Debatte um Ende aller Corona-Maßnahmen - Nonnemacher lehnt konkretes Datum für "Freedom Day" ab

Ursula Nonnemacher (Bündnis90/Die Grünen), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, spricht am 27.08.2021 in der Debatte der Landtagssitzung. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Bild: dpa/Bernd Settnik

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) lehnt ein festes Datum für das Ende aller Corona-Auflagen aktuell ab. "Die Bevölkerung ist noch nicht in ausreichendem Maße durch eine Impfung geschützt", sagte Nonnemacher am Montag. Zudem beginne nun wieder die kalte Jahreszeit - und die Ansteckungsgefahr steige, weil sich die Menschen wieder häufiger in geschlossenen Räumen aufhalten.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) geforderten Impfquoten von 85 Prozent in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen und von 90 Prozent bei den über 60-Jährigen seien noch nicht erreicht, so Nonnemacher. "Es wäre grob fahrlässig, in solch einer Situation auf sämtliche Schutzmaßnahmen zu verzichten", warnte sie. "Deshalb bleiben Abstand, Hygiene und Masken in vielen Lebensbereichen weiter unverzichtbar."

Gassen fordert Aufhebung aller Beschränkungen

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte einen "Freedom Day" nach britischem Vorbild gefordert und dafür den 30. Oktober vorgeschlagen. [tagesschau.de] In Großbritannien waren am 19. Juli fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben worden.

Die Bundesregierung erteilte Forderungen nach einem festen Datum für ein Ende aller Corona-Auflagen allerdings am Montag vorerst eine Absage. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es gebe guten Grund, grundsätzliche Maßnahmen wie Abstand und Maskenpflicht weiter gelten zu lassen.

Auch Müller gegen Abschaffung aller Maßnahmen

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat sich dagegen ausgesprochen, Ende Oktober alle Corona-Maßnahmen abzuschaffen. Der SPD-Politiker sagte am Sonntag in der ARD, bei der jetzigen Impfquote sei das noch nicht möglich.

Man müsse weiter kreativ die Menschen zum Impfen bringen. Es komme jetzt darauf an, mit höherem Impffortschritt in die Normalität zurückzukehren. Im Herbst werde vielen bewusst, dass Geimpfte in vielen Bereichen des Alltags Erleichterungen erfahren werden.

Es sei ihm "schleierhaft", warum Menschen das Angebot zur Impfung nicht annehmen würden, um das Deutschland in der ganzen Welt beneidet werde, so Müller.

Sendung: Bericht aus Berlin, 19.09.2021, 18:05 Uhr

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94 Kommentare

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  1. 94.

    Frau Nonnemacher fordert mal wieder. Hört da noch jemand hin? Was sie sagt oder nicht sagt ist eigentlich uninteressant. Sie hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie inkompetent und damit unglaubwürdig ist. Ihr hier eine Stimme zu geben empfinde ich als Fehler.

    Die Forderungen von Gassen hingegen sind richtig. Die Impfquote kann sich durch eine Zielstellung geringfügig erhöhen, mehr ist sowieso nicht drin. Forderungen wie die im Beitrag zitierten sind illusorisch und nicht umsetzbar. Andererseits kann man auch die Bevölkerung nicht länger knebeln, wenn man den inneren Frieden wahren will. Die Gewalt nimmt immer mehr zu.

    Vie wichtiger sind m.E. Auffrischungsimpfungen. In den Zulassungen der EMA und des PEI sind die Herstellerangaben zur Wirksamkeit vermerkt - bei Biontech 6 Monate. Wieso zwingt niemand die Politik das endlich zu akzeptieren? Will man noch mehr Menschen auf dem Gewissen haben?

  2. 92.

    "Nur sollten sie auch immer damit rechnen, das die überwiegende Mehrheit anderer Meinung ist." [sic]

    Nun, die aktuellen Mehrheiten der Regierenden (Bund: 56,3%, Berlin: 57,5%) sind so deutlich nun wirklich nicht.
    Inwieweit Merkel, Müller & Co. tatsächlich moralisch legitimiert sind, sich z.B. beim "Wachsen des Druckes" auf die Solidargemeinschaft zu berufen, kann zumindest hinterfragt werden.

    Und inwieweit Sie hier so locker von einer "überwiegenden" Mehrheit sprechen können, müsste auch noch geklärt werden.

