Bis zu 200 Soldaten im Einsatz - Bundeswehr unterstützt Berliner Pflegeheime bei Schnelltests

Das Impfteam der Bundeswehr bereitet sich am 27.12.2020 im Pflegeheim Agaplesion Bethanien Sophienhaus auf das Impfen vor. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Bild: dpa/Kay Nietfeld

Soldaten der Bundeswehr helfen in den Berliner Pflegeheimen ab sofort auch bei den Corona-Schnelltests. Das teilte die Staatssekretärin der Gesundheitsverwaltung, Barbara König, am Montag mit.

"Die Bundeskanzlerin hat sich letzte Woche an die Kommunen und an die Länder gewandt mit der Idee, Bundeswehrsoldaten auch bei den Schnelltestungen einzusetzen in den Heimen", sagte König im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. "Das haben wir gerne aufgegriffen und auch sehr rasch." Berlinweit sollen bis zu 200 Soldaten dabei eingesetzt werden. "Wir sind heute schon mal mit 153 gestartet", so die Staatssekretärin. Die Soldaten dürften - zum Beispiel für Besucher - die Schnelltests selbst durchführen.

Impfquote beim Pflegepersonal liegt bei 40 Prozent

In Berliner Pflegeheimen werden bereits seit Dezember Bundeswehrsoldaten eingesetzt. König kündigte an, sie sollten zur Verbesserung des Infektionsschutzes in den Heimen auch in weiteren Bereichen mithelfen: So sei gedacht, dass sie beim Auftreten von Corona-Fällen zum Beispiel betroffene Wohnbereiche kennzeichnen, gegebenenfalls bei Umzügen mitanpacken oder beim Ausreichen von Desinfektionsmitteln ans Personal helfen. Außerdem sollen die Soldaten das Pflegepersonal entlasten, indem sie das Lüften in den Bewohnerbereichen und Gemeinschaftsräumen übernehmen.

Unterdessen sind bislang etwa 40 Prozent der Pflegekräfte in den Berliner Pflegeheimen gegen das Coronavirus geimpft worden. "9.000 haben sich schon impfen lassen von 23.000", sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Sie hoffe, dass sich diese Quote noch erhöht.

Bundeswehrsoldaten unterstützen zudem schon seit Monaten die Berliner Bezirke bei der Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten sowie bei der Information von Betroffenen. Auch in Teststationen und in Impfzentren helfen Bundeswehrangehörige aus. Nach Angaben der Bundeswehr sind für die Bewältigung der Corona-Krise bundesweit bislang rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Alle Leistungen der Bundeswehr sind als Amtshilfe zu verstehen, deren Voraussetzungen im Grundgesetz geregelt werden.

Sendung: Abendschau, 18.01.2021, 19:30 Uhr

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3 Kommentare

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  1. 3.

    40% der pflegekräfte haben sich bereits impfen lassen...es wären sicherlich noch mehr, wenn genügend impfstoff zur verfügung stünde bzw. der senat endlich mal die impfcodes an alle pflegekräfte in der stadt verschicken würde. denn ohne impfcode keine impfung in einem impfzentrum. ich warte seit drei wochen, betreue covid-patient*innen und meinem arbeitgeber sind auch die hände gebunden, da keine impfcodes vom senat kommen.

  2. 2.

    die Bundeswehr ist für die Landesverteidigung als Parlamentsarmee zuständig und das muss so bleiben.
    Im Krisenfall ist die Bundeswehr unterstützend tätig,wie jetzt.
    Wir sollten den Soldatinnen und Soldaten in unserer Gesellschaft mehr Anerkennung und Dank zeigen

    Die Bundeswehr muss gut ausgerüstet und in der Mannschaftsstärke bleiben,für unsere Sicherheit

  3. 1.

    Soldaten zu Zivis! Absolut lobenswert. Und wenn wir diese ganze Sache hinter uns haben, sollten wir die Bundeswehr auf 70.000 Mann (und Frauen) verkleinern und die freigesetzten Mittel nutzen, um endlich einen anständigen Katastrophen- und Zivilschutz aufzubauen. Den werden wir in den nächsten Jahrzehnten nämlich noch brauchen ...

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