Bandenkriminalität - Rücksichtslose Autodiebe stehen in Frankfurt vor Gericht

Das Gebäude des Amts- und Landgerichts in Frankfurt Oder (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.10.2021 | Dorett Kirmse | Bild: dpa/Patrick Pleul

Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) hat sich derzeit eine Bande mutmaßlicher Autodiebe zu verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, planmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg hochwertige Autos und Motorräder gestohlen zu haben.

Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) wird seit Freitag drei Männern der Prozess gemacht, weil sie hochwertige Autos und Motorräder im Wert von mehreren hunderttausend Euro gestohlen haben sollen. Die Täter sollen zwischen September 2020 bis Januar 2021 vorwiegend im Berliner Speckgürtel auf Diebestour unterwegs gewesen sein. Entsprechende Diebstähle wurden aus Ahrensfelde, Stahnsdorf, Kleinmachnow und Neuenhagen gemeldet. Die Staatsanwaltschaft bezifferte den Gesamtwert auf rund eine Million Euro.

Planmäßig und rücksichtslos

Die Männer seien planmäßig vorgegangen, wie es in der Anklageschrift hieß. Die insgesamt acht Männer, die aus Weißrussland stammen, und von denen sich nun drei vor Gericht verantworten müssen, sollen sich für ihr Vorhaben in einem Hotel in Polen - unweit der deutschen Grenze - einquartiert haben. Von da aus sei es dann fast jede Nacht auf Diebestour gegangen, um zum Teil gleich mehrere Fahrzeuge zu stehlen. Die Beute wurde anschließend meist nach Polen und Weißrussland gebracht. Bei einigen Fahrzeugen habe dies nicht immer funktioniert.

Auf der Flucht Polizeifahrzeug gerammt

Die Täter gingen laut Staatsanwaltschaft nicht zimperlich vor, waren rücksichtslos. So sei es laut Anklage auf der A 12 bei Fürstenwalde (Oder-Spree) zu einem dramatischen Zwischenfall gekommen. Die Polizei hatte eins der gestohlenen Fahrzeuge für eine Kontrolle stoppen wollen. Doch der Täter flüchtete mit dem Auto, rammte zunächst einen Wagen der Polizei und verlor daraufhin die Kontrolle über den Wagen. Anschließend versuchte der Mann noch, zu Fuß durch den Schnee zu fliehen. Ein Polizeihubschrauber konnte ihn jedoch später in einer Scheune ausfindig machen, die 17 Kilometer von der Unfallstelle entfernt lag.

Flucht im Pilotfahrzeug

In einem weiteren Fall war es ebenfalls zu einem Unfall gekommen. Dabei versuchte der Täter, mit dem gestohlenen Fahrzeug zu fliehen, raste sogar über einen sogenannten Stop-Stick der Polizei. Mit platten Autoreifen verlor er daraufhin die Kontrolle und kollidierte mit der Leitplanke. Jedoch gelang ihm im Anschluss die Flucht, da er mit einem Pilotfahrzeug, mit denen die Diebe ihre Fahrten begleiten und absichern, verschwinden konnte.

Lange Haftstrafen drohen

Den drei Angeklagten drohen lange Haftstrafen von bis zu acht Jahren. Der Vorsitzende Richter sprach zum Prozessauftakt am Freitag von schwerem Bandendiebstahl. Sollten sich die Täter jedoch auf einen Deal einlassen, könnte sich das Strafmaß auf vier Jahre und drei Monate beziehungsweise auf fünf Jahre und drei Monate reduzieren. Das könne jedoch nur erfolgen, wenn sich die Angeklagten umfassend äußerten und geständig seien, wie der Richter betonte.

Während die drei vor Gericht stehenden mutmaßlichen Diebe in Deutschland verhaftet werden konnten, gelang den übrigen die Flucht. Bis zum nächsten Verhandlungstag am Freitag, 15. Oktober, wollen sich die Angeklagten entscheiden, ob sie sich auf den Deal einlassen werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.10.2021, 16:10 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Hier sollte der Staat die maximale Härte mit hohen Stafmaßen zeigen, um hier Nachahmer abzuschrecken!

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