Pilotprojekt in Berlin - Senat plant Lolli-Tests in Kitas und Grundschulen

Packungen mit Lolli-Tests. (Bild: dpa)
Video: Abendschau | 09.07.2021 | Tobias Schmutzler | Bild: dpa

Die herkömmlichen Corona-Tests sind für Kinder nicht wirklich geeignet. Der sogenannte Lolli-Test soll jetzt Abhilfe schaffen und für mehr Sicherheit sorgen. Noch zögert die Bildungsverwaltung aber. Von Birgit Raddatz

Die Berliner Bildungsverwaltung will in der Woche vom 19. Juli an mit einem Pilotprojekt zur sogenannten Pool-PCR-Testung in Kitas beginnen. Das hat die Verwaltung dem rbb am Freitag auf Anfrage mitgeteilt.

Etwas später sollen auch die Grundschulen folgen, hieß es. Man wolle erst erproben, welche Erfahrungen die Bildungseinrichtungen mit dieser Art der Testung machen.

Ähnliche Pilotversuche gibt es bereits bundesweit, ein Expertenteam aus Köln stellte am Donnerstag erste Ergebnisse dazu vor. Im Rahmen der Pool-PCR-Testung wird nicht jeder Abstrich einzeln ausgewertet, sondern in einem Pool zusammengefasst.

Eine Einzelnachtestung erfolgt nur, wenn das Ergebnis des Pools positiv ist. Eine solche systematische Testung verschaffe einen gezielteren Überblick über das Infektionsgeschehen in den Bildungseinrichtungen, so Florian Klein, Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik Köln.

50.000 Pool-PCR-Test in Köln durchgeführt

Der Abstrich sei außerdem besonders für kleinere Kinder geeignet, da lediglich an einem Wattestäbchen gelutscht werden müsse - daher der Name Lolli-Test. Der Vorteil gegenüber den Schnelltests sei die hohe Sensitivität der PCR-Tests, die auch Kinder mit einer geringen Viruslast erkenne.

Allein in Köln seien in dem Pilotversuch in den Kitas bisher 50.000 Pool-PCR-Tests durchgeführt worden, hieß es. 89 positive Fälle wurden dabei erkannt.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Dirk Stettner, kritisierte im Hinblick auf die bereits vorhandenen Ergebnisse die Zögerlichkeit der Bildungsverwaltung. Er forderte einen Einsatz der Pool-PCR-Tests nicht nur in Kitas und Grundschulen, sondern auch in den weiterführenden Schulen. "Es nicht flächendeckend einzusetzen, ist nichts anderes, als den Präsenzunterricht zu gefährden", sagte Stettner.

Flächendeckender Einsatz gefordert

Ähnlich sieht es auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion und Koalitionspartner von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), Steffen Zillich. "Das Argument, das wir gehört haben, warum es keinen flächendeckenden Einsatz der Tests geben soll, überzeugt uns nicht." Laut Zillich soll Scheeres Bedenken geäußert haben, dass bei zusätzlichen Tests die Kapazitäten der Labore erschöpft werden könnten.

Der Vorstandsvorsitzende Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, sagte dem rbb, er habe keine Bedenken, was die Kapazitäten der Labore für zusätzliche PCR-Tests in Berlin angehe. Derzeit werden laut Müller pro Woche 33.000 Tests durchgeführt, möglich seien 80.000. "Mit den Kitas und Grundschulen in Berlin kämen rund 20.000 Tests pro Woche dazu - da ist immer noch Luft nach oben", so Müller.

Sendung: Abenschau, 09.07.2021, 19:30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Birgit Raddatz

37 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 37.

    Dazu hat jemand letztes Jahr das Bundesverfassungsgericht befragt…
    https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/05/rk20200512_1bvr102720.html

  2. 36.

    @Alice. Sie haben wohl etwas viel Resident Evil gespielt, so wie Sie hier schreiben. Gehts auch sachlich und ohne mega volle Sprüche?

  3. 35.

    Das Virus kümmert sich übrigens nicht um das Grundgesetz. Es freut sich über jede Freiheit. Sie können mal Long COVID Patienten befragen, was sie zu dem Thema Freiheit gegen Gesundheit sagen.

  4. 33.

    Laut schreiben vom Senat muss das Personal auch nach 2maliger Impfung sich weiter testen in den Grundschulen. Arbeite an einer Grundschule und habe auch test vom Senat für die ferienbetreung erhalten.

  5. 32.

