Aufruf zum "Träumen" - Cottbuser Kollektiv sammelt Ideen für Innenstadtbrache

Blick auf die Brache - Erweiterung Belchen Carré Cottbus (Foto: rbb/Schneider)
Bild: rbb/Martin Schneider

Seit Jahren sorgt eine Baufläche in der Innenstadt von Cottbus für Diskussionen in der Stadt. Die Fläche gehört einem Investor, der dort den zweiten Teil des Einkaufszentrums "Blechen-Carré" erreichten will. Weil das allerdings noch immer nicht geschehen ist, regt sich Widerstand gegen die Pläne des Investors. Mehrfach mussten sich die Stadtverordneten mit dem Thema auseinandersetzen, ein Bürgerbündnis kämpft für eine sinnvolle Nutzung der Brachfläche.

Eine Gruppe von Stadtplanern, Architekten und Kulturwissenschaft, das "Kollektiv Stadtsucht" nähert sich dem Thema kreativ - und will die Cottbuser zum Träumen einladen.

Abreißen und neu denken

Einfach freiräumen, zumindest gedanklich und neugestalten, das ist die Idee hinter dem Projekt "Traumfabrik". An verschiedenen Orten in der Stadt liegen Postkarten aus, die von den Cottbusern bemalt, beklebt oder mit Ideen beschrieben werden sollen.

Es gab bereits die unterschiedlichsten Ideen, erzählt Belinda Kergel vom Kollektiv. Kinder hätten einen Süßigkeitenladen aufstellen wollen, ein anderer wollte die Schweizer Alpen in die Cottbuser Innenstadt verlegen.

Träumen ist ausdrücklich erwünscht, wenn es um die Brachfläche geht, heißt es vom Kollektiv. Ziel des ganzen ist es, dass die Cottbuser eine gemeinsame Vision der Fläche entwickeln und sich dafür einsetzen, so Mitglied Lucas Opitz.

Mitglieder des "Kollektiv Stadtsucht" vor den Postkarten mit Ideen (Bild: rbb)Mitglieder des "Kollektiv Stadtsucht" vor den Postkarten mit Ideen

Viele Ideen, unklare Zukunft

Die Resonanz auf die "Traumfabrik" ist groß. 25.000 Postkarten sind in einem halben Jahr bereits gestaltet worden, weitere sechs Monate soll das Projekt laufen. Damit die Ideen auch gesehen werden ist eine Ausstellung für August geplant.

Doch wie es danach mit dem Projekt weitergeht weiß auch das "Kollektiv Stadtsucht" nicht. "Ich kann nicht sagen worauf es hinausläuft", sagt Lucas Opitz. "So ergebnisoffen sind wir auch an das Projekt, an diesen Prozess herangegangen. Bis dato habe ich die Fläche noch nicht gekauft, vielleicht kommt das ja noch", sagt er augenzwinkernd.

Sendung: Antenne Brandenburg, 30.03.21, 14:10 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Mir liegt sehr viel am Wachsen von Cottbus. Es soll mal eine wirkliche Hauptstadt der Lausitz werden. Daher ist es mir unbegreiflich ,wie ein Investor eine Stadt dermaßen verschaukelt und die Stadtspitze es machtlos über sich ergehen lässt. Mir wird schon bange bei den weiteren Projekten des Strukturwandels.

  2. 2.

    Die sogenannte Brache, was hatten wir hier für ein schönes Kleinode zu stehen. Aber ja die Altlasten alles abgerissen, und nun sollen neue Konzepte her. Solange man keine anderen Branchen nach Cottbus holt ,braucht man hier nichts neues zu errichten.

  3. 1.

    Ein riesiges Einkaufszentrum mit gigantischem Parkhaus wird sicher dafür sorgen, dass Menschen in die Innenstadt wollen!!

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