14. Vorab-Zulassung für Elektroauto-Fabrik - Tesla darf schon vor Probebetrieb Tests an Maschinen durchführen

Blick auf die Tesla Baustelle in Grünheide Brandenburg am 01.06.2021. (Quelle: dpa/Cuneyt Karadag)
Audio: Antenne Brandenburg | 01.06.2021 | Michel Nowak | Bild: AA

Das künftige Tesla-Werk bei Grünheide (Landkreis Oder-Spree) erhält eine weitere Vorab-Genehmigung. Wie das Brandenburger Landesumweltamt am Dienstag mitteilte, kann ab sofort die Funktionsfähigkeit von Anlagen im Bereich von Lackiererei, Gießerei und Karosseriebau getestet werden.

Erste Tests der Maschinen

Signal- und Druckprüfungen an den bereits eingebauten Maschinen sind damit ab sofort möglich. Gleichzeitig hat das Landesumweltamt auch die Installation von Tanks für die Abwasserreinigung und ein zentrales Tanklager zugelassen.

Die Dauer der Tests würden allerdings zeitlich beschränkt. Auch der Materialeinsatz sei limitiert, teilte die Behörde mit. Ein echter Probebetrieb sei auch noch nicht erlaubt. Zudem darf Tesla bei den Tests keine später verwendungsfähigen Werkstücke produzieren und muss einen Mess-Plan für die Vorgänge vorlegen.

Es ist insgesamt bereits die 14. vorzeitige Zulassung für das geplante Elektroautowerk. Erst am Ende der vergangenen Woche erhielt Tesla die Genehmigung weitere Schornsteine einzubauen und außerdem teilweise im 24-Stunden-Betrieb zu arbeiten. Wann das Landesumwelt über die finale Genehmigung entscheidet, ist weiter offen.

Kein zusätzliches Wasser für Batteriefabrik nötig

Außerdem will Tesla für seine ebenfalls in Grünheide angekündigte Batteriefabrik kein zusätzliches Wasser verbrauchen. Das erfuhr der rbb aus Behördenkreisen.

Schon im vergangenen Jahr hatten sich Tesla und der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) auf ein Wasserkontingent von knapp 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr geeinigt. Mehr Wasser gibt es erst in mehreren Jahren, wenn ein neues Wasserwerk seine Arbeit aufnimmt.

Wie der rbb schon im April berichtet hatte, plant Tesla nun, zusätzlich zum Autowerk auch die Batteriefabrik mit dem schon bewilligten Wasser zu versorgen. Nach Einschätzung von Experten ist das möglich, weil bei der Batterieproduktion das meiste Wasser wiederverwendet werden könne. Laut Medienberichten findet sich diese Lösung auch in den Bauplänen, die Tesla demnächst öffentlich auslegen will.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.06.2021, 16:30 Uhr


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17 Kommentare

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  1. 17.

    Tesla passt die Planung ständig zeitnah während der Realisierung an die aktuellen Anforderungen an. Das führt zu Konflikte n mit dem deutschen Genehmigungsrecht, welches vor der Genehmigung eine detaillierte Planung vorsieht.
    Nur muss Tesla seinen technologischen Vorsprung möglichst schnell in neue Produkte und Marktanteile umsetzen. Bei einem derartigen Ptojekt würde eine solche Planung Jahre dauern und der Vorsprung wäre dahin.
    Deshalb die vielen Teilgenehmigungen, welche jedes Mal von vereidigten Gutachtern und allen Beteiligten geprüft und bewertet werden müssen.
    Sie haben Recht, die Vorgänge müssen dringend entbürokratisiert werden.

  2. 16.

    Die Kritikpunkte im Störfallgutachten sind recht ausführlich im Tagesspiegel beschrieben worden. Die sind mit einfachen Mitteln zu lösen. Einfach mal googlen.
    Man erhöht die Klickzahlen, indem man dramatisiert und die Menschen glauben was sie gerne hören wollen.

  3. 15.

