BBU Mitglieder spricht eben nicht davon, gar nicht mehr investieren zu wollen... Ihr Artikel, Sie müssen Ihn halt nur lesen.

  14. 23.

    Man kann sich auch immer versuchen rauszuwinden und gegen alles zu sein. Der BBU hat in Berlin 729.000 Wohnungen mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 6,28 Euro.

    Jetzt frag man sich was das für böse Immobilienkonzerne sind, die in einer Weltmetropole so „teure“ Mieten verlangen.

    Man kann immer gegen alles und jeden sein, jedoch scheint das Gefühl über Immobilienkonzerne schlimmer zu sein, als diese tatsächlich sind.

    Wenn man den Neubau und Modernisierungen nicht fördern möchte, bekommt Berlin einen Stillstand. Dieser bedeutet Verschärfung der Wohnungsnot und auf längerer Sicht den Verfall der Häuser.

    Der Mietendeckel macht einfach jede Investition zu Nichte, dies wird die Berliner Wohnungspolitik für Jahre weiter zurückwerfen. Das Ziel von Frau Lompscher geht somit voll auf.

  15. 22.

    @foolsgarden. Die Baufertigstellungen erreichen ein minus von -27,1%. Statt 7513 Wohnungen werden nur 5475 fertig. Die Berliner Genossenschaften halbieren die Zahl von 840 auf 479 W. Baubeginnerrate reduziert sich auf Minus-43%. Baugenehmigungen -1676 oder 10,1%. Besonders interessant, statt geplanter 8500 Sozialwohnungen werden im 1.Quartal nur 3 fertig! Außerdem verzögern sich 32% der Neubau-, und Sanierungsprojekte aufgrund fehlender Genehmigungen. Das eine weitere Reduzierung des Angebots bei steigender Nachfrage zu einer Verbilligung der Preise bei stark steigenden Kosten führen soll, kann nur Wunschdenken sein und wird es auch bleiben.

  16. 21.

    Haben Sie den zitierten Artikel denn vollständig gelesen inkl. Kommentar v. Frau Schmidberger? Zumindest sollten Ihnen folgende Aspekte kritisch auffallen: 1) Der Mietendeckel gilt explizit nicht bei "Neubauten (bezugsfertig ab 1.1.2014), Sozialwohnungen, Wohnungen in Wohnheimen und Trägerwohnungen" 2) Der BBU benennt als Ursache für die Bau-Zurückhaltung einiger Mitglieder (gestaffelt Angaben, ca. 25% sprechen von Komplettverhinderung) was? - Die unsichere Planungssituation, nicht die Mietpreisregulation an sich. 3) Und was noch? Die extrem gestiegen Baupreise! (7% v. 2018 zu 2019) 4) Reflektionen erfolgen auch in puncto Corona, die Krise führt selbstverständlich ebenso zur Zurückhaltung. 5) Wer sind denn diese Mitglieder des BBU - neben dem landeseigenen Wohnungsgesellschaften und etlichen fördernswerten Genossenschaften? Hier finden sich hier u.a. auch Deutsche Wohnen, Vonovia, Banken, Immobilienfonds und - Verwaltungen, Vodafone, Telecolumbus, Vattenfall und Gasag. So und nun die kleine Suggestiv-Frage: was bauen denn diese Unternehmen, wenn Sie denn überhaupt bauen und mit welchem Ziel? Richtig, hoch im Kurs stehen hochpreisige Immobilien bzw. attraktive Renditeobjekte. Für die Beurteilung der BBU "Warnung" und der in den Raum gestellten Zahlen ist das nicht ganz unwichtig oder? 6) Weniger Ausgaben für Modernisierungsmaßnahmen: ist das denn per se schlecht? Wir kennen etliche Mieter-Berichte der Mietervereine, wo ausschließlich wegen der Modernisierungsumlage und der Mietpreissteigerung modernisiert wurde. Wenn nun mit anlassorientierter modernisiert wird und zB auch bei energetischen Modernisierungsmaßnahmen endlich mal Einsparungsnachweise erbracht werden müssten - super!

  17. 20.

    Bezüglich der Investitionen im Neubau, Modernisierung und Instandhaltung unter dem Deckel, hat der Tagesspiegel aktuellen Bericht veröffentlicht.

    https://www.google.com/amp/s/amp.tagesspiegel.de/berlin/berlins-groesster-wohnungsverband-warnt-vermieter-erwarten-einbruch-der-neubauzahlen/25968922.html

    Wenn die Wohnungsbaugesellschaften schon keine Investitionen mehr tätigen, wer dann.

  18. 19.

