Altstadt Kyritz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg. (Quelle: dpa)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.03.2020 | Björn Haase-Wendt | Bild: dpa

Kritik von Woidke - Ostprignitz-Ruppin lockert sein Einreiseverbot für Touristen

Was Sie jetzt wissen müssen

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat sein umstrittenes Einreiseverbot für Touristen nach offenen Fragen von Betroffenen etwas gelockert. Besucher, die sich bereits in ihren Zweitwohnungen, Ferienhäusern oder Datschen befinden, dürfen weiterhin im Landkreis bleiben, teilte Kreissprecher Alexander von Uleniecki am Freitag mit. Zudem dürften sie zurück in ihre Erstwohnsitze fahren.

So hatten sich laut Landkreisangaben vor allem Menschen gemeldet, die aus gesundheitlichen Gründen aktuell nicht an ihren Hauptwohnsitz zurückkehren können oder Besucher, die in Ostprignitz-Ruppin Familienangehörige betreuen oder dort arbeiten würden. Diese dürften nun weiterhin im Landkreis bleiben, sagte Landrat Ralf Reinhardt (SPD). Auch Lebenspartner oder Familienangehörige dürften nach Ostprignitz-Ruppin reisen.

Streit um Einreiseverbot

Die Kritik von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) müsse er aushalten, sagte Landrat Reinhardt am Freitag. Woidke hatte am Donnerstagabend im rbb-Fernsehen zum Konflikt mit Reinhardt und seinem Landkreis gesagt: "Ich halte es rechtlich für fragwürdig und ich halte auch den Alleingang nicht für gut". Er habe zwar ein gewisses Verständnis von Sorgen bei Bürgermeistern in der Region, so Woidke, das Verbot sei aber nicht genug abgewogen worden. "Die Maßnahme selber halte ich erstens für schwer durchsetzbar und zweitens auch für eine Maßnahme, die uns nicht wirklich hilft." Es gehe vielmehr darum, Kontakte einzudämmen.

Reinhard entgegnete, im Interesse seiner Bürger sei es aber weiterhin notwendig, touristische Reisen zu verhindern, vor allem in Hinblick auf die bevorstehenden Osterfeiertage, an denen der Landkreis ein beliebtes Ausflugsziel sei.

"Können nicht für jeden Notfallmedizin gewährleisten"

In dem Landkreis mit den Besuchermagneten Rheinsberg und Neuruppin sind seit Donnerstag touristische Reisen aus privatem Anlass verboten. Dazu zählen auch vorübergehende Kurzaufenthalte in Unterkünften wie Wochenendhäusern und Datschen, hieß es zunächst in einer Verfügung.

Der Kreis reagierte nach eigenen Angaben mit dem Verbot vor allem auf Touristen, die seit Autokontrollen an wichtigen Zufahrtsstraßen zum Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern in der Region gestrandet seien.

Das Gesundheitssystem im Kreis könne im Ernstfall einen starken Anstieg von Touristen nicht verkraften, sagte Kreissprecher von Uleniecki. "Wir können nicht für jeden Notfallmedizin und Intensivmedizin gewährleisten." Der Landkreis wollte sich ursprünglich uach mit der Regierung abstimmen. "Wir versuchen, die Landesregierung davon zu überzeugen", sagte der Sprecher.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.03.2020, 16:00 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Ja, Bleibt Alle gesund und verliert euren Humor nicht. Viele Grüße, an alle Mitmenschen.

  2. 8.

    Danke Toralf, ich wusste es doch es gibt auch soldarische Brandenburger, ich bin ja auch gebürtiger Prenzlauer. Dein Sarkasmus hat mir ein Lachanfall beschert LOL :... "Dabei dachte Ich immer, OPR, stirbt ohne Menschen von woanders aus."
    Auch wenn sich jetzt die OPR Leute darüber aufregen sollten. Meine Meinung ist, auch sarkastischer Humor vergrössert die Abwehrkräfte und beugt Depressionen vor.
    Bleibt gesund!

  3. 7.