    Herr Marco, das Störfallgutachten habe ich nicht gelesen, sondern nur viele Medienberichte, nicht nur der "Bild", die alle vor den vom Tesla-Betrieb ausgehenden Gefahren gewarnt haben. Ich würde das Gutachten sehr gern in Gänze lesen. Ich hätte z.B. erwartet, dass das LfU anstatt der 15. Zulassung zum vorzeitigen Baubeginn, das Gutachten vorgestellt hätte. Wenn dort glaubhaft dargelegt wird, dass von der Giga-Factory keine Gefahren für das Umfeld ausgehen, dann könnte ich vielleicht auch so ein Tesla-Freak werden. Das heißt nein die Wahrscheinlichkeit wäre gleich Null. In meinen Augen sind die Endprodukte, die Tesla in Freienbrink herstellen will, auf Grund des hohen Ressourcenverbrauchs und ihres fragwürdigen Nutzens totale Fehlentwicklungen.

  4. 14.

    " - Wir freuen uns schon auf den Moment, wenn der erste Tesla hier in der Grünheide vom Band rollt. - "

    ...sagt sich umso leichter, wenn man ca. 60km weit entfernt beheimatet ist.

  5. 13.

    Stimmt Herr Josti, wieder ein Schritt näher an der Umweltkatastrophe, wenn das LfU nicht endlich den Bau stoppt. Das Giga-Problem Tesla ist mit dem Schlagwort "Geschlossener Wasserkreislauf" immer noch nicht aus der Welt geräumt. Ich kann mich nicht erinnern, dass der Konzern auf die 1,4 Mill. m3 Wasser/a verzichten will. Auch wenn das vom Betrieb benötigte Wasser nicht zum nächsten Klärwerk befördert werden soll, wird durch den Produktionsprozess trotzdem hochgiftiges Abwasser anfallen, das für die mehrmalige Verwendung aufbereitet werden muss. Falls sie es vergessen haben sollten Herr Josti, das geplante Industriemonster befindet sich immer noch im Wasserschutzgebiet und dort sind solche Arbeiten nicht zulässig. Das hätte man dem lieben Herrn Musk sagen müssen. Der hat auf diesem Gebiet bestimmt keinen blassen Schimmer. Das hinndert den Herrn aber nicht in Freienbrink Marsähnliche Verhältnisse anzustreben.

  6. 12.

    "Es werden nur geringe Mengen wassergefährdender und störfallrelevanter Stoffe bei den Funktionstests eingesetzt, so dass die aus dem kürzlich vorgelegten Störfallgutachten gewonnenen Erkenntnisse dieser Entscheidung nicht entgegenstanden."
    So steht es in der ZvB.
    Schon allein dieser Satz führt das gesamte Verfahren ad absurdum.
    Es ist kaum noch zu glauben, zu welchen verbrecherischen Handlungen sich das LfU angesichts propagandistischer Worthülsen etwaiger Investoren und die damit in Aussicht gestellten Millionen-Einnahmen hinreißen lässt.
    Um die weitere Zerstörung der Umwelt unter dem Deckmantel des Klimaschutzes Einhalt zu gebieten, gehört das Verfahren mit samt seinem § 8a BImSchG umgehend auf den Prüfstand vor einem Untersuchungsausschuss.
    Und während in Freienbrink die nachhaltige Zerstörung von Natur- und Lebensraum voranschreitet, wird im wenige Kilometer entfernten Hangelsberg schon der nächste riesige Industriekomplex mit einhergehender Waldvernichtung geplant.

  7. 11.

