rbb24
  1. rbb|24
  2. Sport
Audio: rbb24 | 25.09.2023 | Ausschnitt des Interviews mit Bob Hanning | Quelle: imago images/Picture Point

Füchse-Geschäftsführer Hanning

"Einen Fabian Wiede kannst du nicht ersetzen"

Die Füchse haben einen perfekten Saison-Start hingelegt, der allerdings durch durch die schwere Verletzung von Nationalspieler Wiede getrübt wird. Im Interview spricht Geschäftsführer Bob Hanning über den Verlust und einen möglichen Ersatz.

rbb|24: Herr Hanning, bevor wir auf den gelungenen Saison-Start der Füchse schauen, sprechen wir erst einmal über den Schock im vergangenen Spiel: Nationalspieler Fabian Wiede verletzte sich gegen Balingen schwer am rechten Sprunggelenk. Wissen Sie bereits konkret, wie lange er fehlen wird?

Bob Hanning: Das kann man noch nicht abschließen sagen. Die Empfehlung der Spezialisten geht aber klar Richtung Operation. In den nächsten Tagen werden wir klären, wann und wo wir das machen werden. Erst dann wird man Konkreteres sagen können.

Heim-EM in Gefahr

Füchse-Handballer Fabian Wiede muss am Sprunggelenk operiert werden

Wie gefährdet ist sein Einsatz bei der Heim-EM, die im Januar beginnt?

Die Heim-EM ist auf jeden Fall ernsthaft gefährdet. Stand heute fehlt mir die Fantasie daran zu glauben, dass er spielen kann.

Wie sehr wird er den Füchsen auch sportlich fehlen?

Nach der Verletzung von Paul Drux ist es bereits der zweite Nackenschlag für das Team. Einen Fabian Wiede kannst du nicht ersetzen, das wissen wir auch. Und trotzdem müssen wir uns mit den Gegebenheiten am Ende des Tages befassen. Aber für die Mannschaft ist das ein herber Verlust, der unersetzbar ist.

Auch wenn er unersetzbar ist – zumindest eine Vertretung braucht es, um die Lücke im Kader zu schließen. Gibt es dafür schon eine Lösung?

Ja. Die Grundsituation ist relativ einfach. Wir haben ja auch schon versucht, einen Ersatz für Paul Drux zu finden. Ich bin ein großer Freund davon, nur Spieler zu holen, die uns wirklich weiterbringen. Und die sind gerade nicht auf dem Markt. Aber jetzt kommt das große Plus der Füchse zum Tragen. Über die Kooperation mit Potsdam und unserer zweiten Mannschaft haben wir ein Reservoir an tollen Spielern und werden jetzt den U21-Weltmeister Max Beneke hochziehen. Er wird uns helfen und ich vertraue ihm vollumfänglich. Ich mache mir keine Gedanken darum, dass er zu dieser Mannschaft passen wird. Da er aus dem System kommt, kann er die Lücke am besten schließen.

Abgesehen von den Verletzungen kann man wohl von einem perfekten Saison-Start sprechen: Die Füchse haben sechs Siege aus den ersten sechs Spielen geholt. Was steckt hinter dieser beeindruckenden Frühform?

Ich glaube, dass wir aus den Fehlern des letzten Jahres gelernt haben und die Breite des Kaders nun gut nutzen. Die Spieler sind sich einig, gemeinsam Erfolg haben zu wollen und es gibt eine noch größere Gemeinschaft innerhalb des Teams.

Zur Bildung dieser Gemeinschaft hat sicherlich auch beigetragen, dass sich der Kader über den Sommer nicht groß verändert hat und die Mannschaft zusammengeblieben ist. Geht diese Strategie nun auf?

Ganz klar, ja. Wir sind stabil zusammen und die Themen stehen. Und das kommt jetzt zum Tragen.

Handball-Bundesliga

Füchse gewinnen in Balingen und erobern Tabellenspitze

Machen Sie sich Sorgen, dass die Verletzungen von Paul Drux und Leistungsträger Fabian Wiede und die Integration des jungen Max Beneke an Mentalität der Mannschaft rütteln könnten?

Auf keinen Fall. Die Spieler sind sich untereinander einig und Max Beneke hat ja schon Spiele für die Füchse gemacht. Der ist bereits ins Gesamtsystem integriert. Von daher ist das eher ein ganz großes Plus im Vergleich dazu, fremde Spieler zu holen.

Es liegt noch eine lange Saison vor Ihnen, doch nach so einem Start stellt sich natürlich schnell wieder die Frage nach den Titelambitionen. Ist es in dieser Spielzeit so weit?

Bei mir stellt sich diese Frage überhaupt nicht. Wir wollen eine gute Saison spielen und die Dinge besser machen als im letzten Jahr. Nach den beiden schweren Verletzungen jetzt auf einmal den Druck zu erhöhen, das verbietet sich von selbst.

Im vergangenen Jahr wurden die Füchse Dritter hinter Kiel und Magdeburg. Magdeburg wurde in dieser Saison bereits beeindruckend geschlagen. Wie schätzen Sie die Konkurrenz an der Spitze in dieser Spielzeit ein?

Erst einmal sieht man, dass Melsungen aus ihren unerschöpflichen Möglichkeiten dieses Mal etwas zu machen scheint und nicht umsonst an der Tabellenspitze steht. Das heißt, die Spitze ist noch einmal um einen Verein breiter geworden. Natürlich gibt es mit Flensburg, Kiel, Magdeburg, Melsungen, den Rhein-Neckar-Löwen und uns eine ganz Menge an Spitzen-Teams. Und von den sechs kann nur einer Meister werden - was dann nicht heißt, dass alle anderen ihre Ziele verpasst hätten.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Lukas Witte, rbb Sport.

Sendung: rbb24, 25.09.2023, 18 Uhr

Artikel im mobilen Angebot lesen