Touristen in Rheinsberg (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Corona-Pandemie - Ostprignitz-Ruppin schränkt Reisen in den Landkreis stark ein

Was Sie jetzt wissen müssen

In Brandenburg hat der erste Landkreis die bereits bestehenden Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus verschärft: In Ostprignitz-Ruppin sind ab Donnerstag touristische Reisen aus privatem Anlass verboten.

Dazu zählen laut der Kreisverwaltung ausdrücklich auch nur vorübergehende Kurzaufenthalte an Wochenenden oder einzelnen Tagen. Auch vermeidbare oder aufschiebbare Reisen in den Landkreis zur medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation sind untersagt.

Touristen müssen bis Samstag ausreisen

Ebenfalls nicht mehr gestattet ist laut der nun geltenden Allgemeinverfügung [ostprignitz-ruppin.de] der Aufenthalt am Zweitwohnsitz - es sei denn, die Nutzung ist "für die Ausübung einer erwerbsmäßigen beziehungsweise selbstständigen Tätigkeit im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zwingend erforderlich".

Reisende, die sich bereits im Gebiet des Landkreises aufhalten, müssen bis spätestens Samstag ihren Aufenthalt beenden und abreisen. Die Regelung gilt bis zum 19. April.  

Sendung: Inforadio, 25.03.2020, 16:30 Uhr

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72 Kommentare

  1. 72.

    Gute Frage! Laut Allgemeinverfügung sind touristische Reisen aus privatem Anlass IN das Gebiet des Landkreises OPR untersagt. Das müssen dann sicher auch noch die Gerichte klären?! Denn IN heißt ja nicht DURCH, und wenn man DURCH will, muss man ja erstmal REIN.

  2. 71.

    Meine Mutter ist als kleines Kind, kurz nach dem zweiten Weltkrieg, sehr oft von Potsdam-Babelsberg nach Berlin-Steglitz zur Verwandschaft gefahren. Dabei ging es um Lebensmittel und um menschliche Kontakte. Krisen verlangen nach gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Hilfe. Menschen müssen heutzutage zu verschiedenen Fachärzten, arbeiten in anderen Regionen, haben einen Zweitwohnsitz woanders, betreiben Sport, oder möchten einfach mal raus. Das entwickelt sich langsam Alles, zu einer Neiddebatte mit gegenseitigem Misstrauen. Das ist für eine Gesellschaft, sehr gefährlich. Krisen sind das Eine, aber der Zerfall der Gesellschaft ist dabei viel schlimmer.

  3. 69.

    Wie kann es sein, dass ein Landkreis seine eigenen Sonderregelungen trifft? Wie kann das Herr Woidke gut heißen? Müsste hier nicht der Landrat von der Landesregierung zu einem Gespräch 'gebeten' werden???
    Wie viele Menschen mit Zweitwohnsitz oder Grundstück im Kreis OPR gibt es eigentlich? Wurde das vom Landrat vorab recherchiert? Steht die Tragweite der Entscheidung für den Einzelnen was Haus und Garten - Betreuung angeht in einem realistischen Verhältnis zu der Zahl der hier Betroffenen und der erwarteten gesundheitlichen Schutzes der Einheimischen? Einfach unverhältnismäßig ist wohl die Antwort

  4. 68.

    Das Verbot der Nutzung eines Zweitwohnsitzes wird hoffentlich vor keinem Gericht standhalten. Eine auch nur irgendwie geartete Gefahr bzgl. des umgreifenden Virus geht von einer solchen Nutzung nicht aus. Das wird hier allenfalls mit sehr viel Konjunktiv begründet. Das kann und darf aber niemals ausreichend sein, Grundrechte bis hin, wie hier, dem Eingriff in das Eigentum zu rechtfertigen. Dass es eine Reihe von überpanisch reagierender Mitbürger gibt, bis hin zu solchen die sich faschistischer Ideologie ("Wir als Gemeinschaft gegen den Rest, der böses bringt") bedienen und bspw. "die Berliner" als das Übel schlechthin darstellen: geschenkt. Solche Leute haben noch ganz andere Probleme als einen Virus.

  5. 67.

    Liebe Berliner ,warum regt ihr euch auf .Nach MV könnt ihr auch nicht fahren .Da werdet ihr von der Polizei zurückgewiesen ,ohne wenn und aber .Der Landrat hat richtig entschieden zur Sicherheit der OPR Bevölkerung. Dann legst euch die Verordnung richtig durch ,dann werdet ihr auch die Ausnahmen lesen .Ich hoffe ,dass alle gesund durch diese Zeit kommen .