    Übrigens:
    Im RKI-Bericht zum "COVID-19 Impfquoten-Monitoring (COVIMO)" vom 10. August 2021 gibt es u.a. die folgenden interessanten Aspekte zu den Befragungen:
    "Werden konkrete Maßnahmen angesprochen, wie z.B. der Ausschluss ungeimpfter Personen von öffentlichen Veranstaltungen, stimmen nur noch 44 % (eher) zu."
    Eine Bestrafung von "Impfunwilligen" lehnen gar 68,4% ab.
    (Googeln: "covimo-report bericht 6", dort Seite 6)

  3. 91.

    "Alle deutschen Länderchefs sollten sich besser mal bei der Bevölkerung entschuldigen für all den Unsinn . . ."

    Dazu ist es zu spät.
    Über ein Jahr ist vergangen, seitdem dies noch hätte klappen können.
    Außerdem kommt "all der Unsinn" doch wunderbar an bei all jenen, die sich darauf einließen.

  4. 90.

    "Nur sollten sie auch immer damit rechnen, das die überwiegende Mehrheit anderer Meinung ist."
    Woher wissen sie das? Können sie das belegen?
    Mein erster Kommentar zu ihrem Text wurde leider zensiert, warum auch immer!
    Hoffe das es diesmal klappt!

  5. 89.

    Könnte aber auch daran liegen,dass keine Veranstaltungen mit vielen Menschen erlaubt waren. Nur so eine Idee.
    Und es ist erstaunlich,dass unsere Maskenpflicht sogar die Grippe in Schweden verhindert hat. Da aber die Maskenpflicht seit über einem Jahr gilt,frage ich mich schon,wie es Corona geschafft hat immer wiederzukommen.

    Leuten,die an etwas glauben,davon abzubringen,ist generell schwierig und ja auch nicht nötig. Nur wenn mir jemand erzählt,es gibt einen Gott,muss er mir das beweisen und nicht ich muss ihm beweisen,dass es keinen gibt.

  6. 88.

    Du arbeitest wahrscheinlich nicht im Handel oder dort,wo Maske während der Arbeit vorgeschrieben ist. Viel ÖPNV musst du sicher auch nicht fahren.
    Ich drücke den Betroffenen immer mein Bedauern aus und die allerwenigsten behaupten damit kein Problem zu haben.
    Mir persönlich könnte es egal sein,ich muss sehr selten Maske tragen. Ich besitze aber Empathie.

  7. 87.

    So ist es, wer im Homeoffice sitzt, Hartz4 oder Rente bezieht ist das alles eine Kleinigkeit.

  8. 86.

    Jep, ich bin eine starke Befürworterin von Kinderimpfungen. Ich bin noch vor den Impfungen gegen 'Kinderkrankheiten' geboren und hatte die alle. War nicht schön. Selbst ohne das Risiko schwerer Krankheitsverläufe freue ich mich, dass meine Tochter Impfungen statt wochenlanger Krankheiten bekommen konnte, und dasselbe gilt jetzt auch für die Coronaimpfung. Ich hab das ausprobieren dürfen und fand's echt nicht empfehlenswert. Daumen hoch für einen Pieks, der Tage bis Wochen krank sein erspart. Ja, auch für Kinder!

  9. 85.

    Das brauche ich nicht zu unterstellen.
    Wie war es mit den Tests.... die waren erst freiwillig.... wenige nahmen das Angebot an.
    https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/03/berlin-schnelltest-teststation-kapazitaeten-testwillige-termine.html
    Naja dann macht man es eben zur Pflicht.
    Also die Mehrheit wollte sich wohl freiwillig nicht testen lassen.

  10. 84.

    "Nur sollten sie auch immer damit rechnen, das die überwiegende Mehrheit anderer Meinung ist."
    Woher wissen sie das? Dazu müßte eine Volksabstimmung stattfinden und die gibt es nicht.
    Und was Umfragen wert sind wird das nächste We. zeigen. Ich glaube das wird einige Überraschungen geben.
    Ich bin kein Querdenker, 2x geimpft und früher schon ein Freund von Impfungen gewesen da ich liebend gern gesund durch die Welt reise. Nice day :-)

  11. 83.

    Eine kleine Ergänzung zu Ihrem Beitrag meinerseits. Recherchieren Sie doch mal rein interessenhalber, wer bei Erkrankungen und/oder Krankenhausaufenthalten maßgeblich an der Entwicklung und Einführung der Fallpauschalen beteiligt war. Sie werden aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen...