    Angenehm - ein Austausch, der ehrlich unterschiedliche Interessen, Wünsche, Visionen anerkennt. Tatsächlich unterscheiden wir uns vermutlich nicht nur in der unterschiedlichen Einordnung von Maßnahmen, sondern auch in den quasi Visionen - eventuell auch in den Erfahrungen. Für mich ist sichtbar, dass die Mietpreisbremse bisher kein funktionales Instrument war, um Verdrängungen und die Mietpreisspirale in der Stadt zu verhindern. Deshalb ist der Mietendeckelvorstoß und dessen Signalwirkung aus meiner Sicht angebracht. Er wird sich genauso beweisen ggf. adjustieren müssen, wie andere Instrumente vorher auch. Es gibt im internationalen Vergleich keine 100%-Lösung. Die Umstände, Erfahrungen und daraus resultierende Thesen zur Mietenregulierung sind recht unterschiedlich. Das gilt auch für den 2019 neu-aufgelegten New Yorker Mietendeckel. International erkennbar ist in jedem Fall, dass eine Mietregulierung allein, sicherlich keine langfristige Lösung bietet. Ein Mietendeckel muss mit weiteren Massnahmen einhergehen - u.a. dem verstärkten Neubau und genau das ist in Berlin geplant und bereits seit 2017 in "Bau". Hier sind bekanntlich die landeseigenen Wohnungsgesellschaften dabei, wirtschaftlich tragbar, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Schauen Sie gern in die Berichte der Privaten - wie viel bezahlbaren Wohnraum haben die bisher geschaffen? Bzgl. der sozialpolitischen Verantwortung: da halte ich es mit dem Grundgesetz, das immer auch einen fairen Ausgleich, um des sozialen Friedens berücksichtigt. Schwarz-Weiß-Denken braucht es nicht: eine Investition kann sich doch auch mit kleinerer stabiler Rendite lohnen. Einen Anspruch auf Spekulationen halte ich jedenfalls nicht für vertretbar und redlich.

  19. 18.

    Ist "ideologisch" jetzt das neue (nichtssagende) Superargument gegen alles und jeden, wenn einem der Inhalt nicht passt? Ich bin mir sehr sicher, dass auch Sie einer "Ideologie" (eigtl. meinen Sie wohl Wirtschaftstheorie) anhängen - vielleicht der Neoklassik? Immerhin folgten dann doch noch Argumente, wenngleich Ihre Thesen hier schon etwas erstaunlich sind. Einerseits ist es eben bekanntermaßen nicht so, dass sich alle relevanten Mietmarkt-Player nun schlagartig aus dem Markt zurückgezogen hätten. Natürlich bleibt immer noch etwas zu holen, wenn auch etwas weniger. Entsprechende Artikel bei rbb24 haben Sie sicherlich auch gelesen. Andererseits sind verschleppte Instandhaltungen, die nach und nach zu umlagefaehigen Modernisierungsmaßnahmen verzögert wurden, ja nun nicht gerade eine Seltenheit in Berlin - gern und gerade bei Altbauten. Ansonsten gucken Sie in die Glaskugel und machen einfach nur etwas interessenbasierte Stimmung gegen den Mietendeckel. Ob die Fluktuation tatsächlich langfristig abnimmt und der Wohnraumanspruch überbordend nachteilig steigt, wird sich zeigen müssen. Es ist reichlich unseriös, dass zum jetzigen Zeitpunkt inkl. Corona-Situation ableiten zu wollen. Das Schöne an der Kritik am Mietendeckel ist ja eigentlich immer die einfache Ruckfrage: wie soll denn aus Ihrer Sicht, die Problematik der einerseits dramatisch steigenden Mietpreise für Bestandsmieter und des zu wenigen Wohnraumes Stand jetzt, kurz- und mittelfristig gelöst werden?

  20. 17.

    Durch Ihrer ideologischen "Weitsicht" und Befürwortung für Zwangsenteignungen durch den Mietendeckel, wird die Wohnungspolitik nicht verbessert. Genauso wenig, als wenn der Staat den Klimawandel aufhalten möchte durch Mindestpreise für Elektroautos. Autohersteller werden auf ihre Kosten dazu verpflichtet jedem Bürger ein günstiges E-Auto zur Verfügung zu stellen.
    Jeder Vorteil hat Nachteile.
    1. Bestandsmieter bezahlen Mietendeckelpreise.
    Vorteil - Der Mieter hat erstmal monatlich weniger Ausgaben.
    Nachteil - Vermieter investieren weniger Geld in die Baussubtanz des Hauses. Finanzierungen bei der Bank neu berechnen und ggf. fehlt die Deckung. Fluktuation der Bestandsmieter geht stark zurück.

    2. Neumieter bezahlen Mietendeckelpreise
    Vorteil - Neumieter erhalten günstigen Wohnraum
    Nachteil – Neumieter wollen mehr Wohnraum, Wohnungssuche wird schwerer, Vermieter verkaufen Ihre Wohnungen, Renovierungen werden nicht mehr durchgeführt.

    Weitere Beispiele finden sich schnell

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