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Quelle: dpa/Janine Schmitz

Gedenken an NS-Opfer

Berlin bekommt sechs weitere Stolpersteine für schwarze Menschen

Sechs sogenannte Stolpersteine sollen künftig an schwarze Menschen, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind, erinnern. "Die sechs Stolpersteine, die nun folgen sind ein wichtiger und längst überfälliger Schritt", sagte Tahir Della, der die Museen Tempelhof-Schöneberg als Experte zu Antirassismus berät, am Freitag. Die Museen Tempelhof-Schöneberg verlegen die Stolpersteine. Damit solle auf die spezifische Verfolgung schwarzer Menschen in der NS-Zeit aufmerksam gemacht werden.

Angedacht sind die Denkmäler für Ludwig M'bebe Mpessa, Hans-Joachim und Zoya Gertrud Aqua Kaufmann. Ebenso sind Stolpersteine für Benedikt Gambé, Charlotte Rettig und Erika Diek, später Ngambi ul Kuo, eingeplant. Um letztere geht es auch in der Ausstellung "Auf den Spuren der Familie Diek. Geschichten Schwarzer Menschen in Tempelhof-Schöneberg".

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"Seine Geschichte hat mich nicht mehr losgelassen"

Erst im Jahr 2017 erfährt die Berlinerin Xenia Trost, dass sie einen Großonkel hatte, der im KZ Ravensbrück 1942 umgekommen ist. Sie will wissen, was für ein Mann Gustav Herzberg war und beginnt eine intensive Recherche.

Alle sechs Opfer haben eine Zeit lang im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg gewohnt und wurden von den Nationalsozialisten verfolgt.

Stolpersteine größtes dezentrales Mahnmal der Welt

Die Verlegungen sollen am Mittwoch (12.00 Uhr, Berlin-Prenzlauer Berg), so wie am 13. Mai und am 26. August stattfinden. Die Stolpersteine sind nicht die ersten, die in Berlin für schwarze Opfer des Nationalsozialismus gesetzt werden. Etwa 2021 gab es bereits Denkmäler für weitere Opfer.

Stolpersteine sind Pflastersteine, die mit einer Messingtafel versehen sind, auf der etwa Lebensdaten jüdischer Bürger und anderer Opfer der NS-Machthaber eingraviert sind. Mit ihnen soll an Opfer des Naziregimes erinnert werden. Das Projekt des Künstlers Gunter Demnig gilt als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Die Steine werden seit 1996 vor den einstigen Wohnungen der Opfer im Straßen- oder Gehwegpflaster verlegt.

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