Demonstranten halten auf einer Demo gegen die geplante Tesla-Fabrik in Grünheide (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Video: Brandenburg Aktuell | 10.04.2020 | Fred Pilarski/Interview Steinbach | Bild: dpa

Einwendungen von Anwohnern - Öffentliche Debatte zu Tesla-Fabrik soll trotz Corona fortgesetzt werden

Rund 360 Einwendungen gegen die geplante Tesla-Fabrik in Grünheide wurden bis Anfang März eingereicht, doch der Termin für die öffentliche Debatte fiel aus - wegen der Corona-Krise. Wirtschaftsminister Steinbach will das nachholen - ohne einen Termin zu nennen.

Die öffentliche Erörterung über die geplante Tesla-Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) soll trotz der Corona-Krise fortgesetzt werden. Das hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Freitagabend im rbb bekräftigt.

Wegen der Einschränkungen aufgrund der Pandemie könne er allerdings noch kein konkretes Datum nennen. Die Erörterung werde jedoch nicht "durch irgendein anderes Instrument abgelöst", sagte Steinbach der Sendung Brandenburg Aktuell. "Das ist mit Tesla so abgesprochen und das will Tesla selber auch nicht anders."

Termin für öffentliche Erörtung fiel wegen Corona-Krise aus

Bis Anfang März hatten Kritiker der geplanten E-Autofabrik insgesamt 361 Einwendungen ans Umweltministerium geschickt, welche sich vor allem um die Themen Wasser, Wald, Verkehr und Naturschutz drehten. Die Einwendungen sollten eigentlich am 18. März öffentlich erörtert werden, um anschließend von der zuständigen Genehmigungsbehörde nochmals geprüft zu werden. Doch wegen der sich verschärfenden Corona-Krise wurde der Termin abgesagt. Für die umweltrechtliche Genehmigung der Fabrik müssen alle Einwände gegen den Bau öffentlich diskutiert werden.

Wirtschaftsminister Steinbach versicherte indes, dass an dem Mega-Projekt weiter "intensiv in etwa mit dem gleichen Tempo" gearbeitet wird wie bisher. "Unsere Taskforce-Sitzungen finden statt. Es wird an einem weiteren bundes-immissionsschutzrechtlichen Antrag gearbeitet, der die geringeren Wasserverbrauchsmengen beschreibt", sagte Steinbach Brandenburg Aktuell. Das sei den Anwohnern dort sehr wichtig ist. "Ich glaube, da wird sehr viel Beruhigung an der Stelle eintreten." Auf Basis dieses Antrags werde die weitere Bautätigkeit auf eigenes Risiko durch Tesla weitergehen.

Wegen fehlender Unterlagen musste Tesla den geplanten Bau des Fundaments kurzfristig verschieben. Tesla beabsichtige Pfahlgründungen, die in dem Antrag auf Genehmigung zur Errichtung einer Tesla-Fabrik nicht enthalten gewesen seien, teilte die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt, am Mittwoch mit. Die Rodungs- und Planierarbeiten hatte der US-Konzern durch vorzeitige Genehmigungen bereits durchgeführt.

Steinbach: Tesla plant Produktionsstart weiter für 2021

Bei der Beschaffung von Arbeitskräften für die Fabrik werde es laut Minister Steinbach trotz Corona keine Probleme geben. "Wir haben ein langfristiges Rekrutierungsprogramm. Tesla hält daran fest, dass 2021 dort die ersten Autos vom Band rollen sollen." Der Konzern halte auch daran fest, dass die geplante Gesamt-Produktionsleistung für 2021 weiterhin möglich sein wird - "selbst mit den kleinen Verzögerungen, die wir jetzt durch die Corona-Krise haben", so Steinbach bei Brandenburg Aktuell. Entsprechend müsse die Rekrutierung "vernünftig weiterlaufen".

Tesla will ab nächstem Jahr in Grünheide nahe Berlin rund 500.000 Elektrofahrzeuge im Jahr bauen. Wann der erste Spatenstich erfolgt, ist offen. Die endgültigen Genehmigungen sollen im Sommer vorliegen.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

206 Kommentare

  1. 205.

