Aus Berlin in den Barnim - Kaffee-Röster expandieren trotz Corona nach Eberswalde

Fr 15.01.21 | 12:37 Uhr
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Kaffee Röster Jeanine Bohn und Andreas Kuhn wollen nach Eberswalde expandieren
Audio: Antenne Brandenburg | 15.01.2021 | Maximilian Horn | Bild: Max Horn/rbb

Jeanine Bohn und ihr Mann Andreas Kuhn betreiben ein Café mit Rösterei in Berlin. Jetzt wollen die Unternehmer nach Eberswalde (Barnim) expandieren. Ein mutiger Schritt, mitten in der Corona-Krise.

Verlockend weht das kräftige Aroma des Kaffees durch die gemütlichen Räume des "Firstcrack" im Berliner Prenzlauer Berg. Doch hier wird nicht nur Kaffee gekocht. Im Hinterzimmer steht auch die "Dicke Bertha": ein rund einhundert Jahre alter Kaffeeröster - über zwei Meter hoch und aus viel Metall.

Die "Dicke Bertha" rotiert bald im Barnim

Bohn und Kuhn wollen diese sperrige Maschine jetzt aus der Berliner Stube nach Eberswalde (Landkreis Barnim) ins Gewerbegebiet Rofinpark bringen, um dort eine neue Rösterei zu eröffnen. Denn im nächsten Schritt will das Unternehmerpaar im Stadtzentrum ebenfalls ein Café betreiben. "Eberswalde ist ja eine Nachhaltigkeitsstadt, hat eine Uni", sagt Jeanine Bohn. "Ich glaube schon, dass unser Konzept nach Eberswalde passt. Ob es das Klientel hat, lässt sich noch nicht sagen."

Kuhn: Pandemie nur kurze Etappe im Arbeitsleben

Das Ehepaar geht also ins Risiko. Und das mitten in der Pandemie. Aufgrund der Corona-Beschränkungen ist die Gastronomie zum Erliegen gekommen. Wie lange das so bleibt, ist noch offen. Da mutet die Idee gerade jetzt ein neues Café zu eröffnen auf den ersten Blick doch eher abwegig an. Nicht so für Geschäftsführer Andreas Kuhn. "Die Welt dreht sich weiter. Aber die aktuelle Schließung ist nicht lange im Vergleich zu einem Geschäftsleben. Ich muss für die nächsten zehn bis 15 Jahre denken und nicht nur für die nächsten drei Monate."

Ihren Kaffee kaufen die beiden direkt und nach eigenen Aussagen fairtrade von Bauern in Südamerika. Das neue Café in Eberswalde soll ein Ort sein, an dem man die verschiedenen Aufbrüh-Methoden direkt in einer Art Kaffeelabor miterleben kann. "Ich hoffe, dass es klappt", so Jeanine Bohn. "Ich find Eberswalde spannend und denke, dass dieses nachhaltige Einkaufen von Kaffee, dieses Konzept, von dieser Wertschöpfung am Anfang bis hin zum Kaffee in der Tasse, ein gutes und lohnenswertes ist." Daran ändere auch die Pandemie nichts. "Kaffee wird immer getrunken."

Eröffnung im Sommer

Die Sanierungsarbeiten an den Gebäuden im Rofinpark und in der Eberswalder Eisenbahnstraße sollen in den kommenden Tagen starten. Wenn die Arbeiten wie geplant vorangehen, wollen die beiden Unternehmer das Café im Sommer eröffnen. Die neue Rösterei soll ihren Betrieb dann in einem Jahr aufnehmen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.01.2021, 14:40 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Ich wünsche den beiden Kaffeeröstern Kuhn und Bohn (hihi) viel Erfolg in Eberswalde - und hoffe, dass die Eberswalder ihren sicher sehr guten Kaffee zu schätzen wissen und dem geplanten Café zu einem Erfolg verhelfen.

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