Tarifvertrag öffentlicher Dienst - Verdi fordert bessere Bezahlung für Pflegekräfte in Brandenburg

Ein Intensivpfleger auf der Intensivstation eines Krankenhauses (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Bild: dpa-Symbolbild/Kay Nietfeld

Auf einer digitalen Pressekonferenz am Montag hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über die aktuellen Verhandlungen mit neun Krankenhäusern und mehreren Pflegeeinrichtungen in Brandenburg informiert. Verdi fordert den Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) für 6.500 Beschäftigte oder zumindest eine Angleichung der Tarifverträge.

Wertschätzung durch faire Bezahlung

Es gehe darum, die Pflegekräfte fair zu bezahlen, um sie langfristig in Brandenburg zu halten, sagte Verdi-Führer Ralf Franke: "Uns als Gewerkschaft und den Beschäftigen in den Krankenhäusern und den Pflegeeinrichtungen ist es wichtig, dass die Arbeit der Pflege oder auch der anderen medizinischen Berufe in diesen Einrichtungen, die erforderliche Wertschätzung bekommt." Diese Wertschätzung sei erst gegeben, wenn das Tarifniveau des öffentlichen Dienstes erreicht ist, so Franke weiter.

Ein Großteil der Verhandlungen laufe bereits, darunter in den drei Asklepios-Fachkliniken in Lübben, Teupitz und Brandenburg an der Havel für 1.400 nichtärztliche Beschäftigte sowie im Carl Thiem-Klinikum in Cottbus für 2.000 Beschäftige. Nächste Woche Donnerstag (20. Mai) sollen die Gespräche mit dem Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt für 400 Beschäftigte und Anfang Juni mit dem Oder-Spree Krankenhaus in Beeskow für 200 Pflegekräfte beginnen.

 

Pflegekräfte bleiben nicht in der Region

Annett Thielicke, Betriebsratsvorsitzende des Eisenhüttenstädter Krankenhauses begrüßt den Vorstoß von Verdi, denn mit besseren Arbeitsbedingungen und einer fairen Bezahlung könnten Mitarbeitende langfristig an die Region gebunden werden: "30 Jahre nach der Wende muss es möglich sein, dass auch in kommunalen Krankenhäusern, der Flächentarifvertrag TVöD zur Anwendung kommt und nicht nur in den alten Bundesländern." Das Problem sei aktuell, dass Pflegekräfte nach ihrer Ausbildung nicht in der Region bleiben, sondern nach Berlin gehen, wo Krankenhäuser mit dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes locken.

In Brandenburg gibt es insgesamt 53 Krankenhäuser, davon 24 in kommunaler Trägerschaft. Davon zahlen aber bislang nur drei Einrichtungen den Tarif des öffentlichen Diestes: das Klinikum Brandenburg, das Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam und das Klinikum Westbrandenburg.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.05.2021, 14.30 Uhr

Antenne Brandenburg, 10.05.2021, 14.10 Uhr
Antenne Brandenburg, 10.05.2021, 14.10 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Ich würde ja auch gerne meine Steuern durch Klatschen bezahlen ;-)
    Ansonsten denke ich aber, dass der Tarifvertrag nur ein Teil der Wahrheit ist. Im letzten Jahr waren ja diesbezüglich Verhandlungen und dass man nicht den kompletten ÖD so stark anhebt, wie den Pflegebereich geht ja noch an, aber man hätte höhere Eingruppierungen für die Pflegekräfte aushandeln können, ja müssen !

  2. 2.

    Ich begrüße das ausdrücklich, Verdi hat sich ja letztes Jahr rührend um die BVGer gekümmert. Was ist den mit den Berliner Pflegekräften?

  3. 1.

    Lobpreisungen und Sprüche begleichen keine Mieten und keine Urlaube und keine guten frischen Lebensmittel. Man bezahlt diese mit dem Nettogehalt.

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