Reduzierung des Fremdpersonals - Klinikum Niederlausitz will Personalkosten sparen

Do 16.07.20 | 12:19 Uhr
Blick auf das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg, Foto: Bernd Settnik/dpa
Blick auf das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg | Bild: Bernd Settnik/dpa

Das Klinikum Niederlausitz will beim eingesetzten Honorarpersonal deutlich Personalkosten sparen. Einem Zeitungsbericht, der von 250 Stellenstreichungen bei der Stammbelegschaft spricht, widerspricht die Geschäftsführung aber. "Anpassungen" soll es trotzdem geben.

Das in wirtschaflicher Schieflage befindliche Klinikum Niederlausitz in Senftenberg und Lauchhammer (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) will beim eingesetzten Fremdpersonal bei Ärzten und Pflegern deutlich Kosten sparen. Das sagte der Geschäftsführer des Klinikums, Tobias Vaasen dem rbb.

Einem Zeitungsbericht der Lausitzer Rundschau vom Mittwoch, nach dem die Streichung von insgesamt 250 Stellen im Servicebereich des Klinikums vorgesehen sei, widersprach Vaasen hingegen. Dies sei "völlig an den Haaren herbeigezogen".

Honorarpersonal doppelt so teuer

Das Fremdpersonal, dass derzeit für fehlende Ärzte und Pflegekräfte eingesetzt wird sei zwei bis drei mal so teuer wie die eigene Belegschaft, so Vaasen gegenüber dem rbb. "In einigen Abteilungen haben wir noch zu viel Fremdpersonal. Das muss abgetauscht werden gegen eigenes Personal, damit wir diesen Kostenfaktor reduzieren können", sagt er.

Derzeit werde die Personalstruktur des Krankenhauses überarbeitet. "Wir sind dabei Stellenpläne zu schaffen und natürlich wird es da Anpassungen geben", erklärt Vaasen weiter. So könne es beispielsweise auf der Intensivstation Neueinstellungen geben, in anderen Bereichen müsse allerdings auch Personal abgebaut werden.

Keine 250 Stellenstreichungen

Am Mittwoch hatte die Lausitzer Rundschau berichtet, dass das Klinikum Niederlausitz die Streichung von insgesamt 250 Stellen in den Servicebereichen und damit beim Stammpersonal der Krankenhäuser Senftenberg und Lauchhammer plane. Vaasen widerspricht dem Bericht. "Das ist völlig an den Haaren herbeigezogen, ich weiß auch nicht wo diese Zahl herkommt", so der Geschäftsführer.

"Es wird Bereiche geben, in denen Arbeitsaufwand wegfallen wird, wo wir sukzessive auch nach unten anpassen müssen. Aber das alles passiert in Abstimmung mit dem Betriebsrat und da wird keine Rasenmähermethode angewandt", erklärt Vaasen.

Er befürchtet, dass die Meldung über die Streichung von 250 Stellen für Unruhe in der Belegschaft sorgen könnte. "Wir haben eine wirklich gute Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat. Wir versuchen die ganze Zeit proaktiv transparent zu sein über alles was wir umsetzen wollen. Ohne Mitarbeitervertretung geht das auch gar nicht. Deswegen haben wir im Klinikum eine ruhige Situation, aber so ein Artikel könnte das ins Wanken bringen", sagt Vaasen.

Seit Januar setzt die neue Geschäftsführung ein Sanierungskonzept um, dass nach Angaben von Vaasen erste Früchte trägt. Für die Pflege- und Servicekräfte ist dabei ein neuer Tarifvertrag umgesetzt worden, der unter anderem eine Lohnsteigerung von zwei Prozent bedeutete. Das Klinikum Niederlausitz hatte zuvor zwei Jahre in Folge mehrere Millionen Euro Verlust gemacht.

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.07.2020, 10:30 Uhr;

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