Einschränkungen durch Corona-Krise - Beelitz startet mit Sorge in die offizielle Spargelsaison

Di 07.04.20 | 11:43 Uhr
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Spargelkönigin Gina-Luise Schrey präsentiert zum offiziellen Saisonstart auf dem Josef Jakobs Spargel Hof den ersten Beelitzer Spargel. (Quelle: dpa)
Audio: Radio Eins | 07.04.2020 | Interview mit Jürgen Jakobs vom Verein Beelitzer Spargel | Bild: dpa

Was Sie jetzt wissen müssen

Dieses Jahr gab es kein großes Volksfest: Wegen der Corona-Krise hat die Eröffnung der Beelitzer Spargelsaison am Dienstagvormittag nur in kleinem Kreis stattgefunden. Dabei hatte die neue Spargelkönigin Gina-Luise Schrey ihren ersten öffentlichen Auftritt. Die 20-Jährige wird bis zur nächsten Saison für die Region und ihren Spargel werben.

Frischer Spargel wird bereits seit Tagen verkauft. Dabei und auch bei der Spargelernte gälten Abstandsregelungen wegen drohender Ansteckungsgefahr, hieß es beim Beelitzer Spargelverein. Im Beelitzer Spargelanbaugebiet fehlt bislang etwa die Hälfte der gebuchten knapp 2.300 Spargelstecher. Die meisten von ihnen sollten aus Rumänien kommen.

Bundesländer konkurrieren um Erntehelfer

Nach Aussage des Brandenburger Landwirtschaftsministers Axel Vogel (Grüne) ist nicht absehbar, wieviele der noch in Deutschland erwarteten 80.000 ausländischen Erntehelfer nach Brandenburg kommen werden. Vogel sagte am Montagabend im rbb, die Verteilung laufe ausschließlich über den Bundesbauernverband. Es gebe einen großen Konkurrenzkampf zwischen den Bundesländern um die Arbeitskräfte. Brandenburg werde möglicherweise nur die Hälfte der benötigten Helfer für die Spargelernte zur Verfügung haben.

Das aktuelle Wetter mit Sonne und warmen Temperaturen lässt den Spargel schnell wachsen. Wenn Personal fehlt, um ihn zu ernten, droht das Gemüse auf den Feldern zu verrotten. Große Probleme bereitet den Bauern außerdem, dass Absatzmärkte in der Gastronomie aktuell fehlen.

In Beelitz wächst Spargel auf 1.700 Hektar, in Brandenburg insgesamt auf 3.900 Hektar. Die Saison endet traditionell am 24. Juni.

3 Kommentare

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  1. 3.

    Stimmt. Damit diese Pflanze nicht zu sehr geschwächt wird gibt es das Ernteende. Nur so gibt es mehrere Jahre eine neue Ernte. Wer mal ein Spargelbeet angelegt hat kennt die Mühe. Die Ernte ist auch beschwerlich wenn man diese den ganzen Tag zu machen hat.

  2. 2.

    Also mal ganz ehrlich, ich kann die Sorgen nur bedingt verstehen. Vielleicht sollten auch die Spargelbauern langsam mal Umdenken... Neue Wege gehen! Erdbeerenbauern machen es vor... Einfach spargel stechen auf dem Feld anbieten. Dann eben nicht 15-20 € pro Kilo nehmen, sondern weniger. Ich würde kommen und selber stechen, wenn der Preis stimmt. Hier könnten die Spargler ihre Kunden auch binden. Klar hoffe ich auf die Politik, die auch Erntehelfer ins Land lassen... Für alle, man darf aber auch nicht vergessen, dass Spargel ein Edelgemüse ist, dementsprechend teuer, also vertretbar, wenn es den dieses Jahr nicht gibt. Jeder vernünftiger Bauer setzt nicht nur auf eine Schiene. Nehmen wir Karls Erdbeerhof... Konzept mal anders als nur selber pflücken... Läuft. Tja ich weiß nicht, wenn dann kann ich auf Spargel verzichten. Traurig für sie Bauern, aber leider auch der Weg der Marktwirtschaft...verrottet spargel? Jap tut er, wenn er nicht geerntet wird. ABER nächstes Jahr könnte es besser werden. Oder aber... Das ist meine Vermutung, runter mit den Preisen, bis auf's Limit. Weniger Umsatz, aber eben kein 100%tiger Verlust.

  3. 1.

    Spargel, der nicht gestochen wird, verrottet nicht, sondern tut, was er ohne menschliches Zutun ohnehin machte...: er wächst in die Höhe zu einer normalen Pflanze.

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