  6. 66.

    Wer wählt sowas?

  7. 65.

    ...und als nächstes wird ein Landkreis ein Einreiseverbot aussprechen, dann folgt die erste Kreisstadt und dann das erste Dorf und zum Schluss der erste Grundstückseigentümer!!!!! Es wird langsam Zeit, dass die Bundesregierung den Notstand ausruft und die Alleingänge der Bundesländer und untergeordneten Institutionen untersagt.

  8. 64.

    Wesentliche Fragen zum "Alleingang" sind ungeklärt! Wie definiert sich der Aufenthalt, das "Einreiseverbot" konkret?
    Dürfen nun Prignitzer, Havelländer und Oberhavelländer nicht mehr über Landstraßen durchreisen, keine Tankstelle mehr dort benutzen?
    Darf im 1 Kilometer entfernten OPR-Nachbarort nicht mehr eingekauft werden, muss man stattdessen riesige Umwege zum 15 Kilometer entfernten Discounter ohne Auto und ÖPNV auf sich nehmen?
    Wie sieht es mit der wohnortnahen medizinischen Versorgung konkret aus, unter den Gesichtspunkt, dass gewisse Haus- und Fachärzte/Kliniken nur in OPR vorhanden sind und umgekehrt - nicht alles ein Notfall ist?

    Man hat wohl nur einen Blick auf die Zweitwohnsitzler mit Ferien- und Wochenendhaus geworfen, die Einwohner der angrenzenden Landkreise die wesentliche Aspekte des Lebens und der medizinischen Versorgung über die Landkreisgrenze in Anspruch nehmen müssen und teilen jedoch vollkommen vergessen.

  9. 63.

    "Hallo Yvonne,
    siehe ähnliche Fälle oben: Sie sollten auf den Besuch verzichten. Man kann es nicht oft genug betonen: Die physischen Kontakte zu Menschen, die nicht im gleichen Haushalt leben wie man selbst - ganz egal ob verwandt oder nicht -, sollten vermieden oder wenn es gar nicht anders geht zumindest auf ein Minimum beschränkt werden. Sie dürfen sich außerhalb der Wohnung lediglich mit einer weiteren Person treffen, es sei denn, Sie leben im gleichen Haushalt.
    Gerade im privaten Bereich, wo man es anders als in vielen Berufen selbst bestimmen kann, gilt die Faustregel: Verhalten Sie sich so, als ob Sie selbst infiziert wären und nun verhindern wollen, dass Sie andere anstecken.
    Herzliche Grüße,
    Ihre Redaktion

  10. 62.

    Darf man von der Prignitz auch nicht in die ostprignitz

  11. 61.

    Also ich bin angesichts dieser Adhoc-Entscheidung sauer. Ich zahle Pacht und Zweitwohnsteuer, wobei ich mir überlege mir diese zurück erstatten zu lassen, da es keine Möglichkeit gab, etwas zu regeln am Haus. Dieses Vorpreschen des Landrates von OPR erscheint mir sehr populistisch und aktionistisch. Sollte ich ein Krankenhaus benötige, werde ich wohl die einstündige Fahrt nach Berlin bewältigen können. Wenn es nicht so ein politischer unsinniger Alleingang wäre, könnte man glatt von einer Provinzposse sprechen...

  12. 60.

    (1/3) Als Sozialdemokrat bin ich angesichts dieser Verfügung nur noch fassungslos. Noch von den untersten Verwaltungsebenen werden Bürgerrechte mit Verweis auf eine schwammige Rechtsgrundlage ohne Kontrolle immer weiter eingeschränkt. Und das obwohl eine besonnene Landeregierung in Potsdam und ein Berliner Senat, der den Blick für das Wesentliche behält, bereits weitreichende Maßnahmen beschlossen haben.

    Landrat Reinhardt tut vor allem eines: Er appelliert an die niedrigsten Instinkte. Die Gefahr, das sind immer die Anderen. Aber wer soll das sein? Berlin und Brandenburg gehören nun einmal zusammen wie Pech und Schwefel. Die Bahnen sind täglich voll, in die eine wie in die andere Richtung. Wenn Menschen in der aktuellen Lage vermeiden können zu pendeln, dann sollten sie das tun. Und wenn sie dafür ihre Familie an ihren Zweitwohnsitz im Landkreis holen müssen, dann sollten sie das tun. Denn dadurch werden in einer Zeit, in der wir Begegnungen vermeiden müssen, Begegnungen vermieden.