    0,2 % positive Fälle in Köln bei Kindern mit geringer Viruslast... Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zum Ergebnis? Es ist alles so abartig.

  6. 31.

    Also, momentan wird ein Schnelltest gemacht und man hat sofort das Ergebnis. Jetzt soll gesteht werden, und das Ergebnis kommt dann später. Hm. Mir wäre lieber, wenn man vor Beginn des Unterrichts das Ergebnis hat. Oder denke ich falsch?

  7. 30.

    Sie schrieben "potentiell". Ich denke nicht, das ich ihnen die Bedeutung von "potentiell" erklären muss.
    Schönes WE

  8. 29.

    Nein. Das Personal muss sich nach zweimaliger Impfung nicht mehr testen.

  9. 28.

    Eines ist mir nicht klar. Wenn auf PCR Tests umgestellt wird, wann sollen diese stattfinden und wann liegt das Ergebnis vor? Was ist in der Zwischenzeit? Und wann findet der nächste Test statt?

  10. 27.

    Bei den Fallzahlen, selbst wenn diese zzt steigen, ist es wahrscheinlicher auf gesunde als auf infizierte Menschen zu stoßen, zumal inzwischen viel genesen oder geimpft sind. Die Gefahr ist also derzeit gering. Tests haben zudem nur ein Momentum.

  11. 25.

    Und leider verzögern die Tests ja nur eine Infektion. Denn Kinder bis 12 Jahren können wir aktuell nicht schützen. Müssen wir vielleicht auch nicht mehr - wenn alle Kinder mit Vorerkrankungen ein Impfangebot hatten. Statt dessen wieder alle Mamas (Eltern) ab ins Homeschooling und in die Kinderbetreuung. Diese Diskussion findet ja noch nicht mal öffentlich statt.

  12. 24.

    Unser Kita-Kind wird an dem Lolli-Pool-Test ab August teilnehmen. Wir freuen uns drauf auch wenn wir uns fragen, wie wir noch mehr "Sperrtage" bei positivem Test stemmen sollen. Wir sind froh über die zusätzliche Sicherheit für den kommenden Winter. Aber warum nur 30 (!) Kitas mit 1-2 Gruppen daran teilnehmen, ist mir unerklärlich. In NRW wurde das VOR EINEM JAHR getestet. Warum allerdings Angestellte nicht zu Tests flächendeckend verpflichtet werden, ist mir unerklärlich.

  13. 23.

    Hm ich dachte der generalverdacht eines jeden Bürgers als Bedrohung ist ein Privileg anderer Staatsformen.
    Und das die Impfung lediglich vor dem Tod schützt….. passt zur Ansicht…. ansonsten kann man auch die Meinung des RKI nehmen
    https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/19/Art_01.html

  14. 22.

    Ich finde testen überhaupt nicht schlimm, aber dann doch bitte bei Allen Menschen!
    Ich muss mich auf Arbeit nicht testen lassen und hab es auch nicht einmal und das in einer sehr großen Firma.

    Eine Zumutung ist es für Kinder indem sie ständig als böse Virenschleudern gelten.

    Ja um wieder das Fußballtrainer als Beispiel zu nehmen....
    Diese spucken um sich rum und umarmen sich auf dem Soielfeld usw..... Kinder müssen 1.5 m Abstand haben und Maske tragen....ja auchvtrotz Test.

    Wo sind wir bitte gelandet? Die Regierung scheint Kinder zu hassen

  15. 21.

    Falsch. Die meisten sind gesund und nicht infiziert. Daher ist die Annahme, jeder sei eine Gefahr für andere falsch. Und die Impfung schützt vor schweren Verläufen, den Tod müssen Sie nicht als Regel nehmen.

  16. 20.

    Also mal kurz auf'n Stück Watte schlabbern ist doch wie am Grashalm knautschen. Was ist da eine Zumutung? Eine Zumutung ist, wenn mir so'n Spezialist den Stab in die Nase rammt, das ich nacher die Locken beim Friseur nachbiegen lassen muss.

  17. 19.

    "Das Problem ist, das jeder Mensch, egal ob geimpft, genesen oder getestet … jeden Alters als potenzielle Bedrohung angesehen wird."
    Knallhart gesagt, ist er das zur Zeit auch. Da nehme ich mich auch nicht von aus. Der Pieks schützt recht ordentlich vor "Six-Feet-Under", "mehr" nicht. Das allein emfinde ich schon als recht guten Grund.

Nächster Artikel