Digitalpakt des Bundes - 130 Millionen Euro für Digitaltechnik in Berliner Schulen geflossen

Archivbild: Ein Schüler am Gymnasium Carolinum in Neustrelitz rechnet am 28.11.2019 eine Gleichung mit iPad, Stift und Papier im Matheunterricht. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Die Senatsverwaltung für Bildung hat bereits mehr als die Hälfte der zugesicherten Mittel aus dem Digitalpakt des Bundes investiert und verplant. Bis zum 10. Mai seien knapp 131 Millionen Euro aus dem Förderprogramm entnommen worden, wie die Verwaltung am Dienstag mitteilte. Das entspräche rund 52 Prozent der bis zum Jahresende 2024 zur Verfügung stehenden Digitalpakt-Fördermittel. Das Geld soll in die Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik fließen.

Knapp drei Viertel der Mittel seien in Berlin für einen zukunftssicheren Ausbau der schulischen Netzwerke bewilligt worden, zum Beispiel für LAN und WLAN-Netze. "Die Maßnahmen werden in den kommenden Monaten schrittweise umgesetzt", heißt es in der Mitteilung der Verwaltung. Den Berliner Schulen seien bislang 11.500 LTE-Router zur Verfügung gestellt worden, um schnelleres Internet zu ermöglichen. Die Erneuerung der Schulserver sei bereits weitgehend abgeschlossen, so die Bildungsverwaltung weiter. Zudem würden mit dem Geld Schulen mit Präsentationstechnik und digitalen Arbeitsgeräten ausgestattet.

"Lernraum Berlin" läuft laut Senat inzwischen stabil

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte, es sei gelungen, die Digitalisierung der Berliner Schulen voranzubringen. "Hier dürfen wir auch nicht nachlassen. Denn es gibt zweifellos noch viel zu tun. Wir haben den Lernraum Berlin erfolgreich stabilisiert und mit den LTE-Routern eine gute und breit akzeptierte Zwischenlösung gefunden, um den Schulen eine leistungsfähige Internetanbindung anbieten zu können", betonte Scheeres zugleich.

Im Dezember vergangenen Jahres und im Januar war es auf der Berliner Lernplattformen "Lernraum Berlin" zu massiven technischen Problemen gekommen.
Homeschooling war dadurch zeitweise nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich. Zudem beklagen Lehrer- und Elternvertreter seit langem, die digitale Ausstattung der Berliner Schulen werde den besonderen Anforderungen der Corona-Pandemie nicht gerecht und sei grundsätzlich veraltet und unzureichend.

"Lernraum Berlin" laufe inzwischen stabil und habe über 150.000 aktive Nutzerinnen und Nutzer, heißt es nun von der Senatsverwaltung.

Sendung: Abendschau, 11.05.2021, 19:30 Uhr

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6 Kommentare

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  1. 6.

    Wurde der Lufthansa das Geld unkompliziert geschenkt oder dummerweise vielleicht als Kredit zu knackigen Zinsen ausgereicht ??

  2. 5.

    Wenn wir wirklich die Bildungslücke für die Benachteiligten schließen wollen, dann müssen wir die Benachteiligt digital ZUHAUSE unterstützen.
    In der Schule bekommen alle die gleiche Bildung. Der Leistungsunterschied für die Benachteiligten entsteht dadurch, dass die Kinder der Bildungsbürger einen Arbeitsplatz zuhause haben, eine Notebook und Zugang zu digitaler Nachhilfe wie Sofatutor.
    Den Benachteiligten fehlt all dies.

    Die gesamte Diskussion, wie Bildung in der Schule realisiert werden kann, wird diese Lücke nicht schließen! Dass über dieses Problem nocht gesprochen wird, ist das eigentliche Versäumnis der Schulpolitik. Letztendlich geht es nach wie vor nicht um gleichberechtigte Bildung, sondern nur darum, wie die Erwachsenen auf Kosten der Chancen von Kindern Geld sparen können.

  3. 4.

    Das Geld ist da, natürlich immer zu wenig, doch ist das ein Anfang! Verspielen wir nicht die Chance, endlich mündige , kritische und denkende Menschen in ihrer Reife zu unterstützen. Hier haben alle die Verantwortung. Angefangen mit Eltern, die Schulen mit Erziehungsanstalten verwechseln, es sind Lehranstalten! Engagierte Lehrer, denen es eine Freude ist, diese Arbeit zu verrichten und vor allen Dingen unsere Politik, deren Anliegen es nicht sein sollte zur allgemeinen Verdummung beizutragen. Das Schulsystem muß auf allen Ebenen reformiert werden, sonst regiert uns Dummheit, Ignoranz, Egoismus...

  4. 3.

    Angesichts der Milliarden die schnell und unkompliziert in Lufthansa, Autoindustrie & co. geflossen sind, ist die Investition in den Bildungssektor einfach nur lächerlich.
    Aber wir haben hier ja wichtigere Bereiche finanziell zu unterstützen als Bildung...

  5. 2.

    Wenn sich hunderte Schul-Rechner oder tablets den Funkbereich des LTE-Router teilen bleibt fast keine Bandbreite mehr.
    Ein 4 Personen Haushalt, wenn jeder es gleichzeitig nutzt (Stream-Video, Online-Gaming, 4k-Fernsehen) kommt bei auf über 200 MBit/s.
    LTE bietet MAXIMAL 1,2 GBit/s bei besten Vorrausetzungen und effektivster Bauweise. Es hängt auch von den Chipsätzen ab. LTE fängt übrigens bei 150 MBit/s an... :)
    Bei Schulklassen an einem LTE Router sehe ich schwarz und die Kinder auch.
    Warum werden die Schulen nicht für den Unterricht mit Glasfaser vernetzt und für den Spielspaß mit ihren Handys mit LTE?

  6. 1.

    Es ist schön, dass es nach über einem Jahr endlich voran geht.
    Was Frau Scheeres nach wie vor überhaupt nicht im Griff hat, ist die Umsetzung des Lernens zu Hause. Hier darf jeder Lehrer nach wie vor machen, was er möchte. Hier muss es endlich klare Regeln geben!

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