Protest in Berlin - Polizei leitet 34 Ermittlungsverfahren nach Demo für Erhalt von "Köpi-Platz" ein

Linksautonome protestieren unter dem Motto: "united in anger" gegen die geplante Räumung des Köpi-Platzes (auch Køpi-Platz) an der Köpenicker Strasse 137 in Berlin. (Quelle: snapshot-photography/F.Boillot)
Bild: snapshot-photography/F.Boillot

Nachdem am Samstagabend knapp 1.000 Menschen gegen die geplante Räumung des linksautonomen Bauwagencamps "Köpi-Platz" protestiert haben, hat die Berliner Polizei am Sonntag Bilanz gezogen - nach ihrem Einsatz mit rund 700 Beamten.

Auf Anfrage von rbb|24 sagte die Polizeisprecherin Dajana Hirth am Sonntagvormittag, es seien im Zusammenhang mit der Demonstration 34 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden: unter anderem wegen Landfriedensbruch, dem Versuch, Gefangene zu befreien und tätlichen Angriffen auf die Polizei.

Sechs Beamte seien leicht verletzt worden, konnten aber weiter am Einsatz teilnehmen. Zu Verletzten auf Seiten der Demonstrierenden "liegen uns keine Informationen vor", sagte die Polizeisprecherin auf Anfrage von rbb|24.

Die Sanitätsgruppe "Left-wing Demonstration Medics" teilte rbb|24 am Sonntag mit, in zivil mit drei Sanitätskräften bei dem Protestzug im Einsatz gewesen zu sein und erste Hilfe geleistet zu haben. Unter den Demonstrierenden habe es "eine zweistellige Zahl" von Verletzten gegeben - vor allem durch Pfefferspray, das die Polizei eingesetzt habe. Auf Nachfrage von rbb|24 nannte die Gruppe keine konkretere Zahl.

Jörg Reichel, Vorsitzender der Berliner Gewerkschaft Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), Teil von Verdi, kritisierte via Twitter, mehrere Journalisten seien von der Polizei an der Ausübung ihres Berufs gehindert und angegangen worden [twitter.com].

Böller auf Beamte geworfen

24 vorübergehende Festnahmen hat es im Verlauf der Demonstration nach Angaben eines Polizeisprechers aus der Nacht gegeben. Nach Aufnahme der Personalien seien aber alle Personen wieder auf freien Fuß gekommen. Einige Demonstranten hätten Pyrotechnik gezündet und Böller auf die Polizei geworfen. Nach Polizei-Angaben sind zwei Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet worden.

Insgesamt sei der Verlauf des Protestzugs "recht ruhig" gewesen, hieß es von der Polizei nach dem Ende der Demonstration in der Nacht. Vereinzelt hätten Demonstrierende aber nach Beamten getreten, Flaschen seien geflogen. Daraufhin hätten Einsatzkräfte "die Protestierenden zurückgedrängt", sagte Dajana Hirth am Sonntagvormittag.

Linksautonome protestieren unter dem Motto: "united in anger" gegen die geplante Räumung des Köpi-Platzes (auch Køpi-Platz) an der Köpenicker Strasse 137 in Berlin. (Quelle: snapshot/Future Image/Jean MW)

Räumung des Wagencamps am 15. Oktober

Das Wagencamp "Köpi Platz" gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linksautonomen Szene in Berlin. Im Juni hatte das Landgericht die Räumung des Grundstücks mit bewohnten Bauwagen angeordnet, die nun für den 15. Oktober angesetzt ist. Die Bewohner wollen versuchen, dies mit einem Eilverfahren vor dem Kammergericht zu stoppen.

Sollte es doch zur Räumung kommen, wollen sie "nicht kampflos aufgeben", wie Sprecher am Freitag ankündigten. Die Demonstration am Samstag sollte auch an die Räumung des besetzten Hauses "Liebig 34" vor einem Jahr erinnern.

Sendung: Inforadio, 10.10.2021, 08:20 Uhr

32 Kommentare

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  1. 32.

    Diese Aussage stammt nicht von mir, da hat jemand dreisterweise mich vorgetäuscht.
    Meine Antwort auf Trude 13.28 Uhr kann man unter Dagmar 14.36 Uhr nachlesen.
    Ja nun kann ich mir noch ein besseres Bild davon machen, wer hier so unterwegs ist

  2. 31.

    Und konsequent bestrafen. Nur so besteht die Hoffnung das Straftaten nichts bringen

  3. 30.

    Die Kommentarfunktion ist immer noch nicht gesperrt???

  4. 28.

    Na ja, nach unseren Unterlagen ist Hamburg genauso linksradikal einzustufen wie Berlin. Die Rote Zora und der Schwarze Block sind dort ebenfalls dominant.
    In Berlin stelle ich aber fest, dass die Moderation dieses Forums aber offensichtlich Sympathieträger ist. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass meine Kommentare von 20:50 und 23:30 (Antworten auf einen Kommentar mit Straftatbestand) nicht veröffentlicht wurden. So etwas habe ich in Deutschland noch nicht erlebt. Ich werde das mit meinen Kollegen beraten.

  5. 27.

