Stadtentwicklung - Senat beschließt Berliner Hochhaus-Leitbild

Di 25.02.20 | 19:37 Uhr
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Berlin-Mitte, Panorama Morgenstimmung mit Nebel
Bild: imago/Dirk Sattler

In Berlin sollen bald neue Regeln für den Bau von Hochhäusern gelten. Der rot-rot-grüne Senat beschloss dazu am Dienstag ein sogenanntes Hochhaus-Leitbild. Das soll auch in Zukunft den Bau hoher Gebäude ermöglichen - obwohl Berlin in der Hinsicht wohl nicht zu Manhattan wird. Gleichzeitig enthält es Vorgaben etwa zur Aufteilung von Büro- und Wohnflächen in einem Gebäude, zu architektonischen Standards und zur städtebaulichen Verträglichkeit des jeweiligen Projekts mit seiner Umgebung.

Hochhäuser am Potsdamer Platz, Berlin
Bild: imago

Leitbild für Hochhäuser ab 35 Metern Höhe

Eine zentrale neue Vorschrift ist die gemischte Nutzung bei neuen Hochhäusern, die höher als 60 Meter sind. Nur 70 Prozent der Fläche darf dort etwa für Büros oder ein Hotel ausgewiesen werden, der Rest muss anders genutzt werden, zum Beispiel für Wohnungen. Im Erdgeschoss müssen die Hochhäuser öffentlich zugänglich sein, etwa mit Cafés oder Geschäften. Auch für die Dachterrasse soll das gelten. In Gebieten mit Einfamilienhäusern bleiben Hochhäuser auch in Zukunft tabu.

Das Hochhaus-Leitbild gilt für Neubauten, die den Höhenmaßstab ihrer Umgebung um mehr als die Hälfte überschreiten. In großen Teilen der Innenstadt sind damit wegen der "Berliner Traufe" bereits Hochhäuser ab einer Höhe von etwa 35 Metern betroffen.

"Vor dem Hintergrund des anhaltenden Stadtwachstums werden verstärkt Hochhausprojekte an den Senat und die Bezirke herangetragen", erklärte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). "Angesichts der besonderen städtebaulichen Bedeutung von Hochhäusern soll das Hochhaus-Leitbild die Interessen zwischen dem Immobilienmarkt und den Wünschen und Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger Berlins ausgleichen."

In Kraft tritt das Leitbild mit seinen zehn Leitsätzen [berlin.de], nachdem das Abgeordnetenhaus abschließend darüber befunden hat.

Sendung: Inforadio, 25.02.2020, 18:00 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Genau das ist der Punkt. Wohnen in niedrigen Häusern, arbeiten in hohen Häusern. In der ganzen Welt weiß man das schon lange. Nur hier verplempert man wertvolle Flächen für flache Bürokomplexe um dann Wohnungen in Höhe bauen zu müssen.

  2. 4.

    Wohnhochhäuser sind wider der Natur des Menschen. So 2-3 Etagen sind "genehmigt". Alle Berliner, die hier in unsere Gegend gezogen sind und früher in Betonsilos Etage 10 0der 11 wohnten können es heute selbst nicht verstehen wie sie einstl so hoch und dicht zusammen wohnen konnten. Auch wenn das Grundstück ziemlich klein ist ist der Wohnwert höher. Teils schmucke Vorgärten; da freut man sich mit.l

  3. 3.

    Lach .....wer sagt das die die da arbeiten auch drinn wohnen oder anders rum . Du denkst doch nicht ersnthaft das in solchen towern ,sozialwohnungen oder mittelpreisige wohnungen entstehen werden .das werden alles eigentumswohnungen mit preisen um die 10 tsd € a m2 ,wie sie jetzt schon am alex stehen

  4. 2.

    Ich habe doch gerade hier gelesen, dass ab 2025 kein Bevölkerungswachstum mehr stattfindet.
    Aber ok, wenn alle unbedingt im Friedrichshain wohnen wollen/müssen, dann bleibt wohl weiter nichts übrig als Friedrichsmanhatten.

  5. 1.

    Mischnutzung ist eine gute Sache. Hält die Arbeitswege schön kurz.

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