Ein Wohnblock der Flüchtlingsunterkunft Stolpe-Süd in Hennigsdorf. (Quelle: rbb/Oliver Soos)
Bild: rbb/Oliver Soos

Aktuell keine Covid-19-Infektionen - Kreis sieht Lage in Hennigsdorfer Flüchtlingsheim unter Kontrolle

Nach der Coronavirus-Infektion von 68 Bewohnern in einer Flüchtlingsunterkunft in Hennigsdorf (Oberhavel) ist die Lage nach Angaben der Kreisverwaltung vorerst unter Kontrolle. Im Landkreis gebe es aktuell keine Infizierten in Gemeinschaftsunterkünften mehr, teilte der Kreis am Dienstag mit - dazu gehört auch die Unterkunft in Hennigsdorf.

"Alle vormals infizierten Menschen sind bereits genesen", sagte Sprecherin Ivonne Pelz. Einer der insgesamt fünf Wohnblocks der Einrichtung stehe aber vorerst noch bis Anfang Juni unter Quarantäne. Im Kreis gibt es neun Gemeinschaftsunterkünfte.

Der Flüchtlingsrat Brandenburg kritisiert die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften."Die Unterkünfte sind mit dem Infektionsschutz nicht vereinbar", sagte Sprecherin Lotta Schwedler. Besonders in Hennigsdorf habe man chaotische Zustände erlebt. "Die Menschen waren sehr schlecht informiert", sagte Schwedler. Vor allem kritisierte sie die sogenannte Kettenquarantäne, bei der alle Bewohner eines Hauses so lange in Quarantäne bleiben müssten, bis keiner von ihnen mehr positiv auf das Virus getestet wurde. "Manche verbringen vier bis sechs Wochen in Quarantäne."

Der Kreis rechtfertigte die Quarantäne-Maßnahmen mit logistischen Gründen. "Wir konzentrieren uns darauf, die positiven Fälle zu isolieren", sagte Pelz. "Wenn alle negativ getesteten Bewohner umziehen müssten, für alle Wachschutz und medizinisches Monitoring, das bekommen wir nicht geregelt."

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.05.2020

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