Ein im Cottbuser Pückler-Gymnasium aufgehängtes Schild. In roter Schrift wird darauf hingeiwesen, dass die Schulleitung in der Woche vom 24. Februar bis 28. Februar damit beschäftigt ist, den Abhörskandal in der Schule aufzuarbeiten.
Audio: Antenne Brandenburg | 25.02.2020 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Josefine Jahn

Stellvertretender Schulleiter soll Wanzen installiert haben - Cottbuser Gymnasium zieht Konsequenzen aus Abhörskandal

Das Cottbuser Pückler-Gymnasium versucht zur Normalität zurückzukehren. Nachdem in vier Räumen Abhöreinrichtungen gefunden wurden, sollen Schlösser ausgetauscht werden. Der stellvertretende Schulleiter soll die Wanzen installiert haben.

Als Konsequenz auf den Abhörskandal am Cottbuser Fürst-Pückler-Gymnasium sollen in der Schule Schlösser ausgetauscht werden. Zudem soll der Stundenplan angepasst werden, da mit dem suspendierten Stellvertreter ein Lehrer fehlt. Das kündigte Schulleiter Detlef Petatz am Montag an.  

In der Schule waren in vier Räumen Abhöreinrichtungen gefunden worden. Unter Verdacht steht der stellvertretende Schulleiter. Er soll die Wanzen angebracht haben. Er wurde daraufhin vom Dienst suspendiert. Wie die Staatsanwaltschaft dem rbb am Montag mitteilte, war die erste Wanze zufällig am Schreibtisch des Direktors entdeckt worden, als der Hausmeister etwas an dem Tisch reparieren sollte. Der Verdacht ist laut Staatsanwaltschaft schnell auf den stellvertretenden Schulleiter gefallen: Dieser war dem Direktor bereits aufgefallen, weil er Details aus Gesprächen kannte, bei denen er nicht dabei gewesen war.

Jetzt wertet die Staatsanwaltschaft die Aufnahmen der versteckten Mikrofone aus, um herauszufinden, seit wann Gespräche abgehört wurden – und in welchem Umfang. Danach richtet sich dann das Strafmaß.

Gymnasium kündigt erste Konsequenzen an

Der unter Verdacht stehende stellvertretende Schulleiter war am vergangenen Freitag zu der Sache befragt worden. Dabei habe sich der Verdacht gegen ihn erhärtet, teilte das brandenburgische Bildungsministerium am Freitag mit [www.mbjs.brandenburg.de].

Der stellvertretende Schulleiter wurde daraufhin mit sofortiger Wirkung suspendiert und darf die Schule nicht mehr betreten. Gegen ihn wurde Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der "Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes". Sie prüft, was genau aufgenommen wurde und wie lange.

Eine der Wanzen war vom Hausmeister zufällig am Schreibtisch des Direktors entdeckt worden. Weitere Wanzen wurden anschließend unter anderem in Räumen des Lehrerrates gefunden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.02.2020, 14:40 Uhr

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14 Kommentare

  1. 14.

    Ich war früher mal Schüler am Pückler-Gymnasium und der stellvertretender Schulleiter war schon immer sehr komisch... allerdings ist das kein Grund die Schule zu wechseln. Das Pückler war gut und nur weil ein Lehrer (warum auch immer...) eine dumme Aktion durchzieht sollte der Ruf der Schule nicht leiden.

  2. 13.

    Was erlauben Cottbus! Immer was neues aus Cottbus, wird nicht langweilig.

  3. 11.

    Na, ick habs längst verstanden, nur Nr. 4 aus CB eben nicht. Ansonsten wäre nicht nach einer rechtskräftigen Verurteilung gefragt worden.
    Im Bericht steht es genau drin: "unter Verdacht stehende stellvertretende Schulleiter", "Staatsanwaltschaft ermittelt", d.h. es läßt sich mit Leichtigkeit erkennen, daß natürlich noch keine Verurteilung vorliegt und natürlich noch keine Anklage erhoben worden ist, etc. Denke, ich muß Ihnen nicht die StPO erklären, oder ;-) (Mett wie Mett-Igel, d.h. kann männl. oder weibl. sein aber eben kein Schweinegehacktes!)

  4. 10.

    Herr oder Frau "Mo H. Mett" aus Berlin-"Charlottenburg", eben weil noch keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt, hat niemand das Recht, einen anderen Menschen einer Vorverurteilung oder / und medialen Veurteilung zu qualifizieren. Und wenn eine Staatsanwaltschaft ermittelt, heißt das zunächst gar nichts, außer das man Informationen sammelt. Jetzt verstanden?

  5. 9.

    Zuweilen liegt in der Frage schon die Antwort, insofern man aufmerksam darüber nachdenkt. Zumindest hier in Brandenburg, wo wir übrigens von Verhandlung sprechen, nicht aber von einem "Prozeß", richtig Prozess.

  6. 8.

    Einem aufmerksamen Leser wäre nicht entgangen, dass die Staatsanwaltschft noch ermittelt, wann soll denn Ihrer Meinung nach ein Prozeß stattgefunden haben? Was soll also die Frage?

  7. 7.

    Da kommt von Arbeit, holt sein Kind von der Schule und liest das. Ob wohl die Lehrer dort mit sich ein Problem haben?

  8. 6.

    Ein Grund merh, meinen Sohn sofort von dieser ach so tollen Schule zu nehmen. Jetzt reichts!!!

  9. 4.

    Liegt denn schon eine rechtskräftige Verurteilung vor?

  10. 3.

    Hat dieser Mensch für die Firma "Horch und Guck"gearbeitet? Gibt es evtl. Auftraggeber? Die AfD wollte auch schon mal genaueres über Lehrer erfahren. Fragen über Fragen. Werden wir jemals die Wahrheit erfahren?

  11. 2.

    Das MBJS, unter Leitung der Ministerin Britta ERNST (SPD), das zuständige Schulamt und die Schule selbst tun sich keinen Gefallen, wenn sie derart brutal gegen einen leitenden Pädagogen vorgehen. Rein rechtlich besteht zunächst nur ein Verdacht. Jede Aussage, die der Pädagoge getätigt haben soll, kann er jederzeit widerrufen. Ggf. droht den Behörden eine Schadensersatzklage, Ersatzansprüche für zustehende Besoldung bis hin zu einer Strafanzeige wegen diverser Delikte gemäß StGB.

    Feingefühl und Weitblick beweist das MBJS hier nicht, im Gegenteil. Man glaubt wieder, alles zu wissen, und präsentiert dieses Gedankengut in entsprechender Manie.

    Die möglichen, schon lange schwelenden Probleme beim Lehrkörper werden komplett ausgeblendet.

    Man kann nur hoffen, dass die Elternschaft endlich aufwacht und die Dinge hinterfragt. Es isz Zeit!

  12. 1.

    Wo ist das Motiv für diese Straftat? War es nur Neugierde? Warum macht ein stelllv. Schulleiter so etwas?
    Hat der RBB recherchiert??? Wer wie was warum: wer nicht fragt bleibt dumm! :-)

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