Der Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestags während einer Sitzung. (Quelle: imago-images/Christian Ditsch)
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Untersuchungsausschuss - Bundesregierung lenkt bei Amri-Video offenbar ein

Ein Droh-Video des Attentäters vom Breitscheidplatz hat zuletzt für Aufruhr gesorgt. Denn das Video, das dem BND zugespielt wurde, sollte ausgerechnet der Untersuchungsausschuss des Bundestags nicht zu sehen bekommen. Das könnte sich jetzt ändern.

Die Bundesregierung ist unter Umständen doch bereit, dem Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestags das bislang unbekannte Drohvideo des späteren Attentäters vom Berliner Breitscheidplatz zu überlassen. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Samstag berichtete, läuft aktuell ein Konsultationsverfahren mit dem ausländischen Nachrichtendienst, der das Video übermittelt hatte.

Drohung wenige Wochen vor dem Anschlag

Ziel des Verfahrens sei es, dem Ausschuss die Videosequenz zur Verfügung zu stellen. Dies war bisher unter Verweis auf einen Sperrvermerk abgelehnt worden. In dem Video soll Amri wenige Wochen vor seinem Anschlag bereits mit einer Terrorattacke gedroht haben.

Der Untersuchungsausschuss des Bundestags soll mögliche Behördenfehler vor und nach der Tat aufklären. Mehrere Ausschussmitglieder hatten vergangene Woche gefordert, ihnen alle Videos, auf denen Sperrvermerke liegen, zugänglich zu machen. Das Video, in dem Amri eine Pistole in der Hand hat, soll im November 2016 aufgenommen und nach dem Anschlag von einem ausländischen Geheimdienst an den Bundesnachrichtendienst weitergeleitet worden sein.

Frage nach möglichen Unterstützern

Erst im Sommer hatte ein bislang ebenfalls unbekanntes Tatortvideo vom Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz für Aufsehen gesorgt.  rbb|24 berichtete darüber exklusiv. Das 34 Sekunden lange Video wurde unmittelbar nach dem Anschlag von einem gegenüberliegenden Haus aus aufgenommen und zeigt wie sich etwa ein halbes Dutzend Personen Sekunden nach dem Attentat aus unterschiedlichen Richtungen auf den zum Stillstand gekommenen Lkw zubewegen. Der Clip warf erneut die Frage auf, ob Amri vielleicht doch Unterstützer vor Ort hatte, die ihm auf seiner Flucht vom Breitscheidplatz geholfen haben.

Der Attentäter war am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz gerast und hatte dabei elf Menschen getötet. Zuvor hatte Amri den polnischen Lastwagefahrer erschossen. Amri flüchtete zunächst und wurde später von der Polizei in Italien erschossen.

Sendung: Abendschau, 05.10.2019, 19:30 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Es zeigt sich immer wieder dass Geheimdienste, so wie sie strukturiert sind, in keinster Weise demokratisch kontrollierbar sind und wie beim NSU zur Gefahr und zum Helfer oder über V-Männer Mittäter werden. Nichts gelernt aus de Stasi-Geschichten.

  2. 1.

    Manchmal stelle ich mir die Frage was unsere Geheimdienste eigentlich tun und wem sie dienen. Wenn nicht mal der Untersuchungsausschuss die Bilder sehen darf. Will da jemand sein Versagen vertuschen?

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