    Da nehme ich Sie mal Schutz, dass Sie einen Haufen Blech für sich alleine benötigen und es ist Ihnen auch nicht Recht. Das Grünheide größer ist als Quercus hier suggerierte und deshalb der Bahnhof bereits heute nicht fußläufig zu erreichen ist, weiß ich.

  2. 204.

    *Ich* weiß, dass Grünheide groß ist. Deshalb ist ja, wie Sie gerade bestätigt haben und ich an Ihrem Beispiel vermutet hatte, das Argument von Quercus gegen die Verlegung des Bahnhofes Fangschleuse auch an den Haaren herbei gezogen.

  3. 203.

    Mal langsam. Wenn Sie mich schon erwähnen müssen, Sie wissen doch gar nichts. Ich komme aus einer ganz anderen Richtung. Nix Bus, nix Bahn, okay? Und Grünheide ist groß. Besteht nicht nur aus einer Ortschaft.

  4. 202.

    Dass das Gewerbegebiet Freienbrink auch in den Bereich nördlich des vorhandenen GVZ ausgeweitet werden sollte, war allerdings schon lange vor der Wahl Thema in Grünheide und deshalb auch in den lokalen Medien.
    https://www.moz.de/landkreise/oder-spree/fuerstenwalde/artikel6/dg/0/1/1589176/
    Insofern ging es durch die einzelnen Großansiedlung nur schneller, dass gesamte überplante Industriegebiet zu belegen als es sich zwischen BMW und Tesla abgezeichnet hatte.

    Schaut man sich zudem die "zentrale" Lage des Bahnhofs Fangschleuse an, erkennt man schnell, dass der auch aktuell nicht gerade fußläufig zu erreichen ist. Andernfalls wäre die Ausrede von Inannna, dass sie mit dem ICE einkaufen fahren müsse, hinfällig. Das gilt selbst von der namensgebenden Ortslage aus, an die er zukünftig dichter heranrücken könnte.

  5. 201.

    Ja, ja, das haben die hiesigen Politiker schön perfide eingefädelt. Ich habe auch nicht Christiani gewählt. Und da war ich wohl nicht die Einzige, denn er brauchte immerhin einen 2. Anlauf in Form einer Stichwahl bei der letzten Bürgermeisterwahl im September 2019. Und dann sind es auch nur 58 % für ihn geworden. Tja, wenn wohl die Bevölkerung von seinen geheimen Machenschaften im Sommer 2019 gewusst hätten?! Dann hätte er beim Auszählen der Wahlzettel bestimmt noch mehr gezittert.
    Aber schauen wir, wie die Grünheider Bevölkerung reagiert, wenn Herr Christiani ihnen verkündet, dass der Fangschleuser Bahnhof nun 1,5 km weiter entfernt von den Ortsteilen verlegt wird, wider den Bedürfnissen der Bevölkerung.
    Aber kein Problem, wir schlucken den Lärm, den Verlust an lebenswichtigen Ressourcen, das Austrocknen der umliegenden FFH Gebiete und verlieren auch noch die Bahnhofsnähe. Aber das der Bürgermeister den Bezug zur Bevölkerung verloren hat, sieht doch ein Blinder mit Krückstock.

  6. 200.

    Nach Rostock fährt jetzt ja ein "komfortabler innovativer spurtstarker S-Bahn-Zug" (Eigenwerbung des Herstellers) in IC-Farben.

    Made in Germany hatte Sie beim Autokauf offensichtlich auch nicht überzeugt. Ein vergleichbarer BMW wäre vsl. teurer als ein Tesla.

    Musk ist vor allem ein charismatischer Geschäftsmann, quasi der Steve Jobs des Automobilbaus und kein Spaltmaßfetischist wie ein Winterkorn - etwas mehr davon wäre aber besser. Er hatte es 2009 immerhin geschafft, Mercedes ein paar Millionen für knapp 10% derA nteile aus den Rippen zu leiern, weil sonst Tesla den Bach runtergegangen wäre. Er hat die Diskussion und Entwicklung der Elektromobilität massiv voran gebracht. Das ist Konzernen wie Renault mit dem Leaf und der Zoe ebenso wenig gelungen wie BMW mit dem i3. Vor ein paar Jahren hätte ich nicht gedacht, dass Tesla heute noch ein Thema wäre. Genau wie Mercedes - die gaben die letzten Anteil an Tesla 2014 wieder ab - wurde ich aber eines besseren belehrt.

