Abhängig von der Impfquote - Keine generelle Testpflicht mehr für Pflegeheim-Besucher in Berlin

Symbolbild: Zwei ältere Frauen sitzen im Seniorenzentrum Sankt Elisabeth in Rollstühlen. (Quelle: dpa/C. Gateau)
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Audio: Radioeins | 28.04.2021 | Bild: dpa/C. Gateau Download (mp3, 5 MB)

In Berliner Pflegeheimen soll wieder mehr Normalität einziehen. Künftig müssen sich Besucher nicht mehr testen lassen, wenn 90 Prozent der Heimbewohner geimpft sind. Das kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstagabend in der rbb-Abendschau an. Zudem entfalle die tägliche Testpflicht für Pflegepersonal, wenn es geimpft sei.

Täglich zwei Stunden Besuch möglich

Seit Samstag gibt es mehr Möglichkeiten: Bewohner können in den Einrichtungen täglich für zwei Stunden von einer Person Besuch bekommen, auf dem Außengelände von zwei Personen. Außerdem entscheidet in Zukunft das jeweilige Gesundheitsamt über Besuchsverbote oder Besuchsbeschränkungen im Fall einer Covid-19-Infektion, nicht die Einrichtungsleitung.

Die Pflegeheim-Bewohner gehörten zu den ersten, die gegen Corona geimpft wurden. Die Impfquote in den Einrichtungen liegt teilweise über 90 Prozent.

Der Deutsche Ethikrat, die Stiftung Patientenschutz, die Gesundheitsministerkonferenz, die Caritas und auch das Robert-Koch-Institut hatten deshalb gefordert, dass nach der Zweit-Impfung der Bewohner die strengen Kontakt- und Hygiene-Beschränkungen in Heimen gelockert werden müssten.

Kalayci für Aufhebung der Impfpriorisierung

Kalayci hat sich am Mittwochmorgen bei Radioeins vom rbb außerdem für eine schnelle Aufhebung der Impfpriorisierung in Berlin ausgesprochen. Dies würde sie lieber heute als morgen machen. Das Problem sei aber, dass es derzeit noch zu wenig Impfstoff gebe.

Würde sie bereits jetzt alle Bürger einladen, könnten diese erst in zwei oder drei Monaten einen Termin bekommen. Denn zunächst müssten noch jene aus der Prioritätsgruppe drei geimpft werden.

Für Juni sei aber mehr Impfstoff angekündigt, dann könnte man die Priorisierung aufheben.

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16 Kommentare

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  1. 16.

    @ JörgBB
    Nun, für ein derart vernichtendes Urteil haben Sie sicher treffliche Gründe. Lassen Sie uns daran teilhaben!

  2. 15.

    absoluter Humbug - geht schnell nach hinten los

  3. 14.

    Auch wenn ich das "so" sehen würde:
    Was verbessert sich denn für Sie oder Ihre Kinder, wenn in Pflegeheimen weiterhin uneingeschränkt getestet wird?
    Garnichts!
    Menschen in Pflegeheimen hingegen gewinnen - ohne das Risiko schwerer Krankheitsverläufe - ein klein wenig Lebensqualität zurück. Für sie ist es vielfach eben nicht nur (irgend-)ein Jahr, das sie - anders als Kinder - nach- oder aufholen könnten. Diese Menschen leben in Pflegeheimen, weil sie krank und pflegebedürftig sind. Wie meinen Sie erleben z. B. Menschen mit fortschreitender Demenz diese Monate?
    Wir alle sind ungeduldig und wünschen uns, baldmöglichst wieder ohne Einschränkungen leben zu können. Das wird aber nur schrittweise eintreten. Fortschritte anderer auf dem Weg dorthin sollten wir hoffnungsvoll und ohne Missgunst wahrnehmen.

  4. 13.

    Sehen Sie es doch mal so: für Sie und Ihre Mutter ist es ein Jahr. Für Kinder ist es wie zehn Jahre und sie werden ihr Leben lang die Folgen aufgrund der Bildungslücke tragen. Darüber hinaus gibt es keine Impfperspektive für Kinder oder Priorisierung für Eltern. Also alles der gleiche Mist.

  5. 12.

