2. Bundesliga - Turbine Potsdam verliert Tabellenspitze

So 17.12.23 | 17:32 Uhr
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Turbines Noa Selimhodzic sitzt nach dem Unentschieden gegen Ingolstadt enttäuscht auf dem Boden (rbb)
Video: rbb UM6 | 17.12.2023 | Uri Zahavi | Bild: rbb

Der 1. FFC Turbine Potsdam ist zum Abschluss der Hinrunde der 2. Bundesliga nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Im heimischem Karl-Liebknecht-Stadion trennten sich die Brandenburgerinnen am Sonntag mit 1:1 (0:0) vom FC Ingolstadt und verloren dadurch die Tabellenführung.

Neuer Spitzenreiter ist der Hamburger SV, der im Parallelspiel 3:0 in Gütersloh gewann und nun dank des besseren Torverhältnisses an den punktgleichen Potsdamerinnen vorbeigezogen ist.

Turbine dominiert

Die Zuschauer bekamen in der ersten Hälfte von beiden Teams nur wenig geboten. Die Gäste stellten sich tief hinten rein und starteten nur selten eigene Vorstöße. Turbine machte zwar Druck, schaffte es aber nicht die Abwehr der Ingolstädterinnen zu überwinden. Wirklich gefährlich wurde nur eine Flanke von der rechten Seite von Alisa Grincenco, die in der 44. Minute unabsichtlich Richtung Tor segelte und von der Latte abprallte.

Kurz nach der Pause bekamen die Gastgeberinnen dann einen Elfmeter zugesprochen, nach dem Stürmerin Ena Taslidza von der Ingolstädter Verteidigerin Yvonne Dengscherz zu Fall gebracht worden war. Turbine-Kapitänin Viktoria Schwalm zeigte sich sicher vom Punkt und verwandelte souverän ins linke Eck zur verdienten 1:0-Führung (48.).

Ausgleich aus dem Nichts

Auch im weiteren Verlauf blieben die Brandenburgerinnen die dominante Mannschaft und hätten die Führung eigentlich ausbauen müssen. Stattdessen kassierten sie in der 65. Minute wie aus dem Nichts den Ausgleich. Ein Freistoß von der Mittellinie rutschte zu Nina Penzkofer durch, die gegen Torhüterin Vanessa Fischer nur noch zum Ausgleich für die Schanzerinnen einschieben musste.

Bis zum Ende warfen die Potsdamerinnen noch einmal alles rein, verpassten es allerdings, den Ball bei einer der vielen guten Chancen im Tor unterzubringen und verspielten somit nicht nur einen eigentlich verdienten Sieg, sondern auch die Herbstmeisterschaft. "Das Quäntchen Glück, der letzte Abschluss und der letzte Pass haben gefehlt. Aber so ist es dann mal und im Fußball werden solche Dinge bestraft", sagte Turbine-Trainer Marco Gebhardt nach der Partie.

Mit der Hinrunden-Leistung seines Teams zeigte er sich aber dennoch zufrieden. "Spielerisch und von der Mentalität der Mannschaft war das gut. Wir sind in dem halben Jahr so gewachsen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. (...) Wir haben nun seit zehn Spielen nicht verloren und deshalb stehen wir auch zurecht dort oben", so der Trainer.

Nach langer Pause beginnt die Rückrunde der 2. Liga dann erst wieder Mitte Februar.

Sendung: rbb UM6, 17.12.2023, 18 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Turbine Potsdam gilt mittlerweile als sehr starkes Team mit unglaublicher Disziplin und viel Erfahrung. Die Potsdamerinnen treten aggressiv, robust, athletisch sowie extrem geduldig auf und bestrafen jeden Fehler, wie man an den fünf 1:0-Siegen sieht. Sie stehen zurecht ganz oben. Nur diesmal nutzten die Schanzerinnen den einzigen Fehler der Turbinen. Der Aufsteiger FCI Ingolstadt 04 war ein fairer Gegner. Turbine Potsdam kann mit Stolz in die Winterpause gehen. Dem gesamten Staff gehört persönlich meine höchste Anerkennung. Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches Neues Jahr 2024.

  2. 3.

    Den Sieg leiteten bereits ganz früh in der Partie Larissa Mühlhaus (2.) und Lisa Baum (4.) mit ihrem Doppelschlag ein. Noch vor der Pause (31.) stellte wiederum Larissa Mühlhaus den Endstand her. Es war übrigens bereits das zehnte Saisontor für die 20-jährige Mittelfeldspielerin Mühlhaus, die die Torjägerinnenliste der Zweiten Bundesliga zur Saisonhälfte anführt.

    Zur Erinnerung. am 12. November 2023 besiegte Turbine Potsdam den HSV im Karli mit 2:0 Toren. Hier gewann die Defensive gegen die Offensive. „Wenn man weiß, wie wir hier gestartet sind, muss ich sagen: Wir haben eine gute Hinserie gespielt“, so Turbine Trainer Dirk Heinrichs in der Pressekonferenz Recht hat er. Zur Erinnerung: nach dem dritten Spieltag am 9. September lag Turbine Potsdam mit einem Torverhältnis von 0:4 mit 0:9 Punkten und ohne jeglichen Treffer auf dem dreizehnten Tabellenplatz.







  3. 2.

    Temporär die Tabellenspitze zu verlieren, ist absolut kein Beinbruch. In einem Kampfspiel dagegen mit zwei verletzten Spielerinnen bei minimalistischer Kadergröße vom Platz zu gehen, wäre schlimmer gewesen für den 1. FFC Turbine Potsdam..

    Viel wichtiger: Nach der Punkteteilung mit dem FCI Ingolstadt 04 hat Turbine Potsdam einen Aufstiegsplatz verteidigt. Nach dreizehn Spielen erst sechs Gegentore hinnehmen zu müssen, zeigt die Dominanz und den absoluten Ligabestwert
    in der Defensive.

    Das Fernduell - beide Teams hatten zeitgleich 14:00 Uhr Spielbeginn - mit dem Hamburger SV um den Titel des Herbstmeisters war einzigartig. Als die Potsdamerinnen bis zur 31. Minute immerhin zu sechs Torabschlüssen und vier Eckbällen gekommen waren und eindeutig mit Dominanz die bessere Mannschaft waren, führte der Hamburger SV auswärts beim FSV Gütersloh schon mit drei Toren. Der FSV Gütersloh kann somit seine Aufstiegsträume beerdigen.

  4. 1.

    TURBINE war von der ersten bis zur letzten Minute absolut überlegen. Leider verschweigt dieser Bericht einige sehr gute Möglichkeiten schon in Hälfte Eins. Die einzige richtig gute Torchance für die Gäste war dann auch drin. So was nennt man dann wohl 100%-ige Chancenverwertung. Potsdam vergab dagegen viele sehr gute Möglichkeiten, und muß leider auch in der Rückrunde an dieser Baustelle arbeiten.
    Immerhin steht man nach der Hälfte der Saison auf einem Aufstiegsplatz, was nach dem 3. Spieltag wohl nur die größten Optimisten vorraus gesagt hatten.

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