  7. 199.

    Die fast neuen Züge nach Rostock sind schon ok; eher so als mit TT (Teuer-Tesla ). Ich mag kein Amiauto. Kenne eine US-Ionenätzanlage; eher zusammengemurkst. Das beste daran ist die Turbopumpe mit Steuergerät von Leybold. Made in Germany. Halten Sie den Musk für einen seriösen Geschäftsmann ?

  8. 198.

    Vor ein paar Jahren mögen Sie die richtige Wahl getroffen haben, die DB hat aber mittlerweile ihr Zugangebot ausgebaut. 300 km nonstop liegen zudem auch mit einem neueren Tesla im Winter im Bereich des Möglichen.

  9. 197.

    Tatsache ist, dass ich vor ein paar Jahren im Winter zur Ostsee gefahren bin und dort eine Woche Urlaub machte und bei starkem Schneetreiben einen Strandlauf machte. Hier im Berliner Raum war es viel kälter als da oben; allerdings keine 20° aber das wäre alles mit einem Batterieauto nicht möglich. Es versteht sich von selbst, dass ich wieder zurückfahren mußte aber doch nicht wie Sie es schildern. Ich bin auch kein Gegner von Tesla; ichhätte aber das Werk nicht dort gebaut. Bäume hätte ich in der Menge schon gar nicht gefällt. Bin gespannt wie man das Problem Pfahlgrüdung löst. Wer ein Gebäude errichtet macht zuerst eine Bodenuntersuchung auf Tragfähigkeit. Mithin ist Nachverdichtung mit Bodenaustausch erforderlich.

  10. 196.

    Man kann nicht nur reflektieren, man muss sogar. Schließlich geht es in Ihrem Artikel vom vergangenen Sommer um Solaranlagen. In Grünheide sollen allerdings Autos gebaut werden. Wenn man etwas aktuelleres zum Absatz der Solarablagen lesen möchte, bietet sich dieser nur ein paar Wochen alter Artikel an: https://www.finanzen.at/nachrichten/aktien/erfolg-fuer-tesla-gigafactory-erreicht-neuen-rekord-bei-der-solaranlagen-produktion-1029017228

  11. 195.

    Die Frage ist eher: Was haben unsere Politiker versprochen. Wenn DIE nämlich Musk nicht mit geringen Gewerbesteuern sowie der Aussicht auf Millionen an Fördergeldern hergelockt hätten hinter unser aller Rücken, dann hätten wir das Problem nicht. Und das alles schön VOR der Landtagswahl und der Wahl des Bürgermeisters. Ich habe ihn nicht gewählt. Seine Arroganz wird ihm nicht weiterhelfen. Wer hoch fliegt wird tief fallen.

  12. 194.

    "Mit Mietprogrammen für die Photovoltaik-Systeme will Tesla sein Solargeschäft vor einem sinkenden Absatzmarkt retten" aus https://efahrer.chip.de/news/tesla-50-dollar-solardach-deal-soll-auch-nach-deutschland-kommen_101144.
    Sinkender Absatzmarkt. Kann man mal reflektieren. Und dass 90% via tweet für den RAVE Schuppen abgestimmt haben, Zitat: "Mitte März hatte der Tesla-Chef via Twitter eine Abstimmung gestartet und gefragt, ob seine künftige Elektroauto-Fabrik in Grünheide mit solch einem Keller ausgestattet werden sollte. Mehr als 90 Prozent aller Abstimmenden bejahten die Idee."
    Ich frage mich, ob diese offensichtliche Synapsenzerrung behandelt werden kann.

  13. 193.

    Sie sind auf dem richtigen Weg: Die Verbrenner müssen weg, je eher, desto besser. BEV sind allerdings die derzeit und auf absehbare Zeit einzige in Stückzahlen verfügbare Alternative für Menschen, die MIVen müssen. Die wenigsten wollen allerdings wie Sie bei -20°C nonstop an die Ostsee und wieder zurück fahren. Nicht jeder hat wie ich die Möglichkeit, alle paar Minuten einen anderen gesponsorten 18m-VW-Diesel vor der Haustür stehen zu haben. Gerade wenn man sich aktiv für die Zersiedelung der Landschaft entschieden hat, ist das Angebot oft dünner.

