Teilnehmerinnen einer Protestaktion für die Öffnung von Prostitutionsstätten stehen nahe des Bundesrates und halten Schilder mit der Aufschrift «Let us work» (Lasst uns arbeiten) (Bild: dpa/Wolfgang Kumm)
Audio: rbb 88,8 | 04.08.2020 | Thomas Weber | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Corona-Auflagen gelockert - Berlin erlaubt Sexarbeit ab 8. August - aber erstmal ohne Geschlechtsverkehr

Die Corona-Auflagen für das Prostitutionsgewerbe in Berlin werden stufenweise gelockert. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen.

Ab 8. August werde zunächst sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr wieder erlaubt. Ab dem 1. September sollen dann auch sexuelle Dienstleistungen mit Geschlechtsverkehr unter strengen Auflagen wieder zulässig sein.

Branche spricht von "existenzieller Not"

Im Hinblick auf die oft sehr prekäre Situation von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern seien Lockerungen in dem Bereich "aus gesundheits-, aber auch aus frauenpolitischer Sicht" geboten, hieß es. "Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Betroffenen aufgrund wirtschaftlicher Notlagen in Abhängigkeitsverhältnisse geraten und im Verborgenen unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen ihrer Tätigkeit nachgehen."

In einigen Bereichen wurden für körpernahe Dienstleistungen in Friseurbetrieben, Tattoo-Studios und Massagesalons bereits erste Lockerungen genehmigt. Sexuelle Dienstleistungen waren davon aber bisher ausgeschlossen.

Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter hatten in der Vergangenheit immer wieder gegen die Auflagen protestiert. Sie gingen unter anderem auf der berühmten Reeperbahn in Hamburg auf die Straße, um für auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

Verbände und Fachberatungsstellen unterstützen im Juni einen Appell der Deutschen Aidshilfe (DAH) für "Gleichbehandlung und Unterstützung" von Menschen in der Prostitution. Weil sie aufgrund der Corona-Krise ihrer Tätigkeit nicht nachgehen dürfen, würden viele Sexarbeiterinnen und Sexarbeiterin in existenzieller Not leben.

"Die Epidemie trifft die am härtesten, die ohnehin schon benachteiligt waren", sagte Björn Beck, Vorstand der DAH. "Menschen, die sich vor Corona in prekären und bedrohlichen Situationen befunden haben, erleben diese nun verschärft. Bedroht ist dabei nicht zuletzt die Gesundheit der Betroffenen. In der Not ist Solidarität gefragt - unabhängig von moralischen Bewertungen."

BDSM-Club gewinnt vor Gericht

Ende Juli entschied das Verwaltungsgericht Berlin, dass zumindest erotische Massagen wieder zulässig sein müssen. Das absolute Verbot sexueller Dienstleistungen mit Körperkontakt in der geltenden Infektionsschutzverordnung verstoße gegen den Gleichheitssatz. Es gestattet damit den Betreiberinnen eines erotischen Massagesalons und eines sogenannten BDSM-Studios die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeiten unter strengen Auflagen. Das Angebot der Antragstellerinnen beschränke sich allenfalls auf Berührungen mit der Hand, weshalb zwischen den Beteiligten in der Regel ein größerer Abstand bestehe. Es stehe den erlaubten Angeboten nichtmedizinischer Massagen und vergleichbaren körpernahen Dienstleistungen deutlich näher, argumentierte das Gericht.

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19 Kommentare

  1. 19.

    Der/die Betreiber dürfen nich verlangen das der Gast sich auweist aber er darf von seinem Hausrecht Gebrauch machen das dieser ihm beweist das seine Angaben korrekt sind wenn dieser das nicht tut dürfte er ihm sagen entweder du beweist mir das deine Angaben korrekt sind oder du kommst nicht rein.

  2. 18.

    Wie will man das bitte überprüfen?

  3. 16.

    Nach meiner Erkenntnis prüft das Ordnungsamt die Einhaltung des Verbots von Geschlechtsverkehr. Dazu wird ein zusätzlicher Stuhl für den Mitarbeiter neben das Bett gestellt.

