Bau eines festen Zauns gegen Schweinepest ASP in Pusack (Foto: rbb/Jahn)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.11.2020 | Gundula Teltewskaja | Bild: rbb/Jahn

Landkreis Oder-Spree - Lockerungen in Zonen der Afrikanischen Schweinepest in Sicht

In den von Schweinepest betroffenen Landkreisen in Ostbrandenburg werden derzeit Zäune aufgestellt. Der Landkreis Oder-Spree erwägt, die Auflagen zu lockern, sobald alles steht. Derweil sorgen wachsende Wildbestände für Waldschäden.

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) plant der Landkreis Oder-Spree erhebliche Erleichterungen für Landwirte und Förster. Vorrausichtlich am 1. Dezember soll es dazu eine neue Verordnung des Kreises geben.

Feld-Bewirtschaftung wieder möglich?

Demnach sollen Landwirte und Förster in der Kernzone unter Einhaltung bestimmter Vorgaben ihre Felder und Wälder wieder bewirtschaften können. Das sagte die Beigeordnete für Ländliche Entwicklung des Landkreises, Gundula Teltewskaja (parteilos), am Donnerstag dem rbb.

"Im Moment wird da ein Erlass erarbeitet, der im Falle dessen, dass die Einzäunung um das Kerngebiet und die Weiße Zone vollständig abgeschlossen ist, vorsieht, dass ein Großteil dieser Einschränkungen aufgehoben werden kann. Auch im Kerngebiet wird es dann zu deutlichen Lockerungen kommen."

Wachsende Wildpopulation sorgt für Waldschäden

Die Stiftung Stift Neuzelle lässt aufgrund der Schweinepest ab Freitag ihren Wald von einem Gutachter untersuchen. Er soll die aktuellen Wildschäden aufnehmen. Das 9.100 Hektar große Gebiet der Stiftung liegt mitten in der Kernzone und unterliegt ebenfalls dem Jagd- und Bewirtschaftungsverbot.

Da weder Wildschweine noch sonstiges Wild bejagt werden dürfen, haben die Wildschäden im Wald enorm zugenommen, so der Forstbetriebsleiter Boris Schnittker gegenüber dem rbb. Die Schäden sollen vom Gutachter dokumentiert und an den Landkreis weitergegeben werden. Dieser ist verpflichtet die Schäden finanziell zu erstatten. Noch ist offen, wann und wie viel Geld bei den Betroffenen ankommen wird.

Bisher 177 ASP-Fälle

Die derzeitigen Einschränkungen ergeben sich aus der Allgemeinverordnung der Landkreises mit Maßnahmen im Kampf gegen die Tierseuche [landkreis-oder-spree.de]. Diese weist starke Restriktionen aus, wie etwa ein Betretungs- und Ernteverbot in dem sogenannten Kerngebiet um Fundstellen mit ASP infizierter Tiere. Das Jagdverbot in Kern- und Gefährdungszone soll aber bis auf Weiteres bestehen bleiben. Dort soll es ausschließlich gezielte Abschüsse von Wildschweinen geben.

Die Kernzonen in Märkisch-Oderland und Oder-Spree befinden sich an der Grenze zu Polen, so dass die Zäune auch dafür sorgen sollen, dass keine weiteren Tiere die Schweinepest einschleppen und sich die Seuche außerhalb der bisher betroffenen Gebiete ausbreitet. Neben den Kreisen Oder-Spree und Spree-Neiße, haben auch Märkisch-Oderland, die Uckermark und Barnim einem Zaunbau entlang der deutsch-polnischen Grenze zugestimmt.

Seit Anfang September wurden in Brandenburg laut Verbraucherministerium des Landes [msgiv.brandenburg.de] insgesamt 177 Fälle der Afrikanischen Schweinepest festgestellt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.11.2020, 06:30 Uhr

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