Pilotprojekt bis 2026 - Brandenburg will zehn modulare Fahrradparkhäuser im Land fördern

Fr 21.04.23 | 16:31 Uhr
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Ein Fahrradparkhaus in Oranienburg am 08.04.2020.(Quelle:dpa/Bildagentur-online/Joko)
Audio: Antenne Brandenburg | 21.04.2023 | Matthias Gindorf | Bild: dpa/Bildagentur-online/Joko

Das Land Brandenburg will die Mobilität per Bahn und Fahrrad fördern. Dazu wurde am Freitag ein Pilotprojekt zur Errichtung von Fahrradparkhäusern gestartet. Dafür stünden rund 3,5 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung, teilte das Verkehrsministerium am Freitag in Potsdam mit. Die Parkhäuser sollen bis Ende 2026 stehen.

"BikeRide" sei ein wichtiges Element der Verkehrswende, hieß es. Gefördert würden Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen und wichtigen Zielen des öffentlichen Personennahverkehrs. Zunächst soll in Eichwalde (Dahme-Spreewald) am Berliner Stadtrand bis zum Sommer 2024 eine Anlage mit Stellplätzen für 350 Fahrräder errichtet werden.

Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) erklärte, wer vom Fahrrad auf die Bahn umsteige, wolle sein Fahrrad sicher abgestellt wissen. Deshalb seien innovative Ideen zum Thema Fahrradparken wichtig. Durch das Pilotprojekt unterstütze das Land Städte und Gemeinden bei Planung und Bau modularer Fahrradparkhäuser in Holzbauweise. Dadurch könnten die Fahrradabstellplätze schneller und unkomplizierter errichtet werden.

Hoher Bedarf an Stellplätzen

Der Bedarf an Fahrradstellplätzen an Umsteigepunkten ist im Flächenland Brandenburg groß. In einem Gutachten von 2020 waren laut Ministerium über 21.000 fehlende Stellplätze ermittelt worden. Er rechne, dass mit dem neuen Projekt eine "gute vierstellige Zahl" hinzukomme, sagte Jürgen Roß, Bereichsleiter Planung beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Die Stellplätze würden zusätzlich zur regulären Förderung errichtet, betonte ein Mitarbeiter des Verkehrsministeriums.

Bis Ende Juni können Kommunen ihre Projektideen beim Ministerium einsenden. Dabei muss das Fahrradparkhaus mindestens 48 Fahrrädern Platz bieten. Voraussetzung ist auch, dass die neuen Radabstellanlagen entsprechend des VBB-Konzeptes entwickelt werden.

Das Land übernimmt die zuwendungsfähigen Kosten für den Bau und die Erschließung der Anlage, den Grunderwerb sowie für Gründächer und Solaranlagen bis zu einer Höhe von 90 Prozent.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.04.2023, 13:00 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Das war aus keinem Lehrbuch, ich fand das so einfach naheliegend.
    "Steuerkräftige Wirtschaft ansiedeln ohne Infrastruktur? Infrastruktur ausbauen ohne lokale Steuereinnahmen um Wirtschaft anzulocken?" Das ist n.m.M. nur teilweise ein Zirkelschluß. Man muß doch teilweise gar nicht vollkommen neu Wirtschaft anlocken, teilweise würde es doch schon reichen die vorhandene Infrastruktur nicht verfallen zu lassen und die vorhandene Wirtschaft sinnvoll zu unterstützen. Im Hinterkopf habe ich dabei natürlich primär Ffo als kreisfreie Stadt, ist aber sicher auch anderswo als Leitlinie anwendbar.

  2. 8.

    In einem föderalen System funktioniert diese Denkweise, wie aus dem Lehrbuch abgeschrieben, leider nicht.
    Wir zahlen unsere Steuern nunmal für mindestens 3 Nutzer. Kommunen sind meist diejenigen die am Ende der Verteilkette hängen. Und da bleibt nicht viel für Investition übrig, vor allem wenn mal ein paar Investitionen für die Katz waren, was ja durchaus passieren kann.
    Einer Kommune können die Parkhäuser u.U. egal sein. Verkehr ist sinnvollerweise vorrangig Landkreis und Ländersache.
    Das Sie sich mit dem letzten Satz bei einigen Gemeinden im Kreis drehen, dürfte Ihnen doch sicher klar sein.
    Steuerkräftige Wirtschaft ansiedeln ohne Infrastruktur? Infrastruktur ausbauen ohne lokale Steuereinnahmen um Wirtschaft anzulocken?
    Vielleicht finden Sie ja dazu etwas im Lehrbuch. Die meisten deutschen Gemeinden offensichtlich nicht.
    An einigen Stellen kann man über Sinn und Zweck von Förderung nachdenken, aber hier nun sicher nicht.