  4. 15.

    Vielleicht einfach mal den Nickname umändern in: Der,der nimmer lacht;-( Soetwas absurdes kann man zumindest nur mit einem Schmunzeln abtun. Wer immer auch ein Bordell aufsuchen wird, dem ist bestimmt nicht nur nach Kuscheln zumute.

  5. 14.

    Nach der SARS_CoV_2_Infektionsschutzverordnung müssen im Dienstleistungsgewerbe im Bereich der körpernahen Dienstleistungen Anwesenheitslisten geführt werden. Ob das wirklich auch in diesem Bereich passiert?

  6. 13.

    Den spaßigen Beiträgen der Vorgänger kann ich nicht folgen. Freudenhäuser ohne Maske, den Kindern in der Schule aber den Maulkorb aufsetzen. Was ist eigentlich in den Hirnen unserer Politiker los?

  7. 12.

    Oh mein Gott, sowas kann nur der Berliner Senat beschließen. Ich lach mich weg.... wenn es nicht so traurig wäre....
    wann wird dieser Senat endlich abgelöst mit ihren absurden Beschränkungen ....
    glauben die wirklich ernsthaft, was für einen Müll die da los lassen?
    Unglaublich !!

  8. 11.

    Es muss wohl stimmen, dass Corona auch aufs Gehirn schlägt. Anders sind diese Regelungen aus der Abteilung Absurdistan nicht erklärbar. Aber im Ernst: Ich bin mir sicher, es wird sich nicht durchsetzen. Zumal es wohl auch an einer wirksamen Kontrolle mangelt. Oder geht ein Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterin des Gesundheits- oder Ordnungsamtes mit aufs Zmmer? Und wenn dann die Gästelisten eben so "diskret" geführt werden, wie in manchen Lokaken, wird der Run auf die erotischen Diestleistungen kaum noch beherrschbar sein.

  9. 10.

    Hab'ick mir überlegt -,,Is' der' doof " oda etwa nich ?

  10. 9.

    Na wenigstens wird die Sado/Maso Scene reichlich davon profitieren. Denn da geht’s ja meistens um strenge Disziplin und Bestrafung. Mehr auch nicht.

  11. 8.

    Ich habe den Beitrag zwei Mal lesen müssen, um diesen als ernsthafte Information statt als Satire auffassen zu können. Sex ohne direkten Körperkontakt... ist wie Duschen ohne nass machen. Ob das den Dienstleister*innen in dieser Branche jetzt wirklich hilft? Hm... Dominas (wie heißt der männliche Begriff dafür eigentlich?) in Vollgummi mit Peitsche könnte gehen. ;-))

  12. 7.

    Die Regel ist eine Farce und man könnte auch gleich in den September-Modus wechseln. Solange kein Ordnungsamt daneben steht, macht eh jeder was er will.

    Unabhängig davon, ob es sinnvoll wäre Sexarbeit wieder zu erlauben, sollte das Land Berlin sich endlich mal auf Regeln setzen, die auch welche sind und daher auch reglementiert werden.

  13. 6.

    Bitte freundlich anlächeln muss doch reichen?

  14. 5.

    Hallo Sandra,

    über die Maske noch ein Gummi??? Hab ich noch nie probiert. Manche sollen ja auf solche Nahtoderlebnisse stehen,,

  15. 4.

    Das hat mich jetzt aber kalt erwischt. Wusste gar nicht, daß Telefeonsex und Livecams erst ab 08.08.2020 wieder erlaubt sind. Mache mir ernsthaft Sorgen.

  16. 3.

    Ich hab noch nie so gelacht wie beim lesen dieses Beitrages.
    kann mich nur @ Sandra Nr. 1 anschliessen.

  17. 2.

    Ja genau . Mit Fesseln und Peitsche.

  18. 1.

    Zeit wird es, Maske auf, Gummi drüber und los gehts.....wo ist da das Problem. Woanders wird schon seit Wochen gekuschelt. Ohne Maske.

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