Kontaktverbot und fehlende Strukturen - Jugendliche mit psychischen Problemen leiden besonders unter Corona

Mi 25.03.20 | 16:52 Uhr
  1
Mensch von hinten in Psychiatrie (Quelle: imago/biky)
Bild: Copyright: imago/biky

Was Sie jetzt wissen müssen

Kontaktverbot, keine Schule, Treffpunkte sind geschlossen - Jugendliche mit psychischen Problemen werden im Moment vor besondere Herausforderungen gestellt. Das sagt die Cottbuser Kinderpsychotherapeutin Karen Woskowski gegenüber dem rbb.

"Zum einen ist es so, dass für die Jugendlichen, dadurch, dass keine Schule ist, eine Tagesstruktur wegfällt. Das ist für depressive Patienten sehr ungünstig. Und dann fallen auch Regulierungsmöglichkeiten einfach weg", so Woskowski.

Ablenkungen fallen weg

Den betroffenen Jugendlichen fehle damit Ablenkung und Fluchtmöglichkeiten vor innerfamilärem Stress. "Wir arbeiten in der Therapie oft daran, was sind Alternativen zum Selbstverletzen, zum Drogenkonsum. Da geht es ganz viel darum in Aktivierung zu kommen, weg zu kommen, etwas draußen zu machen. Und das fällt jetzt alles weg", erklärt Woskowski.

Das aktuelle Kontaktverbot erschwert zudem die Arbeit von Familienhelfern des Jugendamtes. Die Stadt Cottbus weist darauf hin, dass man die Situation im Blick habe und notfalls auch mit mehr Personal reagieren könne.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.03.2020, 15:30 Uhr;

1 Kommentar

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 1.

    Nicht nur in Cottbus. - Ob "man" wird, möchte ich in Brandenburg bezweifeln.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren