Die Polizei löst am 17.01.2021 eine Versammlung in Berlin-Gesundbrunnen wegen Verstoß gegen die Corona-Maßnahmen auf. (Bild: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Berlin-Gesundbrunnen - Gottesdienst gerät außer Kontrolle, Polizei zählt 170 Erwachsene

Die Berliner Polizei hat am Sonntagabend eine Veranstaltung in einem Gemeinderaum in der Soldiner Straße (Gesundbrunnen) aufgelöst. Wie eine Sprecherin auf Anfrage von rbb|24 mitteilte, trafen die Beamten mehr als 170 Erwachsene und sehr viele Kinder vor Ort an.

Laut der Polizei habe niemand einen Mund-Nasen-Schutz getragen, auf Abstände sei nicht geachtet worden. Der Pfarrer der Gemeinde habe den Einsatzkräften mitgeteilt, dass er einen Gottesdienst für 20 Personen organisieren wollte und von den vielen Teilnehmern überrascht gewesen sei.

Gottesdienste sind unter bestimmten Auflagen für bis zu 100 Gläubige erlaubt. Allerdings sollen weder ein Hygiene-Konzept existiert haben, noch eine Teilnehmerliste, hieß es von der Polizei. Weil der Veranstalter mit der Situation überfordert gewesen sei, hätten die Einsatzkräfte ihm bei der Auflösung geholfen.

Möglicherweise Geburtstagsfeier statt Gottesdienst

Zuvor hatte die "B.Z." berichtet, dass es sich möglicherweise nicht um einen Gottesdienst gehalten hat. Einsätzkräfte hätten ein Banner mit der Aufschrift "Happy Birthday" vorgefunden, Teilnehmer seien festlich gekleidet gewesen.

Wie die Polizeisprecherin mitteilte, sei aus der Nachbarschaft ein Hinweis auf eine laute Veranstaltung abgegeben worden. Gegen 19.45 Uhr sei die Polizei vor Ort gewesen. Von den Anwesenden seien die Personalien aufgenommen worden, über mögliche Strafrechts- oder Ordnungswidrigkeitsverfahren, gab es zunächst keine Informationen.

Erst am Samstagabend hatten Einheiten desselben Polizeiabschnitts eine Hochzeitsfeier in einer Penthouse-Wohnung aufgelöst.

Sendung: Abendschau, 18.01.2021, 19.30 Uhr

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5 Kommentare

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  1. 5.

    Diejenigen, die sich an die Regeln halten, haben wieder einmal die "A-Karte" gezogen. Wann werden die Verursacher endlich unter Quarantäne gestellt?
    Auch peinlich. Hinweise kommen aus der Bevölkerung. Was tun die jeweils zuständigen Sicherheitsbehörden?

  2. 4.

    Meine Kirchengemeinde ist vor Weihnachten vollständig auf ZOOM-Gottesdienste umgestiegen und diese Vorgehensweise wurde gerade bis Ende Februar verlängert.
    Mal wieder irgendeine Gemeinde, die durch ihr Verhalten andere Kirchengemeinden in ein schlechtes Licht rückt.

  3. 3.

    Gottesdienste als Tarnung für Partys mißbrauchen? Wegen solcher Deppen werden dann auch noch Gottesdienste untersagt.

  4. 2.

    Solche Leute wird man leider auch nicht mit schärferen Maßnahmen in den Griff bekommen, sondern nur da, wo es wehtut- im Geldbeutel. Die Bußgelder müssen drastisch erhöht werden 150 Euro, wie neulich p.P. bei einer Geburtstagsparty in Niedersachsen, ist einfach viel zu wenig.

  5. 1.

    Geburtstag/ Gottesdienst oder illegale Party in Bars oder „Lofts“ , Mann Leute gehts noch ? Was passiert da eigentlich: Deeskalationsgespräche ? Ermahnungen? Du ..Du..? Oder auch mal Strafen die richtig wehtun und auch vollstreckt werden? Unsere Polizei wird offensichtlich am Nasenring durch die Manege geführt!

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