Altlandsberg (Märkisch-Oderland) - Neun Pferde vom Erlebnishof Wolfsland beschlagnahmt

Mi 28.12.22 | 16:49 Uhr
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Pferde Erlebnishof Altlandsberg
Audio: Antenne Brandenburg, 28.12.2022, Marie Stumpf | Bild: Marie Stumpf/rbb

Das Veterinäramt musste wegen angenommener Tierwohl-Gefährdung eingreifen. Insgesamt neun Pferde wurden nun beschlagnahmt. Der Pferdeverein ist sich keiner Schuld bewusst. Von Marie Stumpf

Es herrscht viel Betrieb auf dem Erlebnishof Wolfsland in Altlandsberg (Märkisch-Oderland). Mehrere Kinder sind mit ihren Eltern und/oder Großeltern zu Besuch. Seit gut einer Woche wird die Idylle aber getrübt. Am 20. Dezember erschien das Veterinäramt Märkisch-Oderland im Pferde-Sport-Verein Wolfsland, beschlagnahmte sechs Pferde und drei Ponys. Die Vorwürfe des Veterinäramtes kann Besitzerin Christine Heidemann nicht nachvollziehen: "Ein 23-jähriges Pferd mitzunehmen, weil es ein Beckenschiefstand hat. Das hat auch ein Mensch. Es hat es hier kein Pferd schlecht." Sie will nun gegen die Beschlagnahmung ihrer Pferde klagen.

Herde leide unter Beschlagnahmung der Tiere

Auf dem Hof hätte es zu dünne und zu dicke Pferde gegeben. Auch die Hufe einiger Tiere seien nicht korrekt beschnitten gewesen. All das stimme so nicht, betont Christine Heidemann. Tatsächlich setze es den verbliebenen Pferden eher zu, dass ihre Artgenossen beschlagnahmt wurden.

Heidemann bleibt vor einer Koppel mit zwei Stuten stehen. "Es waren vorher vier hier. Von denen sind nun die beiden Leitstuten weg. Und wenn in einer Herde Leittiere fehlen, zerbricht diese. Sie fressen sehr wenig momentan", so Heidemann

Wie der Sprecher des Landkreises Märkisch-Oderland, Thomas Behrendt, dem rbb mitteilte, ist für die Tiere eine sichere Unterkunft gefunden worden. Sie werden von Fachkräften auf der Rennbahn Hoppgarten versorgt. Nähere Informationen über den Gesundheitszustand der Tiere seien noch nicht bekannt.

Unterschiedliche Reaktionen von Gästen

Und auch viele Hofgäste verstehen den Schritt des Veterinäramts nicht. Sie stehen klar im Heidemann Lager. Eva Köhler etwa kommt seit März regelmäßig. Ihre Enkeltochter hat eine Reitbeteiligung auf einem der Pferde, das nun beschlagnahmt wurde. "Die Tiere sahen wirklich nicht verhungert aus. Da habe ich schon ganz andere Pferde gesehen. Ich hatte die Tierärztin angesprochen und da meinte sie wohl: Ja, dann müssen Sie mal richtig hingucken oder Sie haben keine Ahnung", sagt Köhler

Doch es gibt auch andere Meinungen unter der Kundschaft. Sechs Reitbeteiligungen wurden seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe bereits gekündigt.

Ställe wurden ohne Baugenehmigung gebaut

Dem Landkreis selbst geht es unterdessen nicht nur um das Tierwohl. Denn: Für die Pferdeboxen auf dem Hofareal in Altlandsberg gibt es keine Baugenehmigung. Da die Ställe am Hang liegen, könnte es in den Boxen bei starkem Regen nass werden, so der Kreissprecher. Daher mussten einige Gebäudeteile gesperrt werden, darunter zwei Pferdeboxen und drei Unterstellplätze.

Laut Besitzerin Heidemann ist eine Verbesserung bereits in Arbeit. Über die Zukunft des Pferdehofs wird im kommenden Jahr beraten. Im Januar soll es ein Gespräch zwischen den Vereinsmitgliedern und dem Bauordnungsamt geben.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.12.2022, 15:10 Uhr

 

10 Kommentare

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  1. 10.

    Wer den "Verein" kennt, weiß, wie die Pferde in Wirklichkeit aussehen. Es gab bestimmte Tiere, die immer besser in Futter standen, als die meisten. Das liegt daran, dass auch eine Einstellerin dort ihre Tiere untergebracht hat(te) und eines davon auf dem Bild zu sehen ist. Der Schein trügt (leider)...

  2. 9.

    An den Pferden auf dem Titelbild kann man keine Verwahrlosung sehen, weil Bild zu klein ist. Die Tiere sehen aber nicht unterernährt aus, und schmuddelig sind alle Pferde bei diesem Wetter im Freien. Also sollte man die Beurteilung Fachleuten überlassen.

  3. 8.

    Es wird Zeit, dass diesen Leuten mal endlich das Handwerk gelegt wird! Die Leittiere würden fehlen?? Die beschlagnahmten Pferde waren keine Leittiere, sie sind im Rang mittelstufig gewesen; man hat sich auch nie hierum geschert. Die bisherigen Leittiere wurden innerhalb der letzten 12 Monate qualvoll sich selbst überlassen. Auch kein Tierarzt wurde zu Rate gezogen, man hat 5 Tiere qualvoll sterben lassen. Jedem Tierschützer müsste das klar sein, dass was falsch läuft! Gut, dass es das Veterinäramt gibt!

  4. 7.

    Seit Jahren besteht dort ein Missstand! Sich hinzustellen und zu behaupten, dass es nie so war oder es jetzt besser wird, sind Lügen! Seit Jahren werden dort Lügen erzählt, die Kinder fertig gemacht, die Pferde misshandelt. Dass nun endlich etwas passiert, war lange Zeit überfällig! Jeder, der das weiterhin unterstützt, macht sich mit verantwortlich!

  5. 6.

    Ist doch richtig so der Besitzer ist früher schon aufgefallen,und ein Spinner macht den Hof zu un gut ist.

  6. 5.

    Endlich wurde etwas unternommen! Das Foto spricht wohl für sich!! So sahen/ sehen viele Tiere dort aus!

  7. 4.

    einmal nachdenken sollte angebracht sein !
    Es gibt in der Umgebung 4 Reiterhöfe !! im selben Ort die um Kundschaft buhlen !!

  8. 3.

    Das böse Veterinäramt mal wieder…also kein Amtstierarzt nimmt Pferde wegen eines Beckenschiefstand weg oder fehlender Baugenehmigung! Aber natürlich hat jeder Tierhalter seine eigene Wahrnehmung und so vermutlich seine Tiere über längere Zeit vernachlässigt…

  9. 2.

    Bei einer Lebenserwartung von rd. 25 - 30 Jahren für ein Pferd ist es nicht sonderlich verwunderlich das ein 23er einen Beckenschiefstand haben kann. In den meisten Fällen sind die reversibel. Nicht fachgerecht geschnittene Hufe können auch eine Ursache dafür sein, aber auch hier wäre nach einer Schonungsphase ein Nacharbeiten machbar. Vorübergehend kann dies auch ein guter Hufschmied ausgleichen. Dem Bericht nach scheint die wirkliche Ursache wohl eher woanders zu liegen. Bei fehlenden Baugenehmigungen gibt es durchaus Stress - oder wenn der Hof "im Wege steht".

  10. 1.

    Es ist natürlich das Veterinäramt schuld. Na klar. Manch Tierhalter machen es sich zu einfach und gehen über das Wohl der Tiere hinaus. Hauptsache die Kasse stimmt.

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