  12. 82.

    …die Reaktion der Regierung ist auch vergleichbar.
    Macht die Bevölkerung nicht freiwillig das was gewollt ist zwingt man sie."
    Sie unterstellen hier, das es einen Gegensatz zwischen dem, was von den Parlamenten beschlossen wurde und dem Wollen der Bevölkerung gäbe. Dem ist aber m.E. größtenteils nicht so. Es gibt einen kleinen gärigen Haufen von ewig nörgelnden Besserwissern die meinen, "das Volk" zu sein. Und die glauben halt was sie wollen.
    Sollen sie ja auch.
    Nur sollten sie auch immer damit rechnen, das die überwiegende Mehrheit anderer Meinung ist. Und das auch sagt. Und ggfls durchsetzt.

  13. 81.

    Ein paar Minuten Maske tragen!!!! Echt? Ich habe jeden Tag einen 2 Stündige Arbeits weg, hin und rück, dann noch Einkaufen!!!!! Und dann noch die Hitze in Bus und U Bahn und all die Fahrgäste bdienes nicht fertig bekommen die Fenster zu öffnen. Es gibt viele Menschen die ein langen Arbeitsweg haben, die keinen Führerschein haben! Und die Menschen im Verkauf,die den ganzen Tag Maske tragen müssen und ganz zu schweigen von den Schülern.Soviel zu den Thema, Maske tragen,ein paar Minuten am Tag!

  14. 80.

    Schlimm genug, dass Sie offenbar ein Befürworter von Kinderimpfungen sind um das egoistische Freiheitsrechtsempfinden Erwachsener zu fördern. Es ist zu lesen, dass man nun die ab 5 jährigen " durchimpfen" will um über etwaige Aufhebung nachzudenken, von daher ist die Aussage von Klawitta richtig. Es kann doch nicht sein, immer neue Argumente hervorzuholen! Was kommt als Nächstes? Impfen von Haustieren?

  15. 79.

    Der Nutzen des Gurtes ist bewiesen, die von Masken, Impfungen, 2G, 3G usw. aber nicht.
    Sage ich,"
    Gut, das muß man mal jetzt so stehen lassen. Und dabei sollte man sich auch nicht von gegenteiligen Fakten irritieren lassen, wie z.B. dem Ausbleiben von Erkältungs- oder Grippewelle. Es gibt ja da solche Experten die der Meinung sind, das hätte schon was mit dem Maskentragen oder dem allgemeinen verhindern von Kontakten zu tun.
    Und auch davon, das in den Krankenhäusern zu 99 % Ungeimpfte Corona-Patienten liegen-ignorieren!!!! Sowas glauben ja nur die die es nicht querer wissen.

  16. 78.


    Und die Gurtpflicht schützt auch die anderen Verkehrsteilnehmer"
    Man sollte allerdings nicht den Effekt unterschätzen, das durch Gurte sehr, sehr viele schwere Verletzungen und die sich daran anschliessenden Folgebehandlungen und -kosten vermieden wurden.
    Insofern-ja, Gurte schützten auch die Anderen-.

  17. 77.

    Zudem ist das Gesicht eine der persönlichsten Körperregionen. Was dort montiert wird, hat weitaus tiefere psychologische Einflüsse als z.B. Sicherheitsschuhe."
    Kann man so sehen. Also sollte man die Montage umgehen und sich tunlichst keine Maske ins Gesicht löten.
    Temporäres Tragen derselben dürfte m.E. nicht direkt unter den Begriff Montage fallen.
    Aber ich kann mich täuschen und habe gerade meine Maske, nach dem Einkaufen, abmontiert.
    Dübellöcher sind allerdings nicht zurückgeblieben.

  18. 76.

    Wer nicht autofahren WILL tut es eben eben nicht, der muss sich auch nicht anschnallen"
    Und wer nicht am Gemeinschaftsleben teilnehmen WILL, der muß sich auch nicht impfen lassen. Zuhause solls ja auch ganz schön sein. Auf Dauer.

  19. 75.

    Ich wußte gar nicht, dass es Frau N. überhaupt noch gibt. Nach ihrer quasi-Entmachtung während der Impfzeit hörte man garnichts mehr von ihr.

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