Corona-Hotspot Südbrandenburg - Klinikum Niederlausitz spricht Besuchsverbot aus

Do 25.11.21 | 16:40 Uhr
Das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg im südbrandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz
dpa
Audio: Antenne Brandenburg | 25.11.2021 | Florian Ludwig | Bild: dpa

Als letztes Krankenhaus in Südbrandenburg hat nun auch das Klinikum Niederlausitz mit seinen Standorten in Lauchhammer und Senftenberg (beide in Oberspreewald-Lausitz) ein Besuchsverbot ausgesprochen. Es tritt am Samstag für alle Stationen und Einrichtungen in Kraft, teilte das Haus am Donnerstag mit [klinikum-niederlausitz.de].

"Das allgemeine Risiko der Ausbreitung des Corona-Virus ist höher denn je", heißt es zur Begründung. Besonders schutzbedürftig seien gerade die "Patientinnen und Patienten, von denen viele zu den vulnerablen Personen gehören, sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus, die für die Versorgung von Kranken dringend weiter benötigt werden."

Ausnahmen und Gratis-Telefongespräche

Damit die Patienten trotzdem weiter Kontakt zu ihren Angehörigen haben können, bietet das Klinikum ihnen an, die Telefone in den Zimmern kostenlos zu nutzen. Außerdem sind Ausnahmen vom Besuchsverbot in Absprache mit den Ärzte- und Pflegeteams möglich. "Wir wissen, dass insbesondere Patienten, die besonders lange im Krankenhaus behandelt werden müssen, in regelmäßigen Abständen auch Besuch erhalten sollten."

Begleitpersonen dürfen außerdem weiter in spezielle Versorgungsbereiche, wie die Kinderklinik. Das gleiche gilt für Entbindungen im Kreißsaal. Ausmahmen gebe es auch für medizinisch notwendige Begleitpersonen für stationäre Patienten. Sie brauchen aber einen tagesaktuellen Antigen-Schnelltest.

Im Klinikum Niederlausitz wurden am Donnerstag 41 Covid-Patienten stationär behandelt, 14 von ihnen auf der Intensivstation. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis lag bei rund 1.150 - das ist der zweithöchste Wert Brandenburgs, nach dem Elbe-Elster-Kreis mit 1.474.

Lage in Kliniken "langsam dramatisch"

In ganz Brandenburg wird die Situation in den Krankenhäusern angespannter, weil immer mehr Corona-Patienten aufgenommen werden. "Die Lage hat sich deutlich verschlechtert, es wird langsam dramatisch", sagte der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft, Michael Jacob, am Donnerstag der Nachrichtenagentur DPA.

Vor allem im Süden sei die Lage sehr ernst, dort kämen die Kliniken an die kritische Grenze bei der Patientenversorgung. Am Donnerstag waren Corona-Hotspot Elbe-Elster laut Intensivregister.de alle 16 Intensivbetten belegt, in vier lagen Coronapatienten. Einen Tag zuvor stand der Nachbarkreis Oberspreewald-Lausitz vor der gleichen Situation, am Donnerstag waren wieder zwei Betten frei.

Michael Jacob von der Landeskrankenhausgesellschaft rechnet damit, dass wie in der dritten Corona-Welle der Katastrophenfall ausgerufen werden könnte. "Ich sehe, dass wir darauf zulaufen." In diesem Fall könnte der Katastrophenschutz zur Unterstützung mit eingesetzt werden.

Als weiterer negativer Faktor kommt laut Jacob der Personalausfall bei denjenigen Pflegekräften dazu, die auch Eltern seien und Kinder betreuen müssten. Die Inzidenz auch bei Kindern und die Zahl der Quarantänefälle habe landesweit zugenommen. Durch Verlegungen von Corona-Patienten in andere Krankenhäuser innerhalb Brandenburgs sei der Rettungsdienst stark belastet. Die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken, den Leitstellen und dem Rettungsdienst laufe aber sehr gut.

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Sendung: Antenne Brandenburg, 25.11.2021, 16:30 Uhr

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