Maredo-Filiale am Kurfürstendamm in Berlin (Bild: imago images/Stefan Zeitz)
Bild: imago images/Stefan Zeitz

Vier Filialen in Berlin betroffen - Steakhauskette Maredo entlässt fast alle Beschäftigten

Die insolvente Steakhaus-Kette Maredo hat fast allen Mitarbeitern gekündigt. Weil kaum noch Liquidität vorhanden sei für die Zahlung von Löhnen und Gehältern, sei man zu diesem Schritt gezwungen, heißt es in einem Brief der Chefetage an die Belegschaft, wie die DPA am Montag berichtete. Nur eine Rumpftruppe in der Verwaltung arbeitet demnach vorerst weiter.

Zuvor hatte das Branchenportal "food-service.de" [kostenpflichtig] darüber berichtet.

Blieben Staatshilfen aus?

Maredo betreibt in Berlin vier Filialen (Kurfürstendamm, Friedrichstraße, Gendarmenmarkt und Potsdamer Platz). Die Steakhauskette hatte bereits im März 2020 Insolvenzantrag gestellt. Von 35 Restaurants wurden damals 15 zugemacht, etwa die Hälfte der rund 950 Beschäftigten musste gehen. Die coronabedingten Schließungen ab November waren dann ein weiterer Rückschlag. Die Bitte um Corona-Hilfen schlug der Staat nach Angaben der Steakhaus-Kette aus.

Die Gastronomie ist von den Folgen der Pandemie stark getroffen, auch andere Unternehmen sind unter Druck - Konkurrent Vapiano ging 2020 ebenfalls in die Insolvenz.

Sendung: Fritz, 18.01.2021, 14 Uhr

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16 Kommentare

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  1. 16.

    Was für berechtigte Sorgen. Aber wir wollen die Hoffnung auf einen "Ruck", Schaffenskraft, "Aufwind", wie nach einem Krieg, nicht aufgeben. Gerade wir unzufriedenen Deutschen treiben alles an, weil wir unzufrieden sind. Dafür werden wir beneidet, ist aber nicht sympathisch.

  2. 15.

    Sehr geehrte Berlinerin, Ihre Überzeugung fleischlos zu essen ist ja völlig in Ordnung, es gibt aber genug Menschen, die das nicht möchten, und das ist auch völlig in Ordnung. Der (in den Industriestaaten) gelebte Vegetarismus und Veganismus kann auch nur gelebt werden, weil es hier genug Nahrungsmittel für alle gibt. In Ländern ohne dieses Überangebot bzw. bei den Naturvölkern ist es den Menschen egal, wovon sie satt werden, Hauptsache Nahrung, egal ob pflanzlich, tierisch oder auch Insekten. Und unter der Insolvenz haben sowieso nur die Mitarbeiter zu leiden, die Verantwortlichen im Vorstand haben doch ihre Schäfchen im trockenen. Freut Sie das auch, dass jetzt vielen Leuten und deren Familien die Lebensgrundlage entzogen wird?

  3. 14.

    Schadenfreude ist fehl am Platze, völlig unsolidarisch. Denken Sie lieber an die Mitarbeiter ohne Job und deren Familien! Und Sie könnte es genauso treffen!
    Und mit jedem weiteren Lockdown-Tag kommen weitere dazu. Dann werden demnächst in der Tagesschau neben den Verstorbenen auch gleich die täglichen Zuwächse an Arbeitslosen verkündet. Macht sich in einem Wahrjahr besonders gut. Wenn alles endgültig geschlossen ist, kommt auch kein Tourist mehr - was soll er auch hier? Dann haben die Provinz-Apologeten ihren Willen - endlich nicht mehr von Touristen und Zugereisten überrannt werden. Kommt dann zwar auch kein Geld mehr ein, aber egal.
    Im Endeffekt ist Berlin dann nicht mal mehr sexy, sondern nur noch arm...

  4. 13.

    Freut mich, wenn die dicht machen. So ein ekelhafter Fleischtempel sollte eh nicht existieren!

  5. 12.

    Die Meldungen wären noch zahlreicher wenn es den Lockdown nicht gäbe, das wird immer gerne von den "Anti-Lockdown Junkies" vergessen.

  6. 11.