    Die große Frage ist doch hier, warum immer noch keine endgültige Genehmigung erteilt worden ist. Warum muss nun eine möglicherweise geplante (nichts genaues weiß man nicht) "Batteriefabrik" als Ursache dafür herhalten?
    Warum genehmigt man nicht erstmal die bisher beantragte Fabrik, bevor weitere Anträge überhaupt zugelassen werden?
    Gibt es schwerwiegende Probleme, warum die Genehmigung immer weiter verschoben wird? Diese Probleme werden doch aber nicht mit zunehmender Größe und einer Erweiterung der Fabrik gelöst, die Probleme verschärfen sich doch noch mit zunehmender Größe der Fabrik !
    Will man also weitere Tatsachen, weitere Sachzwänge fundamentieren und hofft auf irgendeine Lösung in der Zukunft? Oder müssen gar noch ein paar Regelungen und Gesetze "angepasst" werden (Stichwort Investitionsbeschleunigungsgesetz), bevor die endgültige Genehmigung erteilt werden kann?
    Fragen über Fragen an die geballte Kommentatoren-Kompetenz!

  8. 10.

    Schön wieder mal was Umweltzerstöreren und Tesla Hatern zu lesen, ...

  9. 9.

    "Zudem darf Tesla bei den Tests keine später verwendungsfähigen Werkstücke produzieren"
    Wird das auch tatsächlich kontrolliert?

  10. 8.

    Herzlich Willkommen, Elon Musk. Wir freuen uns schon auf den Moment, wenn der erste Tesla hier in der Grünheide vom Band rollt. Danke, dass Sie unsere strukturschwache Region ausgewählt haben.

  11. 6.

    Das ganze Genehmigungsverfahren ist eine Farce. Die Behörden sind Tesla sklavisch ergeben und kriechen im Dreck. Dieses Gebaren ist einmalig.

  12. 5.

    Statt 20 Leute zur Aufdeckung des Kabelbrandes einzusetzen, sollte der Staatsschutz auf der anderen Seite der L38 die viel schwerwiegenderen Verbrechen aufklären. Wie unfähig bzw. gewissenlos müssen jene Personen sein, die dem Tesla-Konzern einen Freifahrtschein ausstellen, ihr zerstörerisches, menschenverachtendes Werk in Freienbrink fortzusetzen. Ein Störfallgutachten kommt zu dem Schluss, dass von Teslas geplantem Produktionsbetrieb ein extrem hohes Gefahrenpotential ausgeht und das LfU reagiert und stellt sofort eine Genehmigung aus, um die Katastrophe schnell herbeiführen. Angebliche Sicherheitsauflagen der Behörde stehen nur auf dem Papier. Auf obigem Bild wird u.a. deutlich, wie das LfU die Einhaltung der Auflagen überwacht. Vor sämtlichen Verstößen verschließt man die Augen. Das LfU hätte schon lange die Reißleine ziehen müssen. Allein das Märchen von der angeblichen Lagerhalle mit der atypischen Gründung bis in Grundwassernähe sollte zum sofortigen Baustopp führen.

  13. 4.

    Dieses ganze Verfahren ist doch nur noch ein Witz. Das Störfallgutachten zeigt deutliche Mängel an der Fabrik auf und prompt kommt die nächste Genehmigung in dem gefährliche Stoffe zum Einsatz kommen. Es ist doch völlig egal, ob 1 oder 10 Liter davon ins Grundwasser gelangen können. Das Trinkwasserschutzgebiet ist dadurch gefährdet. Das kann man nicht schönreden und schon gar nicht genehmigen.

  14. 3.

    Wieder ein Schritt dem Ziel entgegen!
    Tesla ist wieder beim Wasserverbrauch den Kritikern einen großen Schritt entgegengekommen. Die Batteriefertigung findet in einem geschlossenen Wasserkreislauf statt und der Verbrauch bei der Autofertigung wurde nochmals gesenkt.
    Das LfU bestätigt, dass die Mängel aus dem Havariegutachten leicht abzustellen sind.
    Das Werk ist fast fertig und nicht mehr aufzuhalten.

  15. 2.

    Hervorragend auch die Meldung, dass Tesla den neuen Antrag wohl fertig hat und diese Woche noch einreichen will.

    Es geht also voran.

    Die Experten hier können sich dann ganz explizit zu den neuen Details in den Anträgen äußern.

  16. 1.

    Die 14. vorläufige Zulassung. Ab wann gibt es dann die entgültige Zulassung oder Ablehnung? Nach der hundertundtigsten. Oder wie.

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