Kirchenchor singt im Erntedank-Gottesdienst der reformierten Kirche in Herbishofen im Allgaeu (Bild: imago images/Jens Schulze)
Bild: imago images/Jens Schulze

Kultursenator kündigt Gespräch an - Chorsingen-Verbot kommt in Berlin auf den Prüfstand

Das wegen der Corona-Pandemie für Berlin geltende Singverbot in geschlossenen Räumen wird überprüft. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) will am 21. Juli mit Wissenschaftlern und Vertretern von Profi- und Laienchören sowie des Landesmusikrates und der Kirchen über das Thema beraten, wie ein Sprecher der Senatskulturverwaltung am Samstag ankündigte.

Die Ergebnisse aus diesem "Expertengespräch" sollten "in die Aktualisierung und Überprüfung der bestehenden Verordnung einfließen", so der Sprecher weiter. Die aktuelle Berliner Corona-Infektionsschutzverordnung vom 23. Juni ist noch bis 24. Oktober in Kraft.

Senatsverwaltung sucht nach Lösungen

Die Senatskulturverwaltung suche "nach Lösungen, die das gemeinsame Singen, den Chorgesang in geschlossenen Räumen, wieder möglich macht", hieß es weiter. Leitlinie müsse aber dabei "die epidemiologische Entwicklung und die Gefahrenminimierung für eine Ansteckung mit dem Corona-Virus sein". Lederer ist derzeit im Urlaub und wird Mitte kommender Woche zurückerwartet.

Während das gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen in Berlin nach wie vor verboten ist, geht Brandenburg lockerer mit diesem Thema um. Dort ist das Chorsingen in geschlossenen Räumen grundsätzlich wieder möglich. Allerdings müssen die Sängerinnen und Sänger einen Mindestabstand von 1,5 Meter zueinander einhalten, außerdem müssen die Räume regelmäßig gelüftet werden. Zudem müssen Listen über die anwesenden Personen geführt werden, um eine Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen.

Sendung: Fritz, 11.07.2020, 13:30 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Mir fällt auf:
    1) dass ich gar keine Zahlen habe und ich deswegen auch nichts mit dem Taschenrechner ausrechnen kann
    2) die Leute im Supermarkt im Allgemeinen nicht singen, so dass das das Risiko einer Ansteckung dort wohl geschätzt etwas geringer sein wird als beim stundenlangen Singen in einem geschlossenen Raum
    3) in Berlin die Inzidenz erfreulich gering ist. Es gehört schon "Glück" dazu, einen von den zweihundert wöchentlich Neuinfizierten zu treffen. Das ist es, was uns bis jetzt gerettet hat und dafür gesorgt hat, dass trotz vielerlei Fehlverhalten nicht viel passiert ist.
    4) ein einzelner Infizierter im Supermarkt in der Regel nicht den ganzen Supermarkt anstecken wird. Ohne Gegenmaßnahmen ist dies bei Chorproben, Gottesdiensten etc. aber offenbar der Fall. Daher die besondere Sorge des Senats.

  2. 8.

    ...Und täglich grüßt das Murmelt.. ähh.. wiedergekäute Beispiel "Domkantorei" aus dem März. Seitdem sind 4 (!!!) Monate vergangen, wir haben verschieden strenge Verordnungen erlebt, wissen um allgemeine Hygieneregeln, an die sich auch viele halten und sind Dank Wissenschaft in vielen Bereichen schlauer, als im März. Es durften mittlerweile z.B. auch Fitness-Studios wieder öffnen, (in denen mit Sicherheit auch ziemlich tief geatmet wird).
    Wussten die Sänger der Domkantorei im März über die Rolle der Aerosole bei der Übertragung in dem Maß bescheid, wie wir es heute tun? Ich denke nicht, denn sonst hätten sie sich sicher anders verhalten.
    Ein paar Wochen lang haben einige Profichöre in Berlin wieder geprobt - unter extremen Auflagen. Und offenbar haben sich nicht massenhaft Leute angesteckt, denn das wäre 100% medial ausgeschlachtet worden.
    Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen und absolut verkannt, wie wichtig das Chorsingen für die (mentale) Gesundheit vieler Menschen ist!

  3. 6.

    Ich bin ebenso Ihrer Meinung. Es gibt so viele Beispiele, in denen festgestellt wurde, dass gerade beim Singen viele Aerosole sich verbreiten. Warum das Risiko eingehen. Das betrifft ebenso das Singen in nur kleinen Gruppen. Ich bin Flötistin. Werde aber in diesem Jahr keine Konzerte geben.

  4. 5.

    Können Sie bitte mal sachlich bleiben? Zynismus hilft nun wirklich niemanden weiter. Danke!

  5. 4.

    Ich hoffe das die Kommentatoren #1 und #2 eine Gitarre zuhause haben und die Familie mit singen unterhalten. Die Chormitglieder können ja dann wohl zuhause bleiben und ständige Wiederholungen im Fernsehen schauen. Übrigens, eine ehemalige Klassenkammeradin von mir singt auch in einem Chor. Und Singen ist ihr Leben. Sie kann ohne Singen nicht leben vor Langeweile.

  6. 3.

    Nehmen Sie mal einen Taschenrechner und rechnen die Wahrscheinlichkeit aus, dass (a) eine Infizierte Person im Raum ist, die (b) gerade infektiös ist und (c) derart Viren von sich gibt, dass Sie davon angesteckt. werden und (d) die Ansteckung bei Ihnen so anschlägt dass Sie es merken (Symptome, ggf Corona-Test). Und dann vergleichen Sie mal den Wert mit der Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung im Supermarkt oder eines Verkehrsunfalls, wenn Sie zum Supermarkt fahren. Fällt Ihnen was auf?

  7. 2.

    Ich nenne nur ein Beispiel - Chorprobe am 9.3.2020 der Berliner Domkntorei - danach werden von 80 Sängern 60 positiv getestet - teilweise mit schweren Verläufen - und viele weitere Beispiele .... dieser Fall wurde vom RKi auch untersucht - Singen in geschlossenen Räumen - viele Aerosole - Corona hat freie Bahn - ich frage mich, wenn die Menschen endlich vernünftig werden - oder wollen die Chöre für den Tod von geliebten Menschen verantwortlich sein, nur um zu singen? - ein hoher Preis

  8. 1.

    Ganz ehrlich, wenn die Menschen sich unbedingt beim Chorsingen infizieren wollen, dann sollen sie das halt machen. Ich hoffe, sie nehmen keine Verwandten oder andere unbeteiligte Menschen mit ins Grab wenn sie diese anstecken. Und dass sie kein Bett auf der Intensivstation für eine Person blockieren, die sich ohne eigene Schuld mit Corona angesteckt hat.

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