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Audio: radioeins | 08.03.2024 | Judith Mikol | Quelle: IMAGO / Matthias Koch

Union spielt auswärts

Mit Stabilität gegen die Stuttgarter Himmelsstürmer

Der VfB Stuttgart gehört in dieser Saison zu den besten Teams der Fußball-Bundesliga. Das weiß auch Union-Trainer Nenad Bjelica. Vor der Reise in den Süden legte er sein Augenmerk deshalb auf eine Stärke der Unioner - die stabile Abwehr.

Fünf Fakten zum Spiel

Der Gegner-Experte

So läuft es sportlich für den VfB Stuttgart

Bei 16 von 18 möglichen Punkten aus den vergangenen sechs Spielen lässt sich für Stuttgart leicht verkraften, dass es nur noch in einem Wettbewerb um etwas geht. Seit dem Ausscheiden im Pokal-Viertelfinale in Leverkusen ist der komplette Fokus auf die Bundesliga gerichtet. Dort rangiert die Mannschaft des Trainers Sebastian Hoeneß mit inzwischen 50 Punkten auf dem dritten Platz. "Mit teilweise der gleichen Mannschaft wären wir in den letzten Jahren fast abgestiegen. Wir sind alle ein bisschen überrascht, dass es so gut läuft", sagt Gegner-Experte Lennart Sauerwald.

Trainer Sebastian Hoeneß sei ein entscheidender Faktor: "Er hat der Mannschaft ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit beigebracht. In den letzten Jahren waren mehrere Spieler noch nicht so weit in ihrer Entwicklung. Und dieses Jahr passt einfach alles zusammen." Der Vorsprung auf die viertplatzierten Dortmunder beträgt bereits sechs Punkte. Der Rückstand auf den FC Bayern nur vier.

Das bewegt die Fans

Wenn der Ball am Freitagabend ab 20:30 Uhr im Neckarstadion rollt, werden die Ränge voll sein. Die Heimspielstätte der Stuttgarter ist ausverkauft. "Wir warten auch schon wieder seit 2013 darauf, international zu spielen. Beim aktuellen Vorsprung auf den Siebten steigt die Wahrscheinlichkeit mit jedem Wochenende", sagt Sauerwald. Schon seit Mitte der Hinrunde würden immer wieder Europapokal-Gesänge angestimmt.

Trainer Sebastian Hoeneß sieht das ähnlich. Auf der Spieltagspressekonferenz sagte er, seine Mannschaft wolle den "Job ein Stück weit zu Ende bringen" und strebe zur neuen Saison einen dritten Wettbewerb an.

Ex-Herthaner in Topform

Mittelstädt wird in Stuttgart der Spieler, der er in Berlin werden sollte

Maxi Mittelstädt wechselte im vorigen Sommer von Hertha BSC zum VfB Stuttgart - zum Verdruss vieler Berliner Fans. Für Mittelstädt hat sich der Wechsel aber gelohnt. Er spielt derzeit besser als je zuvor - und sich in den Fokus.

Auf diese Spieler muss Union achten

"Guirassy ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort und spielt die Saison seines Lebens", lobt VfB-Experte Sauerwald. Auch Nenad Bjelica warnte besonders vor Stuttgarts Toptorjäger und dessen Sturmpartner Deniz Undav. Gemeinsam haben sie elf Tore mehr geschossen als alle Unioner zusammen.

Man müsse organisiert stehen, sehr aggressiv spielen und kompakt sein, so Bjelica. "Diese Stürmer brauchen wirklich sehr wenig Raum, um ein Tor zu schießen. Sie sind sehr gut drauf und sehr effektiv." Für Union wird es darauf ankommen, das gute Kombinationsspiel der beiden Angreifer zu unterbinden.

Die Stimmen der Trainer

Sebastian Hoeneß (VfB Stuttgart): "Unter dem neuen Trainer haben sie gut gepunktet. Sie sind im Mittelfeld und haben sich total stabilisiert, sind fleißig und stehen tief. Es ist nicht leicht gegen Union, Tore zu machen. Es ist ein dickes Brett, das wir bohren müssen."

Nenad Bjelica (1. FC Union Berlin): "Wir hoffen auf mehr Effektivität. Wir wissen, dass wir gegen solche Gegner nicht zehn hundertprozentige Chancen kriegen. Aber die drei, vier, die du haben kannst, musst du nutzen."

Fußballer als Arbeitnehmer

Diese besonderen Regelungen stecken in Profi-Verträgen

Fußballprofi - ein überbezahlter Traumberuf? Vielleicht. Die Vertragsvereinbarungen gelten allerdings als strikt, etwa wenn es um Urlaub geht. Aber auch darüber hinaus finden sich im Arbeitsverhältnis zwischen Klubs und Profis einige Besonderheiten.

So könnte Union spielen

Trainer Nenad Bjelica kann gegen Stuttgart auf alle Spieler seines Kaders zählen. "Das ist keine angenehme Entscheidung, aber ich bin hier, um sie zu treffen", sagte der Kroate auf der Pressekonferenz vor der Partie. Dabei wolle er sowohl gute Leistungen im Training als auch im letzten Spiel belohnen, so der Trainer.

Die Besetzung im Tor und der Innenverteidigung scheint deshalb klar zu sein und weiter aus Frederik Rönnow, sowie Danilho Doekhi, Diogo Leite und Kevin Vogt zu bestehen. Wechsel könnte es auf den Außenbahnen geben. Dort steht Toptorschütze Robin Gosens wieder zur Verfügung und wird wohl Jerome Roussillon verdrängen. Auf der anderen Seite hatte Josip Juranovic gegen Dortmund Probleme. Kapitän Christopher Trimmel stünde bereit.

Auch im Mittelfeld könnte es einen leistungsbedingten Wechsel geben. Der zuletzt gesetzte Lucas Tousart überzeugte gegen Dortmund nicht. Aissa Laidouni, Janik Haberer und andere hoffen auf ihre Chance. Diese Chance könnte auch Yorbe Vertessen bekommen. Von dessen Leistungen nach Einwechslungen sei er überzeugt gewesen, lobte Bjelica.

Mögliche Aufstellung: Rönnow - Trimmel, Doekhi, Vogt, Leite, Gosens - Khedira - Schäfer, Haberer - Volland, Vertessen

Die Prognose

Der Tipp des Gegner-Experten: "2:1 für den VfB. Wir kassieren in letzter Zeit immer mal wieder dumme Gegentore und werden deswegen wahrscheinlich nicht zu Null spielen."

Der Tipp der Redaktion: Anders als gegen Hoffenheim wird es für Union in Stuttgart nicht zu drei Punkten reichen. Trotzdem sind die Unioner stabil genug, um Stuttgarts starke Offensive weitestegehend einzudämmen. Ein 1:1 wäre für Union ein schöner Erfolg.

Sendung: radioeins, 08.03.2024, 11:54 Uhr

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