Afrikanische Schweinepest - Große Teile des Schutzzauns in der Uckermark gestohlen

Ein Warnschild mit der Aufschrift Vorsicht Elektrozaun hängt an einem Elektro-Wildabwehrzaun an einem Waldrand. (Quelle: Ronald Bonß/dpa)
Sendung: Antenne Brandenburg | 04.10.2021 | Ramona Fischer | Bild: Ronald Bonß/dpa

Diebe haben im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest dem Landkreis Uckermark einen schweren Schaden zugefügt: Sie ließen einen Elektrozaun um eine Kernzone verschwinden.

Große Teile des Zauns gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) in der Uckermark sind gestohlen worden. Bei Kontrollen durch den Landkreis sei am Wochenende nahe Schwedt festgestellt worden, dass sowohl Zaunmaterial als auch Batterien "in Größenordnungen" entwendet wurden, sagte Kreissprecherin Ramona Fischer dem rbb am Montag. Auf mehr als 2.000 Euro bezifferte sie den Schaden.

Unbekannte drohen neben Strafverfolgung weitere Konsequenzen

Landkreissprecherin Ramona Fischer sagte weiter, es sei nicht nur ein Diebstahl, sondern es würden auch die Bemühungen aller Beteiligten gefährdet, die Tierseuche einzudämmen. Die Tat der noch unbekannten Diebe stelle deshalb auch einen Verstoß gegen die Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung dar. Das könne zusätzlich mit Bußgeld in einer Höhe bis zu 30.000 Euro bestraft werden. Wie Fischer weiter mitteilte, war es nicht das erste Mal, dass Schutzzäune angegriffen wurden.

Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) schrieb auf Twitter ebenso von "kriminellem sozialschädlichen Verhalten". Die Diebe würden allen einen riesigen Schaden zufügen. Die Seuche könne so nicht eingedämmt werden.

Bislang zwei bekannte ASP-Fälle in der Uckermark

Die Tierseuche hat sich mittlerweile vom Süden Brandenburgs bis in den Norden ausgebreitet. Im Landkreis Uckermark gab es bislang zwei ASP-Fälle. Entlang der gesamten Grenze nach Polen wurde in Brandenburg bereits eine feste Wildschweinbarriere zum Schutz vor der Seuche errichtet. Angesichts des gefährlichen Seuchengeschehens aus Westpolen wird derzeit ein zweiter Zaun zur Errichtung eines Schutzkorridors gebaut.

Landesweit wurde bislang bei insgesamt 1778 Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest festgestellt - die meisten Fälle gab es in den Kreisen Oder-Spree (852), Märkisch-Oderland (281), Spree-Neiße (272) und der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) mit 271 ASP-Fällen.

Die ASP ist eine schwere Virusinfektion. Für Wild- und Hausschweine ist sie meist tödlich, für Menschen aber ungefährlich. Im September 2020 wurde in Brandenburg der deutschlandweit erste Fall bei einem Wildschwein bestätigt. Später war auch Sachsen betroffen. Mittlerweile sind auch ASP-Fälle bei Hausschweinen in Brandenburg aufgetreten. Die betroffenen Betriebe liegen in den bereits von ASP bei Wildschweinen betroffenen Landkreisen.

Sendung: Antenne Brandenburg, Regionalnachrichten, 04.10.2021, 16:30 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Klare Sache, diese Zäune werden gebraucht, um die Wölfe von den Nutztieren abzuhalten.
    (Brandenburg hat mehr Wölfe als ganz Schweden)

  2. 5.

    Wieviel zäune sollen noch errichtet werden dieses Virus können sie nicht aufhalten. Heben sie das jagdverbot für alle schalenwildarten auf. Überlassen Sie das Menschen die Ahnung davon haben. Hier werden sinnlose steuergelder verschleudert.

  3. 4.

    Dass stromführende Weidezäune über Batterien betrieben werden – eben genau weil irgendwo auf dem platten Land, fernab der nächsten Siedlung, meistens kein Stromanschluss vorhanden ist – ist absolut nichts Ungewöhnliches. Darüber kann man sich zwar wundern, muss man aber auch nicht.

  4. 3.

    Wen wunderts?
    Wenn in Berlin schon unter Spannung stehende Stromkabel gestohlen worden sind!

    Oder kommen hier noch politische Motive hinzu?
    Denn Respekt vor anderen oder "der Obrigkeit" sind momentan auch nicht gerade en vogue!

  5. 2.

    "Höhe bis zu 30.000 Euro"
    "bis zu" warum nicht Höhe VON 30.000 Euro, das ganze Land ist ein einziger Schildbürgerstreich.
    Batterien? Kein Stromanschluss?

  6. 1.

    Auch wenn es das Ganze bestimmt nicht unbedingt billiger macht: Könnte und sollte man nicht vielleicht über die Sicherung durch einen stillen Alarm nachdenken, der beim nächstgelegenen Polizeirevier ausgelöst wird? Im Endeffekt vielleicht doch besser, als wenn die Anlagen regelmäßig entwendet werden, womit dann auch die angestrebte Schutzwirkung vor dieser Seuche dahin ist …

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