Eine Helferin führt einen Corona-Test durch.
Bild: dpa/Hendrik Schmidt

Brandenburger Landtag - Grüne fordern Corona-Tests in Schlachtbetrieben

Nachdem sich in Schlachthöfen anderer Bundesländer Fälle von Corona-Infektionen häuften, hat die Grünen-Fraktion im Landtag regelmäßige Tests in großen Brandenburger Schlachtbetrieben gefordert. "Die Häufungen von Corona-Fällen in Großschlachthöfen zeigen, dass wir es mit einem strukturellen Problem zu tun haben", sagte der Fraktionsvorsitzende Benjamin Raschke am Dienstag.

Die Angestellten arbeiteten und wohnten auf engstem Raum und häufig ohne notwendige Schutzmaßnahmen, so Raschke. "Auch ohne Pandemie gibt es hier dringenden Handlungsbedarf - das Virus legt nur den Finger in die Wunde." Für die Tests könne das zuständige Ministerium die nötigen Laborkapazitäten vermitteln. Zudem müssten Abstands- und Hygieneregeln konsequent eingehalten werden.

Schlachtbetriebe können selbst entscheiden

Laut des Brandenburger Gesundheitsministeriums können die Schlachtbetriebe selbst entscheiden, ob sie ihre Mitarbeiter auf das Coronavirus testen. "Es wird empfohlen, gezwungen werden können sie aber nicht", so ein Sprecher am Dienstag.

In Brandenburg wurden seit Ende Mai unangekündigt Kontrollen in fleischverarbeitenden Betrieben durchgeführt. Die Kontrollen liefen nach Angaben des Ministeriums am Dienstag aus. Ein Zwischenbericht von vor rund zwei Wochen sprach von keinen größeren Beanstandungen. Detaillierte Ergebnisse sollen im Laufe des Monats Juli vorliegen.

Nach Angaben des Ministeriums arbeiten landesweit insgesamt 138 behördlich zugelassene Schlachtbetriebe; 47 davon haben mehr als 20 Beschäftigte; weitere sechs Betriebe haben zwischen 100 und 249, drei Betriebe zwischen 250 und 499 Mitarbeiter. Der größte Betrieb in Perleberg (Prignitz) schlachtet dem Brandenburger Bauernverband zufolge knapp eine Millionen Schweine pro Jahr.

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