    Egal warum, solche Meldungen werden wir ab Februar noch viele hören, von den ganz Kleinen mal abgesehen, die sind kaum eine Meldung wert. Das gedruckte Geld ohne Wert wird den großen LockdownJunkies noch auf die Füße fallen.

  7. 10.

    Und was macht der Vermieter wenn er auch einen Kreditvertrag abbezahlt ??? Also ehrlich es gibt einfach auch shit happens im Leben , ich wünsche sowas keinem. Aber es müssen alle Seiten gleich betrachtet werden....

  8. 9.

    Richtig so, diese Kette wie auch vapiano sind nicht tragfähig und gehören abgeschafft bzw. vom Markt bereinigt. Das war alles vor Corona schon der Fall und hat damit nichts zu tun. Drücke natürlich für die Mitarbeiter die Daumen, dass sie schnell was neues finden - an denen lag es nicht ! Hier hätten die Manager zuerst gefeuert gehört.

  9. 8.

    Das wird oft vergessen:
    Viele werden sich das Risiko nicht mehr antun, nach Gnade von irgendwem öffnen zu dürfen.
    Es gibt keine Rechtssicherheit mehr.
    Und da alles im Bereich Bars, Clubs, Veranstaltungen zum Schluss geöffnet wird, bleiben die Touristen aus.
    Viele haben Berlin aus ihrem Programm gestrichen.
    Kulturell passiert gar nichts mehr.
    Die Stadt wird im Grunde gerade abgewickelt.
    Somit fehlen auch Steuereinnahmen.
    Ich frage mich, wovon Berlin leben will, wenn der Bund auch kein Geld mehr hat?

  10. 7.

    Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärt das Nein zu Finanzhilfen im Fall von Maredo damit, dass Unternehmen, die sich in einem Insolvenzverfahren befinden, von den November- und Dezemberhilfen ausgeschlossen seien: “Das Beihilferecht zieht Grenzen für Unternehmen, die sich schon vor Beginn der Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben.”

  11. 6.

    Der Besitzer, der Aufsichtsrat, der Immobilienmanager und der Steuerberater dürfen bleiben !

  12. 5.

    Maredo war vor Corona schon Pleite,die Schließung hat nichts mit dem Virus zu tun. Es werden andere Geschäfte dem Virus zum Opfer fallen.

  13. 4.

    Tja, das passiert nächste Woche auch mit meinen 25 Friseusen

  14. 3.

    "Die Steakhauskette hatte bereits im März 2020 Insolvenzantrag "

    Eine Woche nach Beginn des Lockdowns. Oder anders formuliert: Das Unternehmen war schon vorher / 2019 in argen Schwierigkeiten.

  15. 2.

    Und viele weitere werden ab Februar folgen. Viele werden sich noch wenige Monate Dank Staatshilfen halten können, aber die Insolvenzwelle wird kommen. Wann werden eigentlich die Gewerbevermieter Mal zur Solidarität und zum Zähne zusammen beißen aufgefordert. Bei etwaigen Gastronomen im Bekanntenkreis von Stundung keine Spur. Aber die Gastronomen...

  16. 1.

    Laut DEHOGA erwartet dieses Schicksal 70% aller Gastronomiebetriebe.
    Bei den Hotels wird es noch viel brisanter: es werden nur vereinzelt Häuser der großen international agierenden Ketten überleben, die über ausreichende Kapitaldecke (meistens durch Kapitalfonds abgedeckt) verfügen. Kleine und mittlere Hotels werden für immer verschwinden.
    Denn auch wenn die Pandemie in einem Jahr durch einen Wunder als beendet erklärt wird, wird es keine Lokale und Häuser geben, die öffnen könnten. Was nicht da ist, kann nicht öffnen. Ein Wirtschaftszweig ist keine Behörde die man beliebig runterfahren und hochfahren kann. Was zerstört ist, ist zerstört und eine Änderung der Rahmenbedingungen bedeutet keine Wiederbelebung weil man die Toten nicht wiederbeleben kann.
    Es wird ein böses Erwachen geben wenn die Restriktionen nicht mehr da sein werden und der Reiselust bzw. Ausgehlust zum Essen bei den Festangestellten wieder da sein wird, nicht aber die Ziele und Orte, die man besuchen kann.

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