    Ich muss mit HVL- Kennzeichen, auch sehr oft nach B, P, BRB und PM. Ist das gleiche Problem, durch diese unsolidarische Neiddebatte. Der Jenige, der einen Park oder See, vor der eigenen Haustür hat, möchte den jetzt, nur für sich privat nutzen. Bei Ärzten, Krankenhäusern, Supermärkten, genau das selbe. Nur immer Ich Ich Ich. Dabei dachte Ich immer, OPR, stirbt ohne Menschen von woanders aus. Aber, in Krisenzeiten, ist es wahrscheinlich, vorbei mit Mitmenschlichkeit, da reagiert der Neid, Angst und Missgunst.

  4. 6.

    Ich habe nach einem Anruf im Ministerium in Potsdam (Infotelefon für Corona Verhaltensregeln)beschlossen nach einer 50h Arbeitswoche (coronabedingt- bin Berufsbetreuer) beschlossen, alleine auf mein Wassergrundstück zu fahren, wo ich Sa. alleine die Sonne genossen habe und Ruderboot gefahren bin. Es war sehr wenig los und auch alle Berliner die ich am Oberuckersee sah, haben die Regeln befolgt. Ich habe keine Balkon und wollte nicht mit Mundschutz in den Park.
    Von daher finde ich die Maßnahmen die OPR ergriffen hat unmöglich und puren Populismus. Dabei ist der Besuch von Wochendgrundstücken ausdrücklich erlaubt.
    Warum? Jede Maßnahme muss einen Zweck haben, wenn ich alleine auf dem Grundstück bin, dann verbreite ich kein Corona, schon gar nicht mit Mundschutz, den ich jetzt benutze und den ich für effektiver halte als häuslichen Strafvollzug für Berliner!!!! Bitte habt Mitleid mit uns.Wir werde auch Corona Kranke aus OPR hier in Berlin behandeln.Solidarität in der Krise

  5. 5.

    Ja, dann hätte man vorher, mit bestimmten Orten, nicht soviel Werbung machen sollen. Kommt in die Uckermark, kommt in den Spreewald, kommt nach Neuruppin/Rheinsberg, kommt in den Barnim. Jetzt kommen die Leute natürlich und suchen Freiräume. Bestimmte touristische Regionen, bekommen aber auch die Steuergelder, Aller Berliner und Aller Brandenburger Bürgerinnen und Bürger. Das sollte auch nicht vergessen werden. Dann sollten auch die Fördergelder, künftig für diese Regionen gekürzt werden, so das auch Parks und öffentliche Grünflächen, woanders gefördert werden. Dann, können sich auch die Menschen, besser verteilen. Dann muss die Förderung, eben geändert werden, so das auch andere Orte, von gefördertem Wald/Grün/Parks, usw., profitieren.

  6. 4.

    Und so hat jeder seine eigene subjektive Sicht.
    Ich finde das ein großer Teil um nicht zu sagen ein sehr großer Teil der Bevölkerung sich an die Regelung hält deswegen kann ich manchen Kommentar überhaupt nicht hier verstehen.
    Und Angst war noch nie ein guter Ratgeber scheint aber bei einigen Kommentatoren hier vorherrschend zu sein.
    Angst frisst Seele und ist vielleicht sogar noch viel schlimmer als dieser Virus.

  7. 2.

    Frau Schulz, genau diese Frage stelle ich mir auch täglich ... wieso kriegen die Leute in Brandenburg es nicht in ihren Kopf? Hier im Dorf ist es seit Tagen echt schlimm - es ist wie eine Urlaubshochsaison oder vorgezogene Ostern - Jogger, Radfahrer, Motorradausfahrten, hunderte stehen auf dem Parkplatz vorm Netto etc. ... Alles wird ignoriert, auch dass man Abstand halten sollte, was in einem überfüllten Supermarkt unmöglich ist... Die Maßnahmen der Landesregierung sind ein Witz und man sollte überall so verfahren wir in OPR - meinen größten Respekt an den Landrat dort...

  8. 1.

    Was, bitteschön, habt ihr eigentlich an : Bitte bleibt zu Hause zu unser Aller Schutz, nicht verstanden?
    Keiner darf sich ohne Grund auf öffentlichen Straßen und Plätzen aufhalten. Gilt das für Berliner nicht?
    Ich sehe meine Tochter, die als Krankenschwester arbeitet, mit selbstgenähter Maske nur noch auf Fotos und habe Angst um sie. Seht ihr denn nicht, wie es in unseren Nachbarländern zugeht? Vorwiegend verursacht durch Ignoranten.

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