Potsdam - Kita-Kinder eingesperrt? Träger lässt Verdacht untersuchen

So 22.01.23 | 11:28 Uhr
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Symbolbild: Ein Kind sitzt auf dem Boden und steckt Bausteine zusammen. (Quelle: dpa/Winfried Rothermel)
Bild: dpa/Winfried Rothermel

Nach Vorwürfen gegen zwei Erzieherinnen einer Potsdamer Kita, Kinder eingesperrt zu haben, lässt der Träger den Verdacht untersuchen. "Wir sind mitten in der Klärung", sagte der Vorstandsvorsitzende der Hoffbauer-Stiftung, Frank Hohn, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Die kirchliche Stiftung betreibt die Kita, in der die Vorwürfe zu personellen Konsequenzen führten. Es geht um zwei Erzieherinnen, die Kinder eingesperrt und gezwungen haben sollen, auf die Toilette zu gehen, wie Hohn sagte. Es handele sich dabei um bis zu fünf Kinder. Hohn sprach von "subtilerer Art von Gewalt". Es seien keine Kinder geschlagen worden.

Zwei Erzieherinnen freigestellt

Die zwei Erzieherinnen seien vom Dienst freigestellt, sagte Hohn. Die Vorwürfe, die seit Anfang Januar bekannt seien, seien auch dem Jugendamt und dem Bildungsministerium als Aufsichtsbehörden gemeldet worden.

Die nicht selbst betroffene Leiterin sei versetzt worden. Zudem gebe es Gespräche mit Eltern, werde auch versucht, mit den Kindern "über diese Situation in Kontakt zu kommen". Externe Fachleute würden dazugeholt.

Die Hoffbauer-Stiftung betreibt nach eigenen Angaben 19 Kitas in Brandenburg. In der betroffenen Integrationskita in Potsdam werden laut Hohn bis zu 86 Kinder mit und ohne Förderbedarf im Kindergartenalter betreut.

11 Kommentare

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  1. 11.

    Integrative Kita und schön hohe Kostensätze kassieren, aber für geeignetes Pesonal kein Geld. Was denken sich diese Leute? Gott sieht doch alles.
    Gleichsam möchte ich gestehen, dass ich meine Kinder zuweilen aufs Töpfchen gezwungen und im Laufgitter inhaftiert habe.

  2. 10.

    Ich verstehe, dass einige, was vorgefallen sein soll, nicht schlimm finden.
    Empathie ein Fremdwort.

  3. 9.

    Dankeschön fürs lesen. Wollen Sie nocheinmal mein Kommentar anders lesen und verstehen? Ich sehe überwiegend Verantwortung bei den Profis für Ihre Schützlinge. Und sie wissen wie man es macht. Anders als viele Eltern, die gerne das auch könnten. Aber warten wir das Ergebnis ab...
    Zu gerne stelle ich mich dann.

  4. 8.

    "Wenn ich die ersten 3 Kommentare lese, wird mir übel." Mir auch, vor allem, weil es trotz "nichts-genaues-weiß- man-nicht" schon "personelle Konsequenzen" und eine Versetzung gegeben hat. Was stimmt denn da nicht? Nur aufgrund des "Verdachtes" an die Presse zu gehen....

  5. 7.

    Wossi, Sie kommentieren gerne und viel hier im RBB-Kontext und oft auch mit der gewissen Portion Schärfe, die es braucht. Hier finde ich Ihren Kommentar aber total unangebracht (oder verstehe ihn falsch..):
    Wenn mei Kind nicht aufs Töpfchen gehen will, warum auch immer (darüber haben Sie sich keine Meinung zu bilden), dann darf eine Person, die mein Kind in seine Obhut nimmt, es nicht solange in der Toilette einsperren, bis es den Willen dieser Person erfüllt. Das geht nicht! Das zu Relativieren, in dem man Eltern vorwirft, sie könnten ihre Kinder nicht mehr erziehen ist nicht in Ordnung. Wissen Sie nämlich, dass mein Kind nach solch einer Aktion gar nicht mehr auf die Toilette geht und das sehr unangenehm für beide Seiten ist? Denn zu Hause war alles gut und alles hat geklappt, nur in der Kita fühlte sich das Kind unwohl auf der Toilette. Bei der Geschichte wundert mich das auch nicht, denn da wurde vorher unnötiger Druck aufgebaut. Also bitte, bitte wieder mehr Würze im Urteil. ;)

  6. 6.

    Vielleicht sollten Sie vor dem Kommentieren das bisher Geschriebene erstmal verstehen. Ansonsten wird mir übel...

  7. 5.

    Krass das es erst jetzt publik geworden ist, wundert mich in der Einrichtung nicht.

  8. 4.

    Wenn ich die ersten 3 Kommentare lese, wird mir übel.
    Weder ist das Abschieben und 100 % Betreuung noch zu verharmlosen.
    Eltern müssen arbeiten um Geld zu verdienen. Die wenigsten schieben ihre Kinder zur Erziehung in die Kita ab.
    Und oben Beschriebenes zu verharmlosen, weil es schlimmeres gibt, ist wirklich herzlos.

    Ich kann mich auch an Schlimmeres erinnern ( Musste mich auf den Boden legen und mir in den Bauch treten lassen, weil ich eine Ameise zertreten habe. ), möchte aber nicht, dass mein Kind eingesperrt wird, weil es einen eigenen Willen hat.
    Wo fängt Gewalt an, was ist akzeptabel?
    Für die 3 ersten Kommentare habe ich nur Abneigung übrig.

  9. 3.

    Eltern sollten die Erziehung ihrer Kinder wieder verstärkt selbst übernehmen. Anstatt die Kleinen in die 100%-Fremdbetreuung zu geben und sich dann zu wundern, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Für die Kita-und Schulbetreuung gilt, Eltern müssen stärker eingebunden werden. Dann werden Dinge, die schief laufen, schneller erkannt und können korrigiert werden. Viele Eltern glauben aber, die Fremdbetreuung ist ausreichend. Das funktioniert schon... Eltern sind oft lieber, Freunde ihrer Kinder...

  10. 2.

    Im Vergleich zu dem, was meinen Kindern in staatlichen Kitas in Brandenburg widerfahren ist, ist das, was geschildert wurde, zwar unschön, aber im Vergleich zu meinen Erlebnissen harmlos.

  11. 1.

    In anderen Medien war sogar, a la Bild, MAZ, von Gewalt in Überschriften zu lesen....
    Man kann sich denken was passiert ist, wenn die Kinder endlich mal den Topf benutzen sollen statt...Elternerziehen.....geht es in der Kita andersrum?

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