Berliner Pflegeheime - Pflegepersonal soll täglich auf Corona getestet werden

Do 04.02.21 | 18:13 Uhr
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Überprüfung und Auswertung von Covid-19 Proben (Quelle: dpa/Giorgos Kontarinis)
Audio: rbb | 04.02.2021 | Natascha Gutschmidt | Bild: dpa/Giorgos Kontarinis

Die Beschäftigten in Berliner Pflegeheimen müssen sich ab sofort jeden Tag auf das Coronavirus testen lassen. Der Schnelltest soll in der Regel vor Dienstbeginn erfolgen, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag mitteilte. Bisher mussten sich Pflegekräfte in Heimen alle zwei Tage testen lassen. Vor allem Gewerkschaften hatten das als nicht ausreichend kritisiert.

Wie die "Berliner Morgenpost" [Bezahlinhalt] am Donnerstag berichtete, soll diese Regel auch für Krankenhaus-Mitarbeiter gelten. Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit teilte rbb|24 dazu am Nachmittag mit, dass man bezüglich der Krankenhäuser in der Vorbereitung sei und über Genaueres noch informieren werde.

Generelles Besuchsverbot in Pflegeheimen aufgehoben

Zudem gibt es eine Neuerung beim Vorgehen im Fall einer Corona-Infektion in Pflegeheimen. Die Mitte Januar eingeführte berlinweite Vorgabe, dass in den Heimen bereits bei einem Corona-Fall ein generelles Besuchsverbot gilt, wurde wieder gestrichen.

Die Einrichtungen sollen ab sofort in Eigenverantwortung bestimmte Teilbereiche schließen, teilte die Gesundheitsverwaltung mit. Über ein etwaiges Besuchsverbot für das ganze Heim soll erst nach Absprache mit dem Gesundheitsamt entschieden werden. Die landesweit einheitliche Regelung hatte für Kritik gesorgt, Linke und Grüne fanden sie überzogen.

Besucher müssen Schnelltest vorweisen

Für die Bewohner der Pflegeheime ändert sich den Angaben zufolge nichts. Sie werden weiterhin mindestens einmal im Monat getestet, Menschen mit bestimmten Erkrankungen mehrmals pro Monat. Besucher dürfen nur dann in die Einrichtungen, wenn sie ein Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 24 Stunden ist. Ein Schnelltest soll auch direkt vor Ort möglich sein.

In Berliner Pflegeheimen war es in der Pandemie schon mehrfach zu größeren Corona-Ausbrüchen gekommen. Die häufigeren Tests für das Personal sollen für mehr Gesundheitsschutz sorgen - in Verbindung natürlich mit den Impfungen, die in den Seniorenheimen in Kürze abgeschlossen sein sollen.

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15 Kommentare

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  1. 15.

    vielleicht einfach die Diskussion denen überlassen, die vor Ort die schwere Arbeit als Gefährdete leisten, die wissen besser, worauf es ankommt, als wir Theoretiker

  2. 14.

    Anscheinend haben Sie weitergedacht und sehen keinen Vorteil darin, dass positiv getestete dann in zeitweiliger Quarantäne geparkt werden, um nicht weitere Patienten und Kollegen anzustecken

  3. 12.

    im schlimmsten Fall hat man 23 negative Tests hinter sich, um am 24. Tag durch den dann positiven Test bestätigt zu bekommen, dass man sich am Tag 1 infiziert und iseit 23 Tagen selbst andere infiziert hat

  4. 11.

    "Impftest vor Dienstbeginn" ? Wohl eher vor Arbeitsaufnahme. Es wird ja wohl Niemand in seiner Freizeit zum Test antreten und als Mehrleistung/ Überstunden wird das Niemand bezahlen wollen. Freizeitausgleich ? - Einmal klatschen reicht. Das hatten wir schon. Da gibt es kein Brot und keine Äpfel für.

  5. 10.

