Pandemiebekämpfung - Elternausschuss kritisiert späte Einführung von Lolli-Tests in Berliner Kitas

Ramona Ernst, Schulleiterin der Grundschule am Schwemmbach, liest die Gebrauchsanleitung für die gerade erhaltenen Corona-Selbsttests „Lolli-Test“ für die Grundschüler zum Nachweis von SARS-CoV-2-Erregern. (Bild: picture alliance/dpa | Michael Reichel)
Bild: picture alliance/dpa | Michael Reichel

Für den Berliner Landeselternausschuss kommt die Einführung der sogenannten Lolli-Tests in Berliner Kitas zu spät. In anderen Kommunen würden schon deutlich länger Pilotprojekte laufen, sagte die Vizevorsitzende Anja Kettgen-Hahn dem rbb am Montag.

"Das wirft Frage auf, warum nicht auf Ergebnisse in anderen Städten und Ländern zurückgegriffen wird." Zudem habe auch das Robert-Koch-Institut (RKI) die Lolli-Tests schon als sinnvoll empfohlen. Es sei unklar, so Kettgen-Hahn im Inforadio vom rbb, "warum erst jetzt, zwei Wochen vor Beginn des neuen Kitajahres, ein Pilotprojekt aufgesetzt wird".

Bei den Lolli-Tests müssen die Kinder nur an einem Wattestäbchen lutschen. Die Proben werden zusammengefasst und einem PCR-Test unterzogen. Nur bei einem Positivergebnis wird einzeln nachgetestet. Es sei nun wichtig, allen Kindern ein Testangebot zu machen, so Kettgen-Hahn.

Kritik an Luftfilter-Beschaffung

Bei den Erzieherinnen und Erziehern sei die Impfquote mit 70 Prozent auf einem guten Weg, sagte Kettgen-Hahn. Sie appellierte dennoch an alle Kitabeschäftigte, sich impfen zu lassen, sofern das noch nicht geschehen sei. Den Eltern bereite es große Sorgen, dass Kitas wieder geschlossen werden könnten, falls die Inzidenzen weiter steigen. Das wäre "fatal für die frühkindliche Bildung".

Kritik übte der Landeselternausschuss auch an der nur schleppenden Beschaffung von Luftfiltern. Diese seien ein wichtiges Instrument der Pandemiebekämpfung, die Filterleistung betrage bis zu 95 Prozent. "Deswegen ist mir unklar, warum noch nicht begonnen wurde, viele dieser Geräte zu beschaffen", sagte Kettgen-Hahn. Zuletzt hatte auch das Umweltbundesamt seine Einschätzung zu Luftfiltern aktualisiert und deren Einsatz ausdrücklich als ergänzende Maßnahme empfohlen.

Sendung: Inforadio, 19.07.2021, 8:05 Uhr

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5 Kommentare

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  1. 5.

    Im übrigen wird die Kritik des Landeselternausschusses momentan sicherlich nicht zur Kenntnis genommen, da die in der Bildungsverwaltung Tätigen jetzt erst einmal Urlaub machen. Auf die mögliche neue Pandemiewelle kann man sich ja nach den Ferien vorbereiten (-wenn das Kind bereits wieder in den Brunnen gefallen ist…)

  2. 4.

    Na klar, warum denn nicht?
    Momentan werden an Schulen und Kitas Schnelltests durchgeführt.
    Wenn ein Kind positiv, wird dieses zum PCR-Test geschickt, um den Schnelltest zu bestätigen oder ebend nicht.
    Dauert auch einen Tag!
    Natürlich sollten sich alle Beteiligten in der Zwischenzeit eigenverantwortlich verhalten, also z.B. nicht unbedingt anderweitig Erkrankte besuchen, keine Veranstaltungen in Innenräumen besuchen usw.
    So können m.M. auf jeden Fall Infektionsketten unterbrochen werden!

  3. 3.

    Bei den sog. Lollietests ist die entscheidende Frage: kann ich damit Ansteckungen verhindern? Ich mache einen Gruppentest und weiß dann nach einem Tag ob ein oder mehrere Kinder positiv sind. Sind Maßnahmen nach einem Tag noch sinnvoll und wirksam?

  4. 2.

    Es ist fast unerträglich wie in Berlin der zweite Sommer "vergeudet" wird!
    Wir werden wohl wieder Fingerhandschuhe und Decken in der Schule verteilen müssen!

  5. 1.

    Die Frage des „ Warum“ ist schnell zu beantworten: Die Bildungsverwaltungen und ihre gut bezahlten Beamten in sicheren Jobs verstecken sich hinter lähmender Bürokratie, zeigen wenig Engagement, scheuen jedwede Art von Verantwortung, haben nicht verstanden, dass sie nicht zum Selbstzweck ihre Arbeit tun, sondern Dienstleistungen zu erbringen haben, wollen nicht erkennen, dass sie leichtfertig die Gesundheit und Zukunft unserer Kinder und die unseres Landes aufs Spiel setzen…..
    Wie immer: Das Versagen der öffentlichen Hand, die doch alles für uns richten soll, wie es viele Bürger unbegreiflicherweise fordern.

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