e-Sports - Zocken an der Konsole anstatt auf einem Fußballplatz bolzen

Mo 15.02.21 | 12:59 Uhr
Die E-Sportler des 1. FC Frankfurt (Oder) (Quelle:rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 15.02.2021 | Lynn Kraemer | Bild: rbb

Kein Shoppen, kein Essen gehen und - für viele das schlimmste: Kein Fußball mit Zuschauern in der Region. So ganz stimmt das aber nichtnicht. Beim 1.FC Frankfurt rollt der Ball weiter, aber leider nur virtuel, auf der Playstation. Beim DFB e-Pokal.

Auch wenn auf regionalen Fußballplätzen mit Zuschauern wenig bis überhaupt nichts läuft, laufen digital an Konsolen und Bildschirmen immer mehr Matches. Der 1.FC Frankfurt (Oder) mischt derzeit beim DFB e-Pokal ganz groß mit.

Die Finger am Controller verkrampfen. Schneller Daumenzug nach links, konzentrierter Blick, bloß nicht ablenken lassen. Tor für Lukébakio, gelenkt von Justin Winkel. Der 22-Jährige bildet mit Steven Frühauf und Philipp Drosdek das E-Sport-Team des Frankfurter Teams. Die 3 trainieren zusammen für den DFB E-Pokal an der Playstation. Im virtuellen Pokalwettbewerb treten Amateurteams wie Frankfurt und professionelle E-Sportler gegeneinander an.

e-Sports als Ersatz fürs echte Balltraining

Für Steven ist das mehr als bloßes Zocken. Es sei schon Mentalsport. "Wenn man mental nicht fit ist, und sagt ja, ich liege 1:0 hinten, kacke, was mache ich jetzt, dann bist du da wahrscheinlich falsch." Steven übt dafür Drei bis Vier Stunden täglich.

Wenn die Jungs nicht vor der Konsole sitzen, stehen sie eigentlich auf dem Fußballplatz. Steven und Justin spielen für den 1.FC Frankfurt in der 6. Liga, der Brandenburg-Liga. Phillip kickt beim Nachbarverein Lokomotive. Seit einigen Monaten müssen sie auf das Mannschaftstraining wegen des Lockdowns verzichten. Mehr als allein dribbeln oder den Ball hochhalten ist nicht drin. Justin nimmt das etwas mit: "Das an der Konsole macht auch Spaß, spiegelt aber nicht wider, wie das Leben sonst mal war. Und das macht einen wirklich traurig."

Große Namen verdienen mit Zocken Geld

Als Ablenkung muss FIFA herhalten. Im DFB e-Pokal haben sie schon einige Gegner rausgeschmissen. Für Phillip war das keine so große Überraschung: "Von vornerein hätte ich schon gesagt, dass wir Chancen haben, weit zu kommen, weil ich auch weiß, wie die Jungs drauf sind, wie die ticken, wie ich spiele." Aber man wisse natürlich nie, auf was für Gegner man so treffe. Das Frankfurter Team trennt noch eine Zwischenrunde von E-Sport-Teams wie Hertha BSC oder RB Leipzig. Deren Spieler sind Profis und verdienen ihr Geld mit Zocken.

Traum vom Profifussballer stirbt zuletzt

Bei ihren Siegchancen bleibt Phillip aber realistisch. Die hätten andere Möglichkeiten. "Das wird schon schwierig gegen so eine Mannschaft zu gewinnen." Aber es sei auch wie im echten DFB-Pokal, da kann auch mal ein Drittligist einen Erstligisten rausschießen. Der Traum vom Profifußball lebt bei allen Protagonisten weiter - zumindest an der Konsole.

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