    Was soll den dieser Populismus jetzt schon wieder? Jetzt, wo die Bewohner geimpft sind, fängt man mit dieser Selbstverständlichkeit an? Wen sollen denn die Angestellten jetzt im Heim noch infizieren? Diese Maßnahme hätte schon vor Monaten verordnet werden müssen, bis die Impfungen der Bewohner durch sind. Jetzt ist es nur noch eine Verschwendung von Kapazitäten, die anderswo besser eingesetzt wären. Man greift sich nur noch an den Kopf!

  6. 9.

    Ich verestehe Ihre Ausführungen nicht. Wodurch gehen 20 Minuten verloren? Durch die täglichen Tests, die VOR Dienstantritt stattfinden oder durch die 1x monatlich stattfindenden Tests an den bewohnern? Und dann schreiben Sie: "Wir würden gerne nichtgeimpfte Besucher und Angehörige testen, um mehr Besuche und Kontakte für unsere Bewohner*innen zu ermöglichen..." Haben Sie den Text nicht gelesen? Alle Besucher müssen doch einen Test vorweisen, wenn sie besuchen gehen oder können sich vor Ort testen lassen - wollen sie die vor jedem Besuch 2x testen?

  7. 8.

    Sind das jetzt behördlich angeordnete Zwangstests?

  8. 7.

    Welches Ziel steckt hinter einer täglichen Testung? Mehr als 90% der Bewohner*innen und mehr als 65% der Mitarbeitenden sind geimpft oder warten auf ihre Impfung. Diese neue Verordnung entbehrt sich jeglicher Logik und wird kein Verständnis finden. Die Bundeswehr ist eine großartige Unterstützung. Wir brauchen Erleichterung, um uns auch wieder unseren Bewohner*innen intensiv widmen können. Pro Mitarbeitenden gehen mindestens 20 min am Bewohner*in verloren. Wir würden gerne nichtgeimpfte Besucher und Angehörige testen, um mehr Besuche und Kontakte für unsere Bewohner*innen zu ermöglichen...

  9. 6.

    Werte Gesundheitssenatorin
    Ich bin in einem Pflegeheim tätig und wir werden schon lange jeden Tag getestet und auch mit der FFP2 Masken Pflicht in Pflegeheimen wurde auch schon lange vor dem letzten Beschluss gemacht.
    Bitte einfach mal Kundig machen was alles schon getan wird und denn neue Sachen beschließen
    Danke

  10. 4.

    Guten Morgen Frau Kalayci für diese Anweisung aber ich frage mich warum erst wieder jetzt und nicht schon viel früher.

  11. 3.

    Ich verstehe nicht weshalb ähnliches nicht für Behindertenheime gilt. Und vor Schul und Kita Öffnungen sollte es auch einen konkreten Plan geben.
    Sportler, Schauspieler und Moderatoren im Fernsehen werden regelmäßig getestet.

  12. 2.

    Aus dem Pflegeheim: Bei uns sind über 95% der Bewohner mit der zweiten Impfung seit Tagen durch. (Anmerkung: Danke an die Senatsverwaltung oder wer das auch immer organisiert hat). Deutlich mehr als die Hälfte der Pflegekräfte haben ebenfalls die zweite Impfung. Jeder hat mit Lockerungen statt mit einer Verschärfung gerechnet. Insofern kommt jetzt das große Erstaunen. Letztlich hat der Ethikrat heute die Besuchseinschränkungen für geimpfte Pflegeheimbewohner auch kritisiert. Zu diesen Besuchseinschränkungen gehören auch die Schnelltests für Angehörige von geimpften Bewohnern. Eine Studie fände ich ja noch ganz interessant, dann bräuchten wir aber PCR-Tests und nicht die Dinger mit 35% Trefferquote.

  13. 1.

    Das klingt ja ganz nach einer Studie. Eigentlich sollten doch fast alle in Pflegeheimen schon geimpft sein, egal ob PflegerInnen oder BewohnerInnen. Ich weiß nicht ob die Leute sich dafür hergeben. Spaß macht es jedenfalls nicht sich täglich die Mandeln putzen zu lassen und den Hypothalamus zu pieksen ohne einen triftigen Grund.

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