  3. 7.

    Tja das Problem der Kommunen im "Flächenland" ist ja gerade, dass sie zu niedrige Bevölkerungsdichte haben um aus den Einnahmen auch nur die bestehende Infrastruktur am Laufen zu halten. Da auch noch neue Infrastruktur aufzubauen geht dann nur mit anderem Geld. Zum Unterhalt ist dann wieder nichts da, darum vergammelt das nach ein paar Jahren. Zersiedlung ist halt blöd für alle außer den Siedlern die schön im Grünen subventioniert leben.

  4. 6.

    "Förderprogramme, ja wie sonst?" Gehört das nicht zu den ureigensten Aufgaben von öffentlichem Interesse einer Stadt, welche aus den allg. Steuereinnahmen der Stadt/Kreis zu decken sind wie andere Aufaben einer Kommune ebenso? Immer nach Förderprogrammen zu rufen, ist doch nur eine Verlagerung der Kosten ein oder mehrere Ebenen nach oben in einen anderen Steuertopf + zusätzlicher Ausgaben für die Verwaltung der Förderprogramme. Wenn dafür keine Gelder in einer Kommune da ist, es aber gewünscht ist, dann müssen halt die Ausgabeprioritäten verändert werden oder die Einnahmesituation für die Kasse der Kommune verbessert werden (möglichst aber nicht einfach durch Anhebung von Gebühren, sondern durch Steuereinnahmen aus mehr Ansiedllung von Wirtschaft und ökonomischer Ausgabenpolitik).

  5. 5.

    48 ist eine mathematisch sehr gute Zahl.
    Teilbar durch 1,2,3,4,6,8,12,24.
    Da sollten sich ausreichend standardisierte Modelle im Markt der Fahrradaufbewahrung finden.
    Und irgendeine Zahl sollte es eben sein. Bei 47 hätten Sie genauso gefragt.
    Ich interpretiere für kleine Fahrradschuppen sind die bestehenden Förderprogramme oder die Bahn/Gemeinde allein zuständig. Oder da reicht dann auch der Fahrradständer mit oder ohne Schleppdach und PV für die E-Bikes.

  6. 4.

    Medienrummel, ja nächstes Jahr wird gewählt.
    Förderprogramme, ja wie sonst? Nur über Nutzungsgebühren, werden sich zu wenig Betreiber finden.
    Mindestens 48 heißt ja recht eindeutig, dass es auch mehr sein dürfen, aber kleine Holzschuppen mit Fahrradständer eben nicht darunter fallen. Die erste Maßnahme liegt laut Artikel bei 350 Plätzen.
    Zusätzlich zur regulären Förderung sagt auch noch einiges aus.

  7. 3.

    "Bis Ende Juni können Kommunen ihre Projektideen beim Ministerium einsenden. Dabei muss das Fahrradparkhaus mindestens 48 Fahrrädern Platz bieten." Kann man sowas nicht einfach so bauen bei diesen eher witzigen Größenordnungen im Verhältnis zu den Pendlerzahlen? Braucht es dafür wirklich solch einen extra Medienrummel und große Förderprogramme? Die sog. Projektemacher waren schon vor weit über 100 Jahren verschrien.

  8. 2.

    48-welcher Bürohengst ist denn auf diese Zahl gekommen?

  9. 1.

    Wer es glaubt, … erst wenn es wirklich fertig ist und da steht!
    In Königs Wusterhausen wurde jahrelang eins geplant, Fahrradstellplätze abgebaut, …. Auf einmal heißt es, nein, es wird nicht errichtet.
    Warum stellen sich hier die Planer, Politiker, … immer nur so an. Schaut man in den Nord/Westen Deutschlands, den Spden, nach Holland, .. da ist das alles vorhanden. Bei neuen oder Straßenausbau wird Fahrradmässig gleich konsequent mitgeplant. Ich schlage da dringend einen Austausch vor

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