  13. 59.

    Ist schon interessant, wie doch jetzt von Berlinern Solidarität eingefordert wird. Wenn es aber darum geht, Windräder zu bauen, sind wir wieder die Umweltverhinderer vom Land, die sich gegen sinnvolle Dinge wehren. Immer ganz so wie es passt.

    Dass wir hier niedrige Infektionszahlen haben, macht diese Maßnahme eben nicht überflüssig, sondern sinnvoll - hier kann man es eben noch eindämmen. Ist das so schwer zu verstehen?

    Wir haben im Jahr 1,3 Mio Übernachtungsgäste in OPR, ganz zu schweigen von der Völkerwanderung an Tagestouristen, die bei schönem Wetter die A24 verstopfen. Um jene, die ein eigenes Haus hier haben und dauerhaft hier sind, tut es mir leid. Vielleicht kann der Landkreis für diese tatsächlich Einzelgenehmigungen ausstellen. Dass die Völkerwanderung ausbleibt, das unterstütze ich.

  14. 57.

    Kann ich voll und ganz unterschreiben. Familie Mann und Frau beide 81 Jahre alt besitzen seit über40 Jahre ein sehr abgelegenes Grunstück mit Bungalow, für den wir Zweitwohnsteuer bezahlen. Es gibt kaum möglichkeit mit anderen Leuten in Kontakt zu kommen. Eine bessere Quarantäne gibt es nicht. In Berlin wohnen wir in einem Mietshaus mit 20 anderen Wohnungen. Diesen Aufendhalt an gesunder frischer Luft verbietet uns nun dieser Landrat . Was soll man davon halten?

  15. 56.

    Aber ihnen ist es nicht untersagt ihren Zweitwohnsitz in einem anderen Landkreis zu nutzen, oder den Landkreis zu anderen Zwecken als zur Arbeit zu verlassen. Sie werden lediglich darum gebeten nicht notwendige Kontakte zu unterlassen. Das macht schon einen Unterschied.
    Touristen dürfen sowieso nicht mehr beherbergt werden, was ja auch in Ordnung ist, aber die eigene Wohnung nicht mehr bewohnen?
    Bisschen viel, wo andere Stellen sich mit Ausstiegsszenarien befassen bzw. Intensiv drüber nachdenken.

  16. 55.

    Informieren hilft...In Ihren Bereich Löwenberg 4 Infizierte..1x Quarantäne ..stand gestern..verstärkte Kontrollen angekündigt bei Ihnen. Es sollten alle vernünftig sein. Jeh eher um so besser. Bleiben Sie gesund.

  17. 54.

    Die Menschen in OPR dürfen ohne triftigen Grund ihr Haus nicht verlassen. Also auch nicht nach Niedersachen oder sonstwo reisen. Steht alles in der Verordnung. Einfach noch einmal lesen. Mir ist es übrigens auch untersagt mein Grundstück in Wittstock/Dosse zu bestreten. Ich muss in Berlin bleiben.

  18. 53.

    Fortsetzung: ... sondern schleunigst einfach wieder nach Berlin fahren (hat ja keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall).
    Meine Erfahrung ist auch das Berliner sich mitlerweile (deutlich besser als ihr Ruf) sehr diszipliniert verhalten, in OPR habe ich da leider zur Zeit noch anderes erlebt (möchte ich aber nicht als exemplarisch gelten lassen). Viele haben ihren Notgroschen und Schweiß und Blut in das Haus auf dem Land gesteckt, einige sind schon jetzt ohne Arbeit und wollen einfach anpacken (Handwerker für die Hütte bekommt man ja eh nicht)und der Garten liegt brach. Das alles hat auch wirtschaftliche Aspekte und die kann man nicht komplett aus der Bemessung der Situation lassen. Zusätzlich trifft es auch Leute die schon seit Wochen oder Monaten dort wohnen und einfach ihres Grundstückes verwiesen werden!
    Solche schwer vermittelbaren regionale Alleingänge befördern zusätzlichen Frust und mindern die Akzeptanz der Coronaverordnungen. Brandenburger und Berliner, steht zusammen! (>1,5m!)

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