Frankfurt (Oder) - Zustand des Helenesees steht im Fokus eines parlamentarischen Austauschs

Mit einem Flatterband ist ein Zugang zum Strand des Helenesees abgesperrt. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Bild: Audio: Antenne Brandenburg | 20.09.2021 | Sarah Schiwy und André Prusa

Der Sommer geht zu Ende, ein Sommer, in dem der Helenesee kaum einen Badegast gesehen hat. Die Jahre davor zog das Gewässer Zehntausende an. Jetzt ist die "Kleine Ostsee" ein gefährlicher Tagebausee, dessen Ufer nach und nach abzurutschen droht.

Wegen des Seezustands herrscht Ärger, Trauer, Wut bei den Nutzern, Badenden, Surfern, Gastronomen und Eventveranstaltern. Am Montagabend wollen Stadtverordnete und Vertreter der Stadtverwaltung deshalb im parlamentarischen Austausch Lösungen mit Landtags- und Bundestagsabgeordneten finden. Hierzu sprachen wir mit Frankfurts Baudezernent André Prusa.

rbb|24: Wie hat sie es persönlich betroffen, dass der Helenesee für Badegäste und Wassersportler in diesem Jahr geschlossen war?

André Prusa: Genau genommen gibt es zwei Dimensionen: Das eine ist das Persönliche und das andere ist das Berufliche. Persönlich hat mich das Ganze etwas ohnmächtig gemacht. Beruflich war ich von der Geschwindigkeit geschockt – Abbruch und Schließung.

Bei der Rutschung am Badestrand handelt es sich um ein Folge-Phänomen früherer Tagebausanierung. Letztlich heißt das, dass die Stadt erst einmal wenig zur Behebung des Schadens tun kann. Wie also soll das Problem am Montagabend angegangen werden?

Wir brauchen Partner - und darum werden wir heute Abend werben. Wir werden auch darum werben, dass wir Institute an die Seite bekommen so wie das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe [...] – das ist der erste Block. Der Zweite ist, dass wir sagen, alle, die über Landes- und Bundesbudgets verfügen, müssten und sollten uns unterstützen. Und als Drittes bekennen wir miteinander, dass wir diesen See weiterentwickeln wollen.

Welches Ziel haben sie für den heutigen Abend mit allen Beteiligten?

Wir wollen das Bekenntnis für den See aussprechen und noch mal zeigen, wo wir heute stehen. Wir wollen auch aufzeigen, wen wir als Partner brauchen. Zudem gibt die Möglichkeit, eine Resolution zu unterschreiben, die unsere Stadtverordneten bereits verfasst und unterzeichnet haben.

Und dann geht es um die Finanzierung der Sanierung. Da muss wohl Brandenburg einsteigen? Meinen Sie, dass das Land das Geld übrighat?

Das glaube ich nicht. Aber ich glaube, man kann einen See dieser Größenordnung nicht wegdenken. Und deshalb glaube ich, wird es dazu keine Alternative geben.

 

Danke für das Gespräch.

Das Interview führte Sarah Schiwy.

Sendung: Antenne Brandenburg, 20.09.2021, 16:10 Uhr

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