Theaterstück zum 750. Stadtjubiläum - Grundschüler bringen Fürstenwalder Stadtgeschichte auf die Bühne

Mi 22.06.22 | 14:06 Uhr
Schüler der Siegmund-Jähn-Grundschule spielen Theaterstück zur Geschichte von Fürstenwalde
Eva Kirchner-Rätsch/rbb
Audio: Antenne Brandenburg | 22.06.2022 | Eva Kirchner-Rätsch | Bild: Eva Kirchner-Rätsch/rbb

Hunderte Grundschüler inszenieren die 750-jährige Stadtgeschichte von Fürstenwalde auf der Bühne. Das Theaterstück zeigt wichtige Ereignisse – von der Hexenverfolgung, über den 30-jährigen Krieg bis hin zur Namensgebung.

Die Stadt Fürstenwalde (Oder-Spree) feiert in diesem Jahr ihr 750-jähriges Bestehen. Zu diesem runden Geburtstag haben sich Schülerinnen und Schüler der Siegmund-Jähn-Grundschule ein besonderes Geburtstagsgeschenk einfallen lassen: Sie inszenieren ein Theaterstück rund um die ereignisreiche Geschichte der Spreestadt. Unter dem Titel "Auf der Jagd nach dem verlorenen Silberschatz" feiert das Stück am Mittwochabend Premiere.

Mit der Zeitmaschine durch 10.000 Jahre Fürstenwalde

Die Aufregung der 230 Schüler und der 26 Lehrkräfte bei der Generalprobe am Mittwochvormittag ist spürbar. Die Turnhalle der Grundschule hat sich in einen Theatersaal verwandelt und auf der Bühne wird ein letztes Mal geprobt. Die Kinder debattieren in ihren Rollen darüber, ob Zeitreisen möglich sind. Doch leider macht das Kraftstoff-Gemisch anfangs noch Probleme. Doch dann funktioniert es doch und die drei Freunde Albert, Marie und Tom alias Elima, Hannes und Johanna reisen in die Fürstenwalder Vergangenheit.

Seit September arbeiten die Kinder an diesem Theaterstück. Doch 750 Jahre Geschichte zusammenzufassen, erwies sich als gar nicht so einfach. Deshalb hätten sie sich ganz besondere Episoden und Ereignisse der Stadtgeschichte herausgesucht. "Ritter Nikolaus überfällt Fürstenwalde, die Hexe Dorothea und dann kommen wir in die Mammut-Szene", berichten die Jungdarsteller. Letztere spielt vor 10.000 Jahren als die ersten Siedler auf dem heutigen Territorium Fürstenwaldes lebten. Wichtige Themen sind auch die Brau-Tradition und die Namensgebung der Stadt. In staatsmännischem Ton schallt es deshalb von der Bühne: "Und so verkünde ich, dass diese Siedlung im Walde an dieser Furt über den Fluss ab sofort den Namen "Fürstenwalde" tragen soll."

"Wir haben für jeden eine Rolle gefunden."

Gut eineinhalb Stunden reisen die Kinder und Lehrkräfte durch die Zeit. Ein besonderes Projekt ist die Schul-Inszenierung auch für Theaterpädagogin Ulrike Boije. Für sie war vor allem die Dimension, eine ganze Schule auf die Bühne zu bringen, Neuland. "Man muss gucken, dass die Kinder Lust entwickeln, und bei vielen ist das unheimlich gut gelungen. Sie glauben alle dran."

Nicht nur die Theaterpädagogin kommt ins Schwärmen. Auch Schulleiterin Ines Tesch ist ziemlich stolz auf ihre Schülerinnen und Schüler und das, was sie gemeinsam entwickelt haben. "Es gibt Kinder mit Förderschwerpunkt und Kinder aus 15 verschiedenen Ländern. Wir haben für jeden eine Rolle gefunden. Und das ist auch der Anspruch: das alle Kinder diese Kreativität erleben. Das gelingt ziemlich gut."

Das Interesse der Stadtbewohner am Ergebnis scheint jedenfalls groß zu sein. Die Premiere in der Sporthalle der Siegmund-Jähn-Grundschule ist bereits ausverkauft. Im Rahmen des historischen Stadtfestes zum 750-jährigen Jubiläum ist im September eine weitere Vorstellung im Fürstenwalder Dom geplant.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.06.2022, 14:40 Uhr

Mit Material von Eva Kirchner-Rätsch

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