    Tesla beweist mit seiner 30%-Entgelterhöhung für die Mitarbeiter der Fabrik in Prüm, dass die zu den besser bezahlenden Firmen gehören als z.B. der deutlich unter Tarif zahlende Vorbesitzer. Das für die Tesla-Batteriefabrik in Nevada wird bekanntlich vor allem bergmännisch in Nevada [sic!] gewonnen. BMW und VW haben Verträge zur Lieferung australischem Lithiums aus primären Vorkommen.

    Erinnern Sie sich noch an das Projekt Desertec?

  14. 192.

    Was der Neumann da so alles der Öffentlichkeit mitteilen darf ist für mich unfassbar. Der Neumann wischt die Probleme der fragenden Bürger vom Tisch wie ich Hundekot vor unserer Tür beseitige. Industrie in Brandenburg; wer könnte da etwas dagegen haben ? Wir zum Naturliebhaber gewordenen Brandenburger erleben derzeit etwas was wir nie erwartet haben. Es wagen sich Menschen andere in den Dreck zu ziehen nur weil diese noch Verbrenner fahren. Einst gelobt vom Finanzminister weil es verlässlich klingelte in seinem Geldsack. Unser MP ist eine geachtete Persönlichkeit. Was hat TESSLA da bei den Verhandlungen verschwiegen ? Wenn wir das jetzt nicht alles klären bekomme ich Angst.

  15. 191.

    Die gegenwärtig in Betrieb befindlichen Verbrenner sind ja irgendwann weg. Man kann es beschleunigen durch Geschenke vom Staat. Ewig Kohlenwasserstoffe zu verbrennen würde uns Menschen letztlich das Überleben nehmen. DESHALB: So lange es die Sonne gibt haben wir Leben und Energie, die man voll nutzen muss. Ihre Batterieautos plündern ja letztlich die Erde und die Menschen aus, diese werden viel zu wenig bezahlt. Die Menschen. Sie schreiben hier "kluge" Zeilen über die alsbald gelacht wird. Die Zukunft heißt Energie aus Afrika und den Menschen dort ein menschliches Leben.

  16. 190.

    Der sollte besser auch bzgl., der hinlänglich bekannten Fakten nicht nur in der Eu, sondern auch in China funktionieren:
    https://images.ace.de/dokumente/presse/ACE-Fact-Sheet_Zulassungsverbote_Verbrennungsmotoren.pdf

  17. 189.

    Ich hatte mir schon gedacht, dass das das Verlinken von Fakten in der Tat sinnlos wäre. Hier aber trotzdem mal welche zu China und zur EU:
    https://s3.eu-central-1.amazonaws.com/www.ace.de/dokumente/presse/ACE-Fact-Sheet_Zulassungsverbote_Verbrennungsmotoren.pdf

  18. 188.

    Das ist doch hinlänglich bekannt; wir sind doch nicht blöd. In China gilt das aber nicht; da liebt man deutsche Luxusverbrenner. Sie wissen das. Verlinken wäre deshalb Noinsens.

  19. 187.

    Stöbern Sie in überregionalen Medien. Dort findet man neben den bis 2030 einzuhaltenden EU-weiten CO2-Flottengrenzwerten auch Hinweise auf die Pläne zum Verbot der Neuzulassung von Verbrennern teils schon in wenigen Jahren. Ebenso wird über konket geplante oder wie hier in Berlin angestrebte Einfahrverbote für ICE in einigen Meteopolregionen berichtet. Es verschwainden den deshalb bereits jetzt immer mehr ICE-Kleinwagen vom Markt wie auch quer über alle Konzerne einschl. Toyota in die Batterietechnik investiert wird. Dem gegenüber wird die Weiterentwicklung der ICE zurückgefahren. Teils wird deshalb die Meinung vertreten, dass der Golf IIX der letzte seiner Art sein dürfte.

Das könnte Sie auch interessieren