    Ich suggeriere gar nichts.
    Ob der Linksextremismus eine Gefahr ist, haben andere zu entscheiden, als sie selber und deren Anhänger.
    Sie beantworten die lletzte Frage nicht, statt desen unterstellen Sie nach altbekannten Muster.

    Ich empfehle die Berichte vom Verfassungsschutz zu lesen.

  6. 26.

    Wenn ich mir das nochmals überlege, muss ich eingestehen, dass ich wirklich falsch liege mit meinen Behaupungen.

  7. 25.

    Und Ihnen würde vielleicht mal eine geregelte Arbeit gut tun .

  8. 24.

    Politische Bildung wäre auch bei einigen der hiesigen Kommentatoren, u. a. Ihnen, sinnvoll.

  9. 23.

    1. Auch rhetorische Fragen werden mit einem Fragezeichen am Satzende geschrieben.
    2 Ich behaupte nicht nur, dass es keinen Zusammenhang in dem gibt, was Sie zu suggerieren versuchen.
    3.1 Geht eine echte Gefahr für die Demokratie von den Rechten und der AfD aus (oder wieviele Menschen wurden seit der Wiedervereinigung von Linksextremisten bedroht und umgebracht?)
    3.2 Im Übrigen ist Ihre letzte Frage nichts weiter als ein typisch von rechter Seite allzu bekannter Versuch, vom eigentlichen Sachverhalt abzulenken.

  10. 22.

    Ob es da ein Zusammenhang gibt, das war eine Frage, siehe Fragezeichen.
    Sie behaupten nein, ich behaupte weder ja noch nein.
    Was die Diskreditierung angeht, das bestellen die Linksextremisten schon selber.
    Wenn Sie darüber nachdenken welche Gefahr für unsere Demokratie diese Gruppierung darstellt, dann wäreI auch da ein Anfang gemacht über die Unterschiedlichkeit der Menschen nachzudenken.
    Wie hätten Sie kommentiert, wenn die AFD gemeint wäre?

  11. 21.

    So ist es , Beitrag Nr.18 ist im übrigen nicht von mir , sondern von so einem perspektivlosen der scheinbar mein "Fan"geworden ist und meint er müßte meinen Namen benutzen . So sind Sie halt , vergreifen sich gerne an fremden Sachen dann muß man sich selber nicht anstrengen .

  12. 20.

    Das sind die linken. Die sprayen auch die Stadt voll. Mit Schriftzügen wie "ACAB" (all cops are bastards). Es geht hier gezielt um Hetze gegen die Polizei. Vor allem für junge Erwachsene ist es verlockend bei Perspektivlosigkeit. Ein ähnliches Problem haben wir bei rechten Gruppierungen.

    Hierbei sollte mehr in politische Bildung investiert werden. Das weder links noch rechts zeitgemäße Wege sind. Dann haben auch diese Gruppen keinen Zulauf mehr.

  13. 19.

    Das ist eine von Ihnen daherphatasierte Korrelation, die jeglicher Grundlage entbehrt. Vielleicht sollten Sie, bevor Sie derartiges behaupten, erst einmal recherchieren, wo überall in Berlin, bspw. die meisten Hartz IV-Empfänger leben. Das wäre aber auch nur ein Anfang. Es scheint eher Ihr Wunschdenken zu sein und diskreditiert zugleich sowohl die einen als auch die anderen. Es zeigt weiterhin ganz deutlich, wie Sie über Menschen denken.

  14. 18.

    Ich kann da nur zustimmen, immer wieder dieselben aggressiven und aufstachelnden Töne von immer wieder dem- oder denselben ‘Kommentator(en)’. Außerdem erschreckt es mich immer mal wieder sehen zu müssen, was für Kommentare hier veröffentlicht werden.

  15. 17.

    Im übrigen wertschätze ich es sehr, dass die ‘Rechten’ sich zumindest um die eigenen Leute kümmern, während sich diese gewalttätigen Linkskaoten, von der Gesellschaft abwenden.

  16. 16.

    Das einzige Ballungszentrum, dass durch Linksextremismus auffällt, das ist Berlin, und gleichzeitig gibt es hier auch die meisten Hartz IV Empfänger. Ob das ein Zufall ist?

  17. 15.

    Also, nach Meinung einiger Kommentatoren hier dürfen sich die Polizisten anspucken, beleidigen,mit Flaschen usw. bewerfen und ggf. such erschießen lassen und wenn sie sich wehren sind es die Sch..- Bullen. Geht's noch???

  18. 14.

    Es gibt nun mal Leute die diesen linken gewaltbereiten Mob unerträglich finden , das hat nichts mit Rechts zu tun , sondern ist einfach nur gegen die linksextremen und für die Polizei die hier einen guten Job macht und meiner Ansicht nach noch viel zu lasch ist .

  19. 13.

    Dann sollten wir die StA Berlin darüber entscheiden lassen, ob hier Hass und Hetze gegen den Staat und seine Machtorgane erfolgen. Ich erkenne hier eindeutige Ansätze. Schon allein der Kommentar 10 mit seinem letzten Satz rechtfertigt eine Anzeige wegen Volksverhetzung, auch wegen Beihilfe durch Veröffentlichung.

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