    Ich verkennen nicht, dass auch Kinder (und auch ihre Eltern) durch die Corona-Maßnahmen belastet sind. Aber auch diese Belastung ist nur vor dem Hintergrund fehlenden Impfschutzes (bei Kindern und Eltern) gerechtfertigt. Wenn Eltern und Kinder zumindest einen für die Herdenimmunität ausreichenden Impfgrad aufweisen, entfällt auch hier die Berechtigung für grundrechtseinschränkende Maßnahmen. Wollen Sie bis dahin den Besuchern von im Pflegeheim lebenden Senioren - ohne eine solche sachliche Notwendigkeit und somit unverhältnismäßig - das Testen abverlangen?
    Wissen Sie das bislang Besuche nur zeitlich begrenzt nach Anmeldung und Maßgabe freier Besucherplätze möglich war, die Besuche dadurch auch der Anzahl nach beschränkt sind? Bei allem Verständnis für die Situation von Kinder und Eltern, aber im Pflegeheim leben Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Ich weiß nicht, ob ich mit meiner jetzt 89-jährigen Mutter in diesem Jahr gemeinsam so etwas wie eine Weihnachtsfeiern erleben kann.

  6. 11.

    Sicher haben Kinder in der Regel einen leichteren Krankenverlauf, aber sie sind in der Lage Leute anzustecken die dann einen schweren Verlauf haben. Darum auch die Einschränkungen bei Kindern, wenn es auch schwer fällt.

  7. 10.

    Die DAme ist ja lustig.. Erst mal muss dir Prio Gruppe 2 geimpft werden. Noch nicht alle eingeladen und Termine Ende Mai/Anfang Juni. Spannend, dass sie schon von Prio Gruppe 3 spricht. Und vergisst, dass AztraZeneca ja schon für alle freigegeben ist... Unfassbar.

    Verstehe auch nicht, warum das Testen abhängig von der Impftquote ist? Es ist doch jedem Heimbewohner*in eine Impfung angeboten worden, also dann bitte wieder Normalbetrieb.

  8. 9.

    Ohne Risikogruppen wäre das Gesundheitssystem nicht überlastet. Wenn keiner das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat, dann landet auch niemand im Krankenhaus. Verstehe daher nicht so ganz Ihre Aussage.

  9. 8.

    Da haben Sie Recht. Allerdings ist bspw. auch bei Kindern ein schwerer Krankheitsverlauf unwahrscheinlich, dennoch müssen Kinder seit über einem Jahr unverhältnismäßig viele Einschränkungen ertragen.

  10. 7.

    Mal sehen, was die Vivantes-Heime machen, die akzeptieren keine Selbsttests.

  11. 6.

    Vielleicht Zeitmangel neben der täglichen Arbeit? Haben Sie und die Politiker mal daran gedacht, oder sollen die Kinder deshalb ohne Aufsicht bleiben? Kopfschüttel.

  12. 5.

    Falsch! Sie verzichten nicht seit über einem Jahr auf alles wegen den Risikogruppen. Diese Einschränkungen wären auch in Kraft getreten wenn es keine Risikogruppen geben würde. Man wollte/will das Gesundheitssystem am laufen halten und Sie haben mit den Verordnungen auch die Menschen in Ihrem Alter geschützt. über die Handhabung in Pflegeheimen kann man natürlich diskutieren.

  13. 4.

    Nun, die Erklärung ist doch ziemlich einfach:
    Beim Einkaufen begegnen Ihnen eben nicht Personen, die zu 90 Prozent geimpft sind. Und bei den Geimpften ist ein schwerer Krankheitsverlauf unwahrscheinlich. Außerdem werden wir in der Gesamtbevölkerung kaum je eine höhere Impfquote aus in den Pflegeheimn erreichen.

  14. 3.

    Ich finde das mehr als unvernünftig zumal auch Pflegepersonal sich von den Besuchern infizieren kann. Es wäre für die ohnehin nach wie vor dramatisch isolierten Menschen in den Pflegeheimen schöner, wenn die teilweise noch strengen Besuchsregeln gelockert werden können, dafür aber die Testpflicht bleibt.

  15. 2.

    Zum Einkaufen muss man sich testen lassen, aber die Risikogruppe kann man künftig ohne Test besuchen... aja, Schutz der Risikogruppen stand ja noch nie im Fokus, stimmt. Davon abgesehen, dass man trotz Impfung dennoch Corona bekommen kann und es irgendwann noch mehr Mutanten geben wird. Daher sollte man eigentlich eine Testpflicht bei Pflegeheimbesuchern weiter aufrecht erhalten. Schon allein um die restlichen nicht geimpften 10% der Bewohner zu schützen! Wir verzichten doch seit über einem Jahr wegen dieser Risikogruppe auf alles. Nun müssen Kinder getestet werden, aber Corona positive dürfen in ein Altersheim??? Ich verstehe die Welt nicht mehr!

  16. 1.

    Das finde ich nicht gut, die „Pest“ ist noch nicht vorbei und was ist daran so schlimm, sich ein Stäbchen in die Nase zu schieben, wenn man seine Liebsten schützen will.

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