Interview | Mehrere Phänomene an einem Tag - "Super-Mond" geht über Berlin und Brandenburg auf

Ein sogenannter Supermond steht hinter dem Berliner Fernsehturm (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
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Mehrere Himmelsphänomene an nur einem Tag: Berlin und Brandenburg erleben am Mittwoch einen "Super-Mond" - der Vollmond erscheint dann besonders groß. Außerdem gibt es eine Mondfinsternis - dieser Blutmond ist bei uns aber nicht zu sehen.

Seltenes Ereignis am Himmel: Am Mittwoch stehen Sonne, Mond und Erde exakt in einer Linie. Dabei entsteht eine Mondfinsternis, der sogenannte Blutmond. Dieses kleine Spektakel ist in unseren Breitengraden aber nicht zu sehen.

Fast zeitgleich befindet sich der Mond während der Vollmondphase am nächsten Punkt zur Erde, er erscheint dann noch größer als sonst - ein sogenannter Super-Mond entsteht. Im Interview erklärt der Leiter des Cottbuser Planetariums, Gerd Thiele, das Phänomen und den Grund, warum in Mitteleuropa zwar der Super-Mond zu sehen ist, nicht aber der Super-Blutmond.

rbb|24: Herr Thiele, am Mittwoch erwartet uns zur Mittagszeit der sogenannte Blutmond. Was genau ist das für ein Phänomen?

Gerd Thiele: Zunächst muss ich Sie enttäuschen: Wir hier in Deutschland werden von dem Blutmond nichts haben. Es treffen aber drei Ereignisse zusammen. Das ist einerseits eine totale Mondfinsternis - der Blutmond, der aber nicht sichtbar ist. Dann haben wir Vollmond. Und gleichzeitig befindet sich der Mond auch noch in Erdnähe. Das wird von vielen als etwas besonderes angesehen, ist aber gar nicht so selten.

Wie häufig kommt denn so etwas vor?

Dass der Mond bei Vollmond in Erdnähe ist und deshalb viele Leute glauben, er ist besonders groß, hatten wir zuletzt im April. Das ist also zwei Mal hintereinander aufgetreten. Mondfinsternisse haben wir nicht ganz so häufig. Die Bahn des Mondes ist etwas geneigt gegenüber der Bahn der Erde um die Sonne. Und die Erde muss genau zwischen Mond und Sonne passen, damit der Erdschatten den Mond auch voll trifft. Bei uns werden wir das am 16. Mai nächsten Jahres zum nächsten Mal sehen können.

Können wir die Finsternis beim nächsten Mal beobachten?

Nächstes Jahr ist das möglich, da tritt die Totalität, also die höchste Beschattung des Mondes, um 19.37 Uhr auf. Da werden wir also noch etwas sehen, wenn der Mond aufgeht. Im Juli 2022 ist dann der Mond bei Vollmond der Erde wieder sehr nah, dann werden wir das andere Phänomen wieder beobachten können.

Der Super-Blutmond erscheint am Mittwoch zur Mittagszeit, ist also bei uns in Mitteleuropa gar nicht sichtbar. Haben Sie zumindest im Planetarium die Möglichkeit, das Phänomen zu beobachten?

Der Mond wird nicht dunkel, er färbt sich nur rot. Das liegt daran, dass die Erde den Mond eben nicht vollständig beschattet, sondern durch die Erdatmosphäre rotes, also langwelliges Licht zum Mond hingebeugt wird. Das konnte man bei uns schon oft sehen. Im Planetarium haben wir die Möglichkeit auch nicht - wir können nur das sehen, was am Himmel zu sehen ist. Der Mond ist während des Ereignisses auf der anderen Seite der Erde. Sie müssten also nach Hawaii, das ist aber so schnell nicht möglich und ich weiß auch nicht, wie da gerade die Einreisebestimmungen sind. Aber wir haben die Möglichkeit, die jeder hat, einfach im Internet zu suchen - ob es einen Livestream gibt.

Gibt es denn zeitnah andere Himmelsphänomene?

Wenn es eine Mondfinsternis gibt, dann befindet sich der Mond sehr dicht an der Bahn der Erde um die Sonne. Dann gibt es meistens auch eine Sonnenfinsternis in unmittelbarer Nachbarschaft und das ist dieses Jahr auch der Fall, nämlich am 10. Juni. Und während der Mond am Mittwoch der Erde sehr nah ist, ist er zwei Wochen später wieder in Erdferne. Dann wirkt er wieder etwas kleiner und kann die Sonne nicht total verdecken. Es wird also eine ringförmige Sonnenfinsternis sein, am 10. Juni zur Mittagszeit. Da muss man aber in die Nordpolar-Region um etwas sehen zu können. Aber partiell ist sie bei uns auch zu sehen. Ich muss aber davor warnen mit bloßem Auge oder mit Sonnenbrille in die Sonne zu schauen.

Vielen Dank für das Gespräch!

2 Kommentare

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  1. 1.

    Na hoffentlich stürzt er nicht